Handball
Was Trainer zum Ende der Saison sagen
Bruno Caldarelli, Trainer der zweiten Mannschaft der HSG Eckbachtal, und Karsten Keiser, Coach der Eckbachtaler Damen, hatten es zu Beginn der Woche schon geahnt. „Ich mache mir keine großen Hoffnungen mehr“, sagte Caldarelli, als er auf eine mögliche Fortsetzung der Saison angesprochen wurde. Sein Team hat in der Verbandsliga in dieser Spielzeit zwei Partien absolviert.
Auch Keiser, dessen Damen-Team eigentlich in der A-Klasse zum Ball greift, hatte mit der Saison im Geiste schon abgeschlossen. Jetzt sind die Ahnungen der beiden Übungsleiter Realität geworden. Die Handball-Saison in der Pfalz ist abgesagt. Der PfHV drückt es so aus: „Der Spielbetrieb wird nicht mehr aufgenommen.“ Für die Verbandsliga mag das richtig sein. Für andere Klassen nicht, denn in einigen Ligen hat der Spielbetrieb nie begonnen.
Kein Training bis 7. März – mindestens
Die Grundlage für die Entscheidung des Pfälzer Handballverbands kommt von der jüngsten Bund-/Länderkonferenz. Nach deren Entscheidung vom 10. Februar ist der Trainingsbetrieb im Bereich des PfHV mindestens bis 7. März nicht möglich. Daher hat sich der Verband entschlossen, den Spielbetrieb bei den Aktiven – wie schon im Jugendbereich – für die Saison 2020/21 erst gar nicht mehr aufzunehmen. Sobald die wegen des Coronavirus geltenden Beschränkungen es zulassen, sollen „nach einer geeigneten Trainingsphase mit Freundschaftsspielen auch wieder Wettbewerbe angeboten“ werden. Mit Blick auf länger andauernde Hallenschließungen soll „auch im Freien auf geeigneten Kleinfeldern mit Trainings- und Spielbetrieb begonnen werden“, heißt es vonseiten des Verbands.
Jaculi: „Handball gerade das geringste Problem“
„Nicht überraschend“ nennt Sven Jaculi, Trainer der A-Klasse-Mannschaft der SKG Grethen, den Abbruch der Saison. „Es ist zwar blöd, dass wir nicht spielen können, aber das ist gerade auch das geringste Problem.“ Bislang hat sich sein Team individuell fit gehalten, demnächst soll aber auch bei der SKG ein Online-Trainingsangebot gemacht werden. Im Online-Training sieht er allerdings grundsätzlich auch ein Problem – nämlich dass sich immer nur die einloggen, die sowieso auch für sich schon genug trainieren. Das hätten ihm auch andere Vereine bestätigt, mit deren Vertretern er sich über das virtuelle Training unterhalten habe.
Sorgen, dass seine Truppe in Zeiten des Lockdowns auseinanderfällt, macht sich Jaculi trotz allen pandemiebedingten Widrigkeiten ganz und gar nicht: „Wir haben den großen Vorteil, dass wir schon seit mehr als zehn Jahren mehr oder weniger im gleichen Rahmen zusammen sind.“ Er sieht da Vereine, die diese gewachsenen Strukturen nicht haben, eher vor Probleme gestellt als seinen „eingeschworenen Haufen“.
Diehl: „Hatte ich mir schon gedacht“
„Nach der Absage der Oberliga hatte ich mir schon so etwas gedacht“, meint auch Armin Diehl zur Entscheidung des PfHV. Der Trainer der HSG Eckbachtal III (Kreisklasse A) berichtet aber auch, dass seine Jungs heiß darauf seien, endlich wieder ihrem Sport nachgehen zu können. „Wir hoffen, dass wir irgendwann mal wieder was machen können.“ Auch wenn es der eine oder andere schon genossen habe, dass es keine ausgedehnten Laufeinheiten in den vergangenen Wochen gegeben habe, meint Diehl lachend.
Für Rainer Schantz, Aktivenbeauftragter und Trainer der HSG Eckbachtal IV (Kreisklasse B), hätte die Absage der Saison sogar schon etwas früher kommen können – im Sinne der Planungssicherheit. Man habe sich deswegen auch mit anderen Vereinen wie zum Beispiel der TSG Friesenheim kurzgeschlossen. „Die anderen Clubs waren derselben Meinung“, sagt Schantz.
Gleichwohl: Natürlich blute sein Handballerherz. „Keine Spiele, kein Trainingsbetrieb, und dann darf man ja auch nicht vergessen, dass bei uns im Amateurbereich auch die soziale Komponente eine wichtige Rolle spielt.“