Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Im Einsatz für den Steinschmätzer

Manche Steinhaufen werden verlegt, um Brutplätze aufzuwerten.
Manche Steinhaufen werden verlegt, um Brutplätze aufzuwerten.

Tatkräftiges Anpacken war beim NABU-Workshop angesagt: Zum Schutz des seltenen Steinschmätzers engagierten sich 20 Teilnehmer in den Weinbergen rund um Bad Dürkheim. Die Vögel der bedrohten Art kehren Ende März aus ihren Winterquartieren zurück – und sollen sich in der Pfalz wieder ausbreiten.

„Ich habe diesen Vogel vorher nicht gekannt“, gesteht Sabine Daibel-Kaiser aus dem südpfälzischen Böllenborn. Vom NABU-Projekt „Vogelschutz zum Mitmachen“hat sie in der RHEINPFALZ gelesen, und der gemeinsame Einsatz im Team für die Natur macht ihr viel Freude. Zum Ziel hat die achtteilige, kostenlose Workshop-Reihe, mit unterschiedlichen Angeboten in der Süd- und Vorderpfalz heimische Vogelarten zu fördern. „Mit unserer Auswahl an praktischen Aktionen für den Vogelschutz versuchen wir, dem Rückgang der Arten entgegen zu wirken“, erklärt Carmen Schauroth von der NABU-Regionalstelle Süd. Dazu gehören auch Exkursionen, das Kennenlernen und Erfassen von Arten sowie die Anfertigung und Kontrolle von Nistkästen.

Steinige Brutplätze

Beim Steinschmätzer-Workshop rund um Bad Dürkheim werden die 20 Teilnehmer in kleinere Gruppen aufgeteilt. Ihr tatkräftiger Einsatz gilt einem sperlingsgroßen Singvogel, der bundesweit vom Aussterben bedroht ist. Den ungewöhnlichen Namen hat der Steinschmätzer von seinen Brutnischen: Vor allem nistet er in den tiefen Spalten und Höhlen von Steinhaufen und Trockenmauern.

Bedroht: der Steinschmätzer.
Bedroht: der Steinschmätzer.

Dank der Pflege solcher Brutplätze durch den NABU gibt es auf den trocken-warmen Flächen am Haardtrand noch eine bedeutende Population. Doch damit die Vögel erfolgreich ihre Jungen aufziehen, braucht es regelmäßige Einsätze und möglichst wenig Störungen. Von Burkhard Ort und Jan Eilers, beide NABU-Mittelhaardt, erfahren die Teilnehmer des Workshops vorab, dass die Brutplätze nicht zu stark bewachsen sein dürfen.

Mit Astscheren werden deshalb beim Frühjahrsputz wuchernde Pflanzen zurück geschnitten, bevor die Vögel Ende März aus Afrika zurückkehren. Außerdem schichten die Vogelschützer an diesem Tag mehrere Steinhaufen um, damit sich die Höhlungen als Nistplätze eignen. Zu kleine und nicht bebrütete Steinhaufen werden aufgelöst und andere dafür vergrößert. Leider gibt es auch immer wieder Müll wegzuräumen.

Ausgleichsflächen nicht betreten

Jan Eilers berichtet von einem besonders häufigen Problem: „Trotz der Hinweisschilder laufen immer wieder Hundehalter durch die Ausgleichsflächen im Weinberg. Das ist besonders kritisch, wenn die Vögel auf der Suche nach Nistmöglichkeiten und bei der Jungenaufzucht sind. Dabei gibt es doch genug Wirtschaftswege.“

Wer dagegen auf den öffentlichen Strecken bleibt und seinen Hund anleint, trägt auch zum Schutz anderer bedrohter Arten wie Rebhuhn und Heidelerche bei. Insgesamt zwölf Brutplätze wurden beim Steinschmätzer-Workshop gepflegt. Über die rege Teilnahme konnten sich die Veranstalter ebenso freuen wie über viele positive Rückmeldungen. Für Kevin und Cydney Albritton aus Deidesheim war es eine tolle Erfahrung, wie sie sagen. Auch Claudia Müller aus Landau freut sich jetzt schon auf den nächsten Workshop.

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