Wachenheim
Fussball: Nico Schubert will fünf Klassen tiefer kürzer treten
Dass ein Spieler mit dieser Qualität und in diesem Alter zu einem Verein geht, der fünf Klassen tiefer spielt, ist äußerst ungewöhnlich. Wie Wachenheims Trainer Michael Acker informierte, war der Klub nicht die Triebfeder für den Wechsel. Schubert selbst ist auf den TuS zugekommen. Damit so ein Transfer zustande kommt, müssen einige Punkte passen. „Der Hauptgrund ist, dass Nico seine Lehre beendet hat und als Kfz-Mechatroniker in einem kleinen Betrieb arbeitet“, erklärt Acker. Körperliche Arbeit, hin und wieder auch an Samstagen, und ein Job, bei dem man nicht immer pünktlich Feierabend machen könne, ließen sich mit Oberligafußball, der einen hohen Zeitaufwand für Training und Auswärtsspiele nach sich zieht, schwer verbinden. Deshalb ist nach Schuberts Abschied in Speyer ein Engagement beim Oberligisten TuS Mechtersheim, bei dem er zwei Woche mittrainierte, geplatzt.
Einen weiteren Punkt, der zu einer Veränderung der Lebensumstände führt, formuliert Acker so: „Er hat ,Hotel Mama’ verlassen und mit seiner Freundin in Lachen-Speyerdorf die erste gemeinsame Wohnung bezogen.“ Die größere Selbstständigkeit führe zu einem modifizierten Zeitmanagement. Das habe bei Schubert, den Technik, Spielwitz, Tempo und enge Ballführung auszeichnen, zum Entschluss geführt, kürzer zu treten.
Es gab auch Überlegungen, Bezirksliga zu spielen. Der kreative Mittelfeldspieler war vor seiner Zeit in Speyer, wo er zwei Jahre lang Stammspieler war, beim FV Freinsheim. Das verwarf Schubert. „Er hat mir gesagt, dass er lieber mit seinen Freunden spielen würde“, erklärt sein neuer Coach. Schubert stammt aus der Jugend des TuS und habe sich dort immer wohl gefühlt. Nicht zu vergessen: Acker, sein künftiger Trainer in Wachenheim, ist sein Stiefvater. Und auch Nicos Bruder Simon (24) spielt beim TuS. Die Summe all dieser Punkte habe dazu geführt, dass der hochtalentierte Nico Schubert künftig in der B-Klasse seine Tore schießen wird.