Erpolzheim / Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Dachse am Bahndamm werden doch nicht getötet

Dachse, die den Bahndamm zwischen Erpolzheim und Freinsheim durchlöchert haben, sollten in solchen Fallen gefangen und getötet w
Dachse, die den Bahndamm zwischen Erpolzheim und Freinsheim durchlöchert haben, sollten in solchen Fallen gefangen und getötet werden. Diese werden nun wieder abgebaut.

Dachse und andere am Bahndamm zwischen Erpolzheim und Freinsheim lebende Tiere werden nun doch nicht in Fallen gefangen und anschließend gezielt erschossen. Über die geänderte Taktik freut sich insbesondere die Tierhilfe, die alle Hebel in Bewegung setzte, um eine Tötung der Tiere abzuwenden.

Wie Arno Fickus, Sprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage mitteilte, sei es der Bahn nicht gelungen, einen Dachs in den aufgestellten Tierfallen einzufangen. Nun werde nur noch auf die Vergrämungstaktik gesetzt, die auch bereits vor dem Aufstellen der Fallen praktiziert worden sei: Um das Gelände wurde ein Elektrozaun aufgestellt und Tiere, die sich in ihren Bauten über Winter zurückgezogen hätten, wolle man versuchen, mit Hilfe von Duftstoffen zu vertreiben. „Wenn dann auch noch die Bauarbeiten der Bahn hinzukommen, die in den nächsten Wochen starten werden, dann wird es den Dachsen vielleicht dort so ungemütlich, dass sie von alleine umziehen“, vermutet Fickus. Mit Hilfe von speziellen Wildkameras werde man insbesondere nachts versuchen, die Tierbewegungen im Bahndammbereich zu beobachten. Denn tagsüber seien die nachtaktiven Tiere kaum aufzuspüren. Ein Bejagen der Dachse, so Fickus, sei sowieso laut Landesjagdverband seit Januar nicht mehr möglich. Nur Jungtiere dürften ganzjährig bejagt werden – aber nur, wenn sie Schäden in der Landwirtschaft verursachen.

Fallen stehen seit November

Mit dem Aufstellen von Fallen wurde im Auftrag der Bahn im November begonnen. Das Fangen und Töten der Tiere hatte die Bahn zuvor mit der unteren Jagdbehörde beim Kreis sowie mit dem Veterinäramt abgestimmt. Michaela Baumgarten, Vorsitzende der Tierhilfe Bad Dürkheim-Freinsheim, begrüßt, dass man den Tieren durch eine Vergrämung nun eine Chance gebe, sich woanders anzusiedeln: „Natürlich ist dies jetzt im Winter nicht ideal. Aber es ist besser, als sie zu fangen und zu töten“, sagt Baumgarten. Durch das Roden des Bahndamms seien die Tiere womöglich schon aufgeschreckt und vertrieben worden, vermutet sie.

In Gesprächen mit dem Kreisveterinäramt habe sie den Eindruck gewonnen, dass die Behörde auch an einer anderen Lösung interessiert gewesen sei. Auch der Projektleiter der Bahn habe sich offen für eine tierfreundlichere Alternative gezeigt. „Die Bahn möchte ja nur, dass die Tiere dort wegkommen. Wir hoffen, dass dies durch die jetzt beschlossenen Maßnahmen auch klappt“, so Baumgarten.

Sind die Dachse umgezogen?

Wie bereits mehrfach berichtet, haben Dachse durch ihre unzähligen Bauten mit dazu beigetragen, den Bahndamm so zu destabilisieren, dass er nach den großen Unwettern im Sommer gesperrt und von der Deutschen Bahn (DB) jetzt aufwendig saniert werden muss. Nach DB-Angaben führt die zuletzt stark gestiegene Dachspopulation nicht nur zu Problemen an Bahndämmen, sondern auch an Weinbergshanglagen. Das Unternehmen begründete die geänderte Taktik damit, dass es bisher nicht gelungen sei, in den Fallen Tiere zu fangen. Vermutlich, so die DB, seien die Dachse durch den Vegetationsrückschnitt bereits teilweise umgezogen.

Die DB hat angekündigt, in diesen Tagen mit der Baustelleneinrichtung am Bahndamm zu beginnen, bevor ab Mitte Februar mit dem Fräs-Misch-Injektionsverfahren der Untergrund verbessert werden soll. Die Sanierungsarbeiten werden laut Bahn auf der Dammkrone stattfinden. Nach den Stabilisierungsarbeiten werden die zuvor abgebauten Bahnanlagen wieder komplett aufgebaut. Ende Mai plant die Bahn, die Strecke zwischen Freinsheim und Erpolzheim wieder in Betrieb zu nehmen. Diese ist seit Mitte Juli gesperrt.

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