Bad Dürkheim „Brauchen einen Knipser“

Friedelsheim. Am vergangenen Wochenende holte TuS Friedelsheim im sechsten Saisonspiel der A-Klasse seinen ersten Punkt beim 1. FC Hambach. Am Sonntag um 15 Uhr ist nun der VfB Iggelheim zu Gast. Wie steht es um die Aussichten der Friedelsheimer? Über Stärken und Schwächen der Mannschaft sowie über sein Rollenverständnis als Trainer Monika Köhler mit Trainer Willi Ritz.

Herr Ritz, hat Friedelsheim sein Tief mit dem 2:2 in Hambach jetzt überwunden?

Noch nicht ganz, denke ich, dazu hätten wir gewinnen müssen. Im Moment kommt uns das Remis wegen des Hambacher Ausgleichs in letzter Minute immer noch wie eine gefühlte Niederlage vor. Wir hätten den Vorsprung einfach über die Zeit retten müssen. Woran lag der schlechte Saisonauftakt mit fünf Niederlagen in Folge? Wir hatten das Problem, dass wir noch kein einziges Mal, auch nicht in der Vorbereitung, auf die Mannschaft zurückgreifen konnten, wie sie geplant war. Es gab immer wieder Verletzungen, Urlauber, Kranke und dann gab es auch noch Animositäten von Spielern, die nicht auf der Bank sitzen wollten. Es hat einfach nicht gepasst. Beim knappen 0:1 gegen Heiligenstein beim Saisonauftakt haben wir noch vom Erfolg des letzten Rückrundenspiels profitiert, damit war es am zweiten Spieltag im Hainfeldspiel dann vorbei. Da sind manche Spieler in ein Loch gefallen. Fußball spielt sich zu 80 Prozent im Kopf ab. Haben Sie zwischendurch eigentlich auch mal daran gedacht einfach aufzuhören. Das Wort „aufhören“ gibt es in meinem Sprachschatz nicht. Wer aufgibt sagt, dass er selbst versagt. Ich bin in meinem Leben als Trainer nicht zum ersten Mal in dieser Situation. Im vorigen Jahr haben wir die Klasse gehalten, Trainer, Mannschaft und das ganze Drumherum war ein verschworener Haufen. Wir haben immer noch 24 Spiele vor der Brust, warum jetzt aufgeben? Wo liegen die Stärken und die Schwächen der Mannschaft? Die Schwäche der Mannschaft ist ein Kopfproblem. Wenn der Kopf nicht auf Leistung eingestellt ist, kann ich sie mit den Füßen nicht bringen. Wir erarbeiten uns immer wieder Chancen, es fehlt aber oft der Abschluss. Leistungsträger wie Tobias Bartnik in der Abwehr, Kevin Scheibe im Mittelfeld und Marco Bartnik im Sturm bringen einen unbändigen Willen mit, an guten Tagen können wir so gegen jede Mannschaft bestehen. Die Mannschaft ist charakterlich in Ordnung und funktioniert, man ist auch privat befreundet. Wie ist der nächste Gegner, VfB Iggelheim, einzuschätzen Ein fußballerisch hervorragender Aufsteiger. Alles was sie tun, tun sie mit Bedacht, ich habe sie zweimal beobachtet. Ich muss meine Mannschaft allerdings wieder umbauen, aber vielleicht können wir den Dampf des Hambach-Spiel s mitnehmen, wo wir ja auch auf Spieler von der „Zweiten“ zurückgreifen mussten. Wenn Patrick Wetzler noch eine Schippe drauflegt und Marco Bartnik zu seiner alten Form findet – wir brauchen unbedingt einen „Knipser“. (mkö)

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