Streamingtipps Neustarts im Mai: Highlights bei Netflix und Co.

„A Bridgerton Story“: India Amarteifio als „Queen Charlotte“ im Netflix-Serien-Epos.
»A Bridgerton Story«: India Amarteifio als »Queen Charlotte« im Netflix-Serien-Epos.

Das Seriendebüt von Arnold Schwarzenegger, Witziges von Kida Khodr Ramadan und ein Prequel der Kostümsaga „Bridgerton“: Wir stellen die interessantesten Neuerscheinungen vor, die im Mai bei Streaminganbietern oder im Bezahlfernsehen starten.

„Königin Charlotte“ (ab 4.5., Netflix)

Sie schnupft Tabak, hat eine spitze Zunge und ist der Fixstern der Historiensaga „Bridgerton“. Queen Charlotte, die in der Serie eine Schwarze auf dem britischen Thron ist. Nun erzählt ein Prequel ihre Vorgeschichte – nicht so frivol, aber genauso munter, bunt und emanzipatorisch beseelt wie das Original. Die Saga beginnt im Jahr 1761, als die deutsche Prinzessin Sophie Charlotte ihre Heimat in Mecklenburg verlässt, um den britischen König George zu heiraten. Im Afrolook tritt sie vor den Traualtar, angefeindet von ihrer Schwiegermutter, die sich an Charlottes Hautfarbe stört. India Amarteifio spielt die junge Königin, deren Kampf um Selbstbestimmung am Hof ein bisschen an die Sissi-Story erinnert.

„White House Plumbers“ (ab 23.5., Sky)

Die Watergate-Affäre als witzige Politsatire: In dieser HBO-Serie stehen mal nicht die Journalisten Woodward und Bernstein im Mittelpunkt, die den Skandal 1973 aufdeckten, oder US-Präsident Richard Nixon, der danach zurücktreten musste – sondern die Jungs, die im Auftrag des Weißen Hauses ins Watergate Hotel einbrachen, um die politische Konkurrenz abzuhören. Woody Harrelson und Justin Theroux spielen die Saboteure E. Howard Hunt und G. Gordon Liddy, die eigentlich die Wiederwahl des Präsidenten sichern sollen, sich dabei aber reichlich ungeschickt anstellen. Die fünfteilige Miniserie stammt von David Mandel, der auch bei der respektlosen Politsatire „Veep“ und dem brillanten „Lass es Larry“ Regie führte – seine Handschrift ist deutlich erkennbar.

„German Genius“ (ab 23.5., Warner TV)

Als Clanchef Toni Hamadi in der Gangstersaga „4 Blocks“ wurde Kida Khodr Ramadan bekannt, und mit der Serie „Asbest“ hat er einen weiteren Hit aus dem Clan-Milieu gelandet. Jetzt zeigt er sich von einer anderen, selbstironischen Seite: „German Genius“ ist eine komische und coole Mockumentary, in der Ramadan sich selber spielt. In der Serie hat Familienvater Kida genug davon, auf die Gangsterrolle reduziert zu werden, und dreht ein deutsches Remake der britischen Sitcom „Extras“ von und mit Ricky Gervais, in der ein Kleindarsteller am Set großer Filmproduktionen Stars begegnet und Chaos stiftet.

Überraschend anders: Kida Khodr Ramanda (links), hier mit Ricky Gervais in „German Genius“.
Überraschend anders: Kida Khodr Ramanda (links), hier mit Ricky Gervais in »German Genius«.

Eine Serie übers Serienmachen, die Ramadan großartig an deutsche Verhältnisse anpasst. In seiner „Extras“-Adaption mimt er selber den Statisten, Stars wie Heike Makatsch, Maria Furtwängler, Volker Schlöndorff spielen sich selber – und sogar Ricky Gervais persönlich hat einen Gastauftritt.

„Fubar“ (ab 25.5., Netflix)

Er eine lebende Legende: Arnold Schwarzenegger, der Weltstar aus Österreich. Jetzt ist der 75-Jährige in seiner ersten Serie zu sehen, und darin wird sein Action-Nimbus aus Filmen wie „Terminator“ gnadenlos veralbert – im kernigen Stil eines Buddy-Cop-Movies. Schwarzenegger muss als CIA-Agent Luke kurz vor der Pensionierung einen letzten Einsatz absolvieren – gemeinsam mit seiner Tochter, von der er nicht wusste, dass sie ebenfalls bei der CIA arbeitet.

Ab Ende Mai in „Fubar“ auf Netflix zu erleben: Arnold Schwarzenegger als Luke Brunner.
Ab Ende Mai in »Fubar« auf Netflix zu erleben: Arnold Schwarzenegger als Luke Brunner.

Papa Luke sieht in seiner toughen Kleinen immer noch das Küken und will ihr das Fluchen verbieten, während um beide herum die Fäuste fliegen und schon mal versehentlich eine Panzerfaust losgeht. „Fubar“ ist übrigens eine Abkürzung aus dem Militärjargon, es steht für „Fucked up beyond all recognition“, frei übersetzt: extrem vermasselt.

„Hohlbeins Der Greif“ (ab 26.5., Prime Video)

Wolfgang Hohlbein gilt als meistgelesener deutscher Fantasy-Autor, sein Roman „Der Greif“ wurde in Deutschland mehr als eine Million Mal verkauft. Amazon hat den Bestseller jetzt als Serie adaptiert, die Story spielt 1994 in einer deutschen Kleinstadt, wo drei Teenager in einem alten Gemäuer einen Zugang zu einer schaurigen Horrorwelt namens „Der schwarze Turm“ entdecken. Dort haust der Greif, ein unsagbar fieses Monster, das allem Lebendigen an den Kragen will – der nerdige Schüler Mark (Jeremias Meyer) ist dazu auserwählt, den Greif zu besiegen, aber er sieht sich nicht als Held, sondern plagt sich mit Familie und Liebe herum. Zielgruppe der Bücher sind Teenager, und auch die Serienadaption richtet sich eher an junge Leute.

„1923“ (ab 27.5., Paramount+)

Die Serie „Yellowstone“ über die Rancher-Sippe Dutton mit Kevin Costner ist ein weltweiter Hit – deshalb bekommt sie nun schon das zweite Prequel. Wie schon der Ableger „1883“ spielt auch „1923“ im titelgebenden Jahr, und die Besetzung ist imposant: Harrison Ford und Helen Mirren spielen das Farmer-Ehepaar Jacob und Cara Dutton – als ein böser reicher Nachbar sich ihr Land unter den Nagel reißen will, müssen die Duttons kämpfen. Western-Fans werden hier bestens bedient: Es gibt epische Bilder von Männern auf Pferden, weitem Farmland und Rinderherden, dazu historisches Kolorit aus der Zeit vor der Großen Depression. Was „1923“ jedoch zu etwas Besonderem macht ist, dass ein eigener Handlungsstrang die Unterdrückung indigener Amerikaner durch die Kirche thematisiert – schonungslos, aber ehrlich.

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