Nachruf RHEINPFALZ Plus Artikel „Love Story“-Star Ryan O’Neal mit 82 Jahren gestorben

Ryan O’Neal.
Ryan O’Neal.

Über fünf Jahrzehnte ist es her, dass der amerikanische Schauspieler Ryan O’Neal mit dem Film „Love Story“ zum weltweit populären Star wurde. Der Ruhm währte nur kurz, man hat schon lange nichts mehr von ihm gehört. Am späten Freitagabend ist er in Los Angeles gestorben. Der Beau von einst wurde 82 Jahre alt.

Als Erich Segals tränenreich-traurige Romanze vom College-Liebespaar verfilmt wurde, waren O’Neal und seine Partnerin Aly MacGraw bereits gestandene Endzwanziger. Der Sohn eines Drehbuchautors und einer Schauspielerin, der zeitweilig die US-Highschool in München besuchte, fing als Lichtdouble in den Bavaria-Studios an und fand in Hollywood dauerhafte Beschäftigung in einer Fernseh-Seifenoper.

Dann kam die publikumswirksam schnulzige „Love Story“ samt Oscar- und Golden-Globe-Nominierung, dazu die italienische Donatello-Statuette und zweimal hintereinander der Popularitäts-Preis der deutschen Jugendzeitschrift „Bravo“. Wenn behutsam dosierter Kitsch kommerzielle Kronen erringt, ist er wohl schon wieder Kunst. Dennoch mochte sich Ryan O’Neal nicht aufs Klischee des rührselig entsagungsvollen Liebenden festlegen lassen.

 O'Neal küsst Ali MacGraw hinter der Bühne während der Oscar-Verleihung
O'Neal küsst Ali MacGraw hinter der Bühne während der Oscar-Verleihung

Er suchte den Kontrast und spielte in der wunderbar verschrobenen Komödie „Is’ was, Doc?“ (1972) neben Barbra Streisand einen weltfremden Musik-Archäologen. Regisseur des temporeichen Slapsticks war Peter Bogdanovich, der ihn im Folgejahr in der tragikomischen Landstraßen-Saga „Paper Moon“ nicht nur als smarten Trickbetrüger besetzte, sondern ihm seine leibliche Tochter Tatum O’Neal als Partnerin zur Seite stellte.

Ihr schwer zerrüttetes Verhältnis sowie vielerlei Liebes-, Ehe- und Scheidungshändel trugen dem drogenkonsumfreudigen Lebemann einen Stammplatz in den Klatschmagazinen ein. Als Schauspieler fiel er nur noch in zwei seiner gut 60 Kino- und Fernsehfilme auf.

Es ging nur noch bergab

Stanley Kubrick gab ihm 1975 die Titelrolle im opulenten Rokoko-Sittengemälde „Barry Lyndon“. Schließlich spielte er in Walter Hills hartem Action-Thriller „Driver“ (1978) den namenlosen Fluchtwagenfahrer, der von einem krankhaft ehrgeizigen Polizisten gejagt wird.

Der „Love-Story“-Fortsetzung (Titel: „Olivers Story“, 1978) blieb ebenso wie einem Wiederbelebungsversuch für „Is’ was, Doc?“ („Was, du willst nicht?“, 1979) künstlerischer und kommerzieller Erfolg versagt. Die Filmindustrie reagierte nach den Gesetzen des Markts: Der eben noch als Superstar gehandelte und entlohnte Mime galt in der Branche als Kassengift.

Schließlich ergatterte Ryan O’Neal in der Fernsehserie „Bones, die Knochenjägerin“ eine nette Altersrolle als Vater der Heldin. Vor zweieinhalb Jahren bekamen er und seine „Love-Story“-Partnerin Ali MacGraw jeweils einen Stern auf der Ruhmesstraße von Hollywood.

Es bleiben die Plaketten

Die Plaketten werden bleiben – und jener Satz fürs Poesiealbum, den die sterbende Studentin in der „Love Story“ ihrem verzweifelten Gefährten hinterlässt: „Lieben heißt, niemals um Verzeihung bitten zu müssen.“

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