Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Der neue Führungsspieler des FK Pirmasens

Aus seinen 14 Profi-Jahren große Kulissen gewohnt: Tobias Jänicke (links), hier im Trikot des 1. FC Saarbrücken beim Gastspiel a
Aus seinen 14 Profi-Jahren große Kulissen gewohnt: Tobias Jänicke (links), hier im Trikot des 1. FC Saarbrücken beim Gastspiel an der Essener Hafenstraße. Für den FCS, mit dem er zweimal Meister wurde und das DFB-Pokal-Halbfinale erreichte, erzielte er in 185 Ligaspielen 24 Tore.

Der FKP erwartet am Samstag die TSG Pfeddersheim zum ersten Oberliga-Heimspiel nach der Winterpause. Es ist auch das erste Punktspiel mit Tobias Jänicke auf der Husterhöhe. Der langjährige Profifußballer, an der Ostsee groß geworden, will in der Pfalz seine zweite berufliche Karriere starten.

Es war der wohl spektakulärste Transfer im Winter 2023/24 in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: Tobias Jänicke wechselte nach 14 Profijahren bei Hansa Rostock, Dynamo Dresden, Wehen Wiesbaden und beim 1. FC Saarbrücken zum FK Pirmasens, der die Vizemeisterschaft und die damit verbundene Teilnahme an der Regionalliga-Aufstiegsrunde noch nicht abgeschrieben hat. „Der Verein hat sich sehr, sehr um mich bemüht. In Pirmasens habe ich eine Perspektive auf und neben dem Platz“, erklärt der ehemalige U20-Nationalspieler seine Entscheidung.

Jänicke wird diesen Monat 35. Sein Vertrag beim Drittligisten Saarbrücken, wo er sechs Jahre lang eine feste Größe war, zweimal Regionalligameister wurde und ins DFB-Pokal-Halbfinale einzog (auch dank zweier Jänicke-Tore gegen den 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf), lief vergangenen Sommer aus. Ein neues Engagement im Profifußball ergab sich nicht. Ein halbes Jahr lang hielt sich der Wahl-Völklinger beim saarländischen Oberligisten FV Diefflen fit. „Ich bin dankbar dafür, dass ich dort mittrainieren durfte“, betont Jänicke.

Abi, Zivildienst, dann Profi

Es galt, beruflich einen Weg außerhalb des Fußballs einzuschlagen. Eine Ausbildung oder ein Studium hat er nicht gemacht. Denn direkt nach dem Abitur in Rostock und dem Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz war der gebürtige Neubrandenburger Profifußballer bei Hansa Rostock geworden. Der FKP helfe ihm dabei, die zweite Karriere zu starten. „Feuerwehr oder Polizei sind Möglichkeiten. Gespräche laufen. In den nächsten Wochen wird sich eine Lösung finden.“ Bleibt er beruflich in der Region, dürfte der verheiratete Vater von zwei Kindern auch über die Saison hinaus für Pirmasens Fußball spielen.

Wie gut Tobias Jänicke das immer noch kann, zeigte er gleich in seinem ersten Oberligaspiel für „die Klub“ am vergangenen Samstag. Zum 4:0-Sieg in Bitburg steuerte der Ex-Zweitligaspieler zwei schöne Treffer und eine Torvorlage bei. Trainer Martin Gries ist voll des Lobes über seinen neuen Führungsspieler.

Dieser kannte von seinen jetzigen Mannschaftskollegen bis zum ersten Training auf der Husterhöhe am 30. Januar „niemand so richtig, nur einige als Gegner“. 2018 und 2019 spielte er mit Saarbrücken insgesamt dreimal gegen den FKP, dreimal gewann er, dreimal war er Rechtsaußen.

Die Vorteile im Zentrum

Nun agiert er bei den Pirmasensern im zentralen offensiven Mittelfeld. „Ich habe von klein auf im Zentrum gespielt, dann war ich aber auch links und rechts unterwegs. Da konnte es aber auch mal vorkommen, dass man auf seiner Seite ,verhungerte’“, erzählt Jänicke und fügt lachend hinzu: „Außerdem kann man im Zentrum den einen oder anderen Laufweg weglassen, den man außen machen muss. Das ist auch nicht schlecht.“

Über den Gegner am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) im Framas-Stadion, die TSG Pfeddersheim, will er sich nicht äußern, dazu kenne er die Oberliga noch nicht gut genug. Aber natürlich ist der FKP – mit dem nach verbüßter Rot-Sperre wieder einsatzberechtigten Ex-Profi Daniel Bohl – im Heimspiel gegen die Abstiegskampf steckenden Rheinhessen Favorit, auch wenn es im Hinspiel nur zu einem 3:3 reichte.

Übrigens: Eine Stärke von Tobias Jänicke ist, dass er mit beiden Füßen gut mit dem Ball umgehen kann. „Der rechte Fuß ist der bessere, aber den linken habe ich nicht nur zum Stehen“, merkt er schmunzelnd an.

Toller Einstand: Tobias Jänicke traf in Bitburg bei seinem ersten Oberligaspiel für den FKP zweimal und lieferte für ein weitere
Toller Einstand: Tobias Jänicke traf in Bitburg bei seinem ersten Oberligaspiel für den FKP zweimal und lieferte für ein weiteres Tor die Vorlage. Tim Hecker (rechts) war einmal erfolgreich.
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