1. FC KaiserslauternZweite Liga, der FCK und die Angst vor dem Absturz: Eng, enger, Abstiegskampf
Tor im Abstiegskampf der Traditionsklubs: Filip Stojilkovic trifft beim Lauterer 4:1 gegen Schalke.
Noch sechs Spieltage stehen an. Wer hat die besten Aussichten, sich zu retten, und wo landet am Ende der FCK? Die RHEINPFALZ wagt eine Prognose.
Es gibt noch unzählige direkte Aufeinandertreffen von Mannschaften, die im Tabellenkeller der Zweiten Liga gegen den Absturz ankämpfen, so dass es vermutlich bis in die letzten Minuten des letzten Spieltages dauern wird, ehe entschieden ist, wer absteigen muss, wer in der Relegation gegen den Tabellendritten der Dritten Liga eine weitere Möglichkeit bekommt, drinzubleiben, und wer direkt die Rettung feiern kann.
Der 1. FC Nürnberg (37 Punkte) und die SV Elversberg (36) können theoretisch noch in den Abstiegsschlamassel hineinrutschen, müssten dafür aber praktisch ab sofort alle Spiele verlieren. Weil diese Wahrscheinlichkeit gering ist, spielen die Franken und die Saarländer in der RHEINPFALZ-Betrachtung eine untergeordnete Rolle.
Magdeburger Hoffnungsträger aus der Pfalz: Baris Atik.
Mit nur zwei Punkten aus den zurückliegenden fünf Ligaspielen sind die Magdeburger statistisch das aktuell formschwächste Team im Tabellenkeller. Trainer Christian Titz, ein gebürtiger Mannheimer, muss mit seiner Mannschaft einen Umschwung hinbekommen. Nach der Partie gegen den HSV warten die direkten Duelle in Rostock, gegen Osnabrück und in Kaiserslautern, in denen gepunktet werden muss. Faustpfand auf dem Weg zum Ligaerhalt soll ein gebürtiger Frankenthaler sein: Offensivspieler Baris Atik. Ein Nachteil für den FCM: Der Ansatz des Ballbesitzfußballs funktioniert nicht so gut, wenn eine Verunsicherung spürbar ist. Rettungschance: 40 Prozent, Platz 15.
Der große FC Schalke 04 hatte wahrlich andere Ziele vor der Saison, und überhaupt ist der Kader viel zu gut besetzt, um absteigen zu können. Das ist die allgemeine Meinung über die „Knappen“, und darin lauert die große Gefahr. Die Größe des Klubs kann die Sicht auf die Dinge beim Bundesligaabsteiger vernebeln. Selbst sechs Spieltage vor Schluss scheint noch nicht jeder in und um Gelsenkirchen begriffen zu haben, dass der Absturz in die Drittklassigkeit ein realistisches Szenario ist. Helfen kann bei der Rettung aber die Heimstärke und – schließlich ist das ein Fakt – die Qualität im Kader von S04. Rettungschance: 60 Prozent, Platz 12.
SV Wehen Wiesbaden, 31 Punkte, 31:38 Tore: Beim SV Wehen Wiesbaden versuchen die Verantwortlichen seit Wochen, die Hektik abzuwehren, die der Abstiegskampf mit sich bringt. Das gelang zunächst gut, doch nach den Niederlagen zuletzt gegen Osnabrück und in Rostock ist die Ruhe beim Aufsteiger dahin. Die Sorgen sind größer geworden, die Abstiegszone ist bedrohlich nahe gekommen. Das Restprogramm liest sich auf dem Papier schwer, denn in den Heimspielen müssen die Hessen gegen die Topteams Düsseldorf, Kiel und St. Pauli ran. Hinzu kommt die Unruhe durch den von Sportdirektor Paul Fernie angekündigten Wechsel zum Saisonende zum SV Darmstadt 98. Daraufhin wurde Fernie gerade erst vorzeitig von seinen Aufgaben entbunden. Rettungschance: 35 Prozent, Platz 16.
Hansa Rostock, 31 Punkte, 27:44 Tore: Nach dem klaren 0:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern Anfang März sah Hansa wie ein designierter Absteiger aus. Die Leistung war schlecht und die Stimmung mit düster wohlwollend umschrieben. Doch seither haben die Rostocker drei von vier Spielen gewonnen und sind über den Strich geklettert. Der Vorteil des Traditionsklubs von der Ostsee ist der Umstand, dass sie die Situation kennen, gegen den Abstieg ankämpfen zu müssen. Im Moment halten Klubspitze, Mannschaft und Fans zusammen. Doch das Miteinander ist fragil, bei Rückschlägen in den nun anstehenden Duellen bei der Hertha in Berlin und gegen Magdeburg droht ein Rückfall ins Chaos. Rettungschance: 45 Prozent, Platz 13.
Rostocker Torjubel gegen Wehen Wiesbaden.
Eintracht Braunschweig, 30 Punkte, 30:41 Tore: Die Braunschweiger haben, ganz ähnlich wie die Rostocker, den Vorteil, dass sie seit dem ersten Spieltag darauf eingestellt sind, um den Ligaverbleib kämpfen zu müssen. Im Saisonverlauf haben die Niedersachsen schon ein paar Krisen gemeistert und sich durch eine Siegesserie überhaupt die Chance erarbeitet, in der Zweiten Liga bleiben zu können. In den anstehenden Nordduellen gegen Hannover, in Osnabrück und gegen den HSV müssen aber Punkte her, sonst wird es eng. Rettungschance: 30 Prozent, Platz 17.
1. FC Kaiserslautern, 29 Punkte, 44:56 Tore: Zwei gute Leistungen (gegen Düsseldorf und beim HSV), die den Roten Teufeln aber keine Punkte brachten, haben die Lage auf dem Betzenberg wieder deutlich verschärft. Dennoch hält der FCK noch viele Trümpfe in der Hand, denn in den drei ausstehenden drei Heimspielen kann das Team von Friedhelm Funkel gegen die direkten Konkurrenten Wehen Wiesbaden, Magdeburg und Braunschweig punkten, um die Klubs hinter sich zu lassen. Als aktueller 17. in der Tabelle ist aber klar, dass sich die Lauterer keine Ausrutscher mehr erlauben dürfen. Eine Niederlage am kommenden Freitag in Fürth würde den Druck nochmals erhöhen. Rettungschance: 45 Prozent, Platz 14.
VfL Osnabrück, 24 Punkte, 27:53 Tore: Der Aufsteiger hat nur noch minimale Chancen, den Ligaverbleib zu sichern, dabei ist der VfL von den Teams im Keller das mit der besten aktuellen Form. Vier Siege in den zurückliegenden sechs Partien reichten aber nicht, um den riesigen Rückstand nach der desolaten Vorrunde entscheidend zu verringern. Immerhin können sich die Osnabrücker an den Spielplan klammern, der nach dem schweren Spiel am kommenden Wochenende in Kiel bekommt es der VfL nacheinander mit Braunschweig (H), Magdeburg (A) und Schalke (H) zu tun. Rettungschance: 5 Prozent, Platz 18.
An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.
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