1. FC Kaiserslautern
Daniel Hanslik im Abstiegskampf der Roten Teufel: Plötzlich wieder wichtig
Daniel Hanslik geht es nicht anders als seinen Teamkollegen beim 1. FC Kaiserslautern. Im Nebenjob könnte sich der 27-Jährige derzeit als Kartenhändler verdingen, wenngleich damit wohl kein Geld zu verdienen wäre. „Es geht schon in den dreistelligen Bereich, aber viele davon melden sich bei meiner Familie“, sagt Hanslik und muss schmunzeln. Bei ihm wollen gerade viele Menschen ausloten, ob der Stürmer der Roten Teufel in der Lage wäre, Tickets für das große Spiel zu besorgen. Das Finale im DFB-Pokal, in dem der Zweitligist auf den designierten deutschen Meister Bayer Leverkusen trifft, wirft seine Schatten voraus. Auch wenn beim FCK dieses Thema im Moment klein gehalten werden soll, was dem Kampf gegen den Abstieg in der Liga geschuldet ist.
Erst Startelf, dann aus dem Kader geflogen
Immerhin stehen die Chancen gut, dass Hanslik – körperliche Fitness vorausgesetzt – im Berliner Olympiastadion im Kader der Roten Teufel stehen wird. Er ist inzwischen wieder wichtig, nachdem er schwere Monate hinter sich gebracht hat. „Man muss bei sich bleiben“, versucht Hanslik zu erklären, wie es ihm gelang, professionell und optimistisch zu bleiben, als er Tiefschläge wegstecken musste. Besonders rasant war der emotionale Fall zu Beginn dieses Jahres. Zum Rückrundenstart hatte ihn der damalige Trainer Dimitrios Grammozis einigermaßen überraschend beim Tabellenführer FC St. Pauli in die Startformation berufen. In Hamburg zeigte Hanslik eine engagierte, aber glücklose Vorstellung, der FCK verlor 0:2. Fortan wurde Hanslik unter Grammozis nicht mehr gebraucht, denn in den nächsten Spielen schaffte er es nicht mehr in den Spieltagskader.
Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm das unter dem Grammozis-Nachfolger Friedhelm Funkel noch einmal passiert. Zumindest zeigte sich der aktuelle FCK-Trainer einen Tag vor der Partie bei der SpVgg Greuther Fürth (Freitag, 18.30 Uhr, Liveblog bei rheinpfalz.de) begeistert von dem Spieler mit der Trikotnummer 19. „Der Hansi ist wichtig für den Verein und wichtig für die Mannschaft, er hat einen großen Wert“, lobte Funkel Daniel „Hansi“ Hanslik. Zwar sei nicht sicher, dass die Offensivkraft in jeder Partie in der Startformation stehe, aber auch als Einwechselspieler habe er einen Wert für das Team.
Hanslik hat Funkel von seinen Fähigkeiten überzeugt, der Trainerwechsel hatte für ihn persönlich einen positiven Effekt. Bislang ist dem Stürmer in der laufenden Saison noch kein Treffer gelungen, aber das bedeutet nicht, dass er seinen Job schlecht ausfüllt. Hanslik sorgt mit seinen Läufen in die Tiefe für Unruhe beim Gegner, er macht beim Anlaufen Druck auf die Defensivspieler des Gegners. Er bereitet mit seiner Spielweise Tore vor, ohne direkt an ihnen beteiligt sein zu müssen. Im Kampf um den Ligaverbleib hilft Hanslik den Roten Teufeln mit seiner Art, Fußball zu spielen.
Ein Mann für ganz wichtige Tore
Im für Hanslik besten Fall bleibt das auch über den 30. Juni hinaus so. Der Vertrag des Angreifers, der seit 2020 beim FCK ist, endet im Sommer, könnte aber verlängert werden. „Es geht darum, welche Perspektive es gibt“, sagt Hanslik mit Blick auf die Zukunft. Er ist nicht nervös, weil die Zukunft ungeklärt ist, würde aber grundsätzlich gerne in der Pfalz bleiben. Die Voraussetzung dafür: Die Verantwortlichen im Klub möchten ihn halten und zeigen ihm auf, dass er künftig ein fester Bestandteil des Teams bleibt.
Vorerst gilt die Aufmerksamkeit aber dem nächsten Training und dem nächsten Spiel, es gilt für Klub und Spieler, in der Zweiten Liga zu bleiben. Im Endspurt der Saison dürfte er noch ein paar Chancen bekommen, dabei mitzuhelfen. Vielleicht wird sein erstes Saisontor ein wichtiges sein. So wie vor knapp zwei Jahren. Im Relegationsrückspiel bei Dynamo Dresden schoss Hanslik beim 2:0-Sieg den ersten Treffer und ebnete dem FCK damit den Aufstieg in die Zweite Liga. Diese Heldentat haben ihm die Fans auf dem Betzenberg nicht vergessen.

