1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 0:2 in Magdeburg: Dritte Auswärtsniederlage in Folge für den FCK

Andreas Luthe (links) entschärfte gestern so manche Magdeburger Chance. Beim 2:0 durch Ito aber war der FCK-Torwart machtlos.
Andreas Luthe (links) entschärfte gestern so manche Magdeburger Chance. Beim 2:0 durch Ito aber war der FCK-Torwart machtlos.

In der Rückrunde bleibt der 1. FC Kaiserslautern auswärts ein Punktelieferant. In den vier Partien verlor der FCK dreimal – am Freitag verdient mit 0:2 (0:1) beim 1. FC Magdeburg.

Als die Spieler des 1. FC Magdeburg kurz nach 12 Uhr in ihrem an der Alten Elbe gelegenen Mannschaftshotel zum Mittagsbuffet schritten, wirkten sie nicht besonders ausgelassen, eher konzentriert, und wer mochte, konnte ein wenig Anspannung in ihren Gesichtern erkennen. Verwunderlich wäre dies nicht gewesen, schließlich hatten die Schützlinge von Trainer Christian Titz in dieser Zweitliga-Saison überhaupt erst zwei Heimspiele gewonnen und den zweiten der beiden Erfolge am 2. Oktober des vorigen Jahres begangen. Am Essen im „Elb“ wird es nicht gelegen haben, aber der Heimfluch trieb am Abend nicht mehr sein Unwesen – sehr zum Verdruss des FC Kaiserslautern, der mit 0:2 unterlag, bei 38 Zählern hängen blieb und weiter darauf warten muss, die als Ziel ausgelobte Marke von 40 Punkten zu durchbrechen. Die Aufenthaltsgenehmigung im Unterhaus des deutschen Fußballs wird auch so um ein Jahr verlängert werden, daran besteht kein Zweifel.

Gegen HSV und Heidenheim am Samstagabend

Um noch einmal oben angreifen zu können, bräuchte es jetzt schon eine beachtliche Serie. Daran jedoch sollte man nach der Leistung in Magdeburg keinen Gedanken verschwenden. Die auf den Rängen zwei und drei platzierten Teams aus Heidenheim und Hamburg können an diesem Wochenende bis auf sieben Zähler davonziehen. Beide Kontrahenten empfangen die Roten Teufel an Samstagen zur besten Sendezeit, wie die Deutsche Fußball-Liga am Freitagmittag öffentlich machte: den 1. FC Heidenheim am 1. April, den HSV am 15. April, jeweils ab 20.30 Uhr. Topspiele unter Flutlicht, in einem vermutlich ausverkauften Fritz-Walter-Stadion. Die Fans frohlocken schon jetzt.

Mark Forster im Fanblock

Um die 2000 mitgereiste Anhänger unterstützten den FCK in Magdeburg. Der deutsche Sängerstar Mark Forster stand eine Halbzeit im Lauterer Fanblock. Trainer Dirk Schuster überraschte mit seiner Aufstellung. Weniger mit der aus Boris Tomiak, Kevin Kraus und Nicolai Rapp bestehenden Dreierreihe in der Defensive, vielmehr damit, dass er Ben Zolinski anstelle von Philipp Hercher in die Offensive beorderte. Erik Durm verteidigte als Schienenspieler rechts anstelle von Kapitän Jean Zimmer. Robin Bormuth und Kenny Prince Redondo standen aufgrund muskulärer Probleme wie erwartet nicht im Kader.

In der Anfangsphase schien es, als wollte der FCK auf Betteltour gehen. Auf Betteltour nach einem Gegentor. Andreas Luthe musste bereits in der zehnten Minute sein Können unter Beweis stellen. Nach einer Kombination über Baris Atik und Luc Castaignos kam Mohammed El-Hankouri zum Abschluss, der Torhüter des FCK hob zur Flugeinlage ab und parierte. Eine Minute später bat El-Hankouri Luthe abermals zum Privatduell, wieder siegte der Schlussmann. Der Gast stand unter Druck, sorgte kaum für Entlastung. Gleichwohl wäre er beinahe in Front gezogen, doch Terrence Boyd stand bei seinem Abstaubertor im Abseits (18.).

Ritter kurz vor Platzverweis

Langsam konnte der FCK die Partie ein wenig ausgeglichener gestalten. Boris Tomiak prüfte Magdeburgs Keeper Dominik Reimann mit einem Flachschuss (28.). Nach vorne blieben die Roten Teufel aber insgesamt furchtbar harmlos, hinten erlaubten sie sich vor der Pause noch den einen Fehler zu viel. Rapp verschluderte den Ball, über Castaignos und Ceka kam das Runde zu Moritz Kwarteng – der Luthe keine Chance ließ (41.).

Für den gelbverwarnten Marlon Ritter war der Arbeitstag bei Halbzeit beendet. Zu groß war die Gefahr eines Platzverweises. Schuster ersetzte Ritter durch Lex Tyger Lobinger, der neben Boyd als zweite Spitze agierte. Der glücklose Zolinski rückte ins defensive Mittelfeld. Am Spiel des FCK änderte sich nichts. Schusters Mannen brachten kaum etwas zuwege. Mehr noch, nach 65 Minuten führte der Gastgeber mit 2:0. Atik spielte Tatsuya Ito frei, der schloss eiskalt ab. Wenig später hatte Castaignos den dritten Treffer auf dem Fuß.

Opoku bringt frischen Wind

Erst in der Endphase schien der FCK zu erwachen. Der eingetauschte Aaron Opoku, gemeinsam gekommen mit Philipp Hercher und Nicolas de Préville sorgte in 20 Minuten allein für mehr Betrieb als die komplette Mannschaft davor. Die sechste Saisonniederlage ist höchst verdient, auch wenn Hercher noch das Anschlusstor auf dem Fuß hatte. Doch der Jubel blieb den FCK-Fans verwehrt.

„Das war unsere absolut beste Saisonleistung. Wir waren in allen Bereichen die bessere Mannschaft“, sagte der aus Frankenthal stammende Baris Atik, Regisseur des FC Magdeburg.

So spielen sie

FC Magdeburg: Reimann - Heber, Lawrence, Gnaka (81. Sechelmann) - Bockhorn (81. Ullmann), Kwarteng, Condé, El Hankouri - Ceka (46. Ito), Castaignos (77. Krempicki), Atik (88. Brünker)

1. FC Kaiserslautern: Luthe - Tomiak, Kraus, Rapp (71. Opoku) – Durm, Zuck - Niehues, Ritter (46. Lobinger) - Klement - Zolinski (71. Hercher), Boyd (71. de Préville)

Tore: 1:0 Kwarteng (41.), 2:0 Ito (65.) - Gelbe Karten: Heber (3), Ceka (3), Bockhorn (3) – Niehues (5), Boyd (4), Ritter (4), Klement (4) - Beste Spieler: Atik, Bockhorn, El Hankouri, Kwarteng – Luthe - Zuschauer: 24.582 - Schiedsrichter: Bacher (München).

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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