Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Warum man über die „Schutzzonen“-Kampagne berichten muss

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Die rechtsextreme NPD ist in der Bedeutungslosigkeit versunken - und buhlt nach Aufmerksamkeit.

Wer Aufmerksamkeit will, muss provozieren. Das weiß auch die NPD. Dennoch müssen Medien über Provokationen wie „Schutzzone“ berichten.

Es ist offensichtlich: Mit ihrer „Schutzzonen“-Kampagne will die NPD Aufmerksamkeit erreichen. Die rechtsextreme Partei ist in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Da versprechen gezielte Provokationen – und das sind Neonazis, die sich als Sheriffs aufspielen allemal – endlich wieder eine größere Präsenz in den Medien. Eine Übung, die der NPD seit dem Erstarken der AfD und deren Skandalen immer schwerer fällt – man denke nur an den Presserummel nach Alexander Gaulands „Vogelschiss“-Aussage. Sollten Medien also besser nicht über „Schutzzone“ berichten?

Doch, sie müssen es sogar. Die NPD gibt sich auf den ersten Blick nicht als Initiatorin der „Schutzwesten“-Kampagne zu erkennen, will besorgte Bürger durch die Hintertür einfangen. Aufgabe des Journalismus ist es aber, zu informieren. Dazu gehört auch der Umstand, dass unser Sicherheitsempfinden uns oft einen Streich spielt. Unsere Straßen und Feste sind längst nicht so unsicher, wie wir manchmal glauben mögen.

Statistiken belegen, dass das Risiko, auf offener Straße Opfer eines Kriminaldelikts zu werden, historisch niedrig ist. Die dennoch existierenden Ängste auszunutzen, ist schäbig, aber kein Alleinstellungsmerkmal der NPD. Dass die Rechtsextremen unter dem Mantel der „Schutzzonen“-Kampagne Wahlempfehlungen für die AfD geben, ist für die AfD zumindest peinlich, zeigt es doch, dass die NPD hier eine inhaltliche Nähe sieht. Auf Nachfrage ist die AfD denn auch überaus darauf bedacht, jegliche Verbindungen zu „Schutzzonen“ von sich zu weisen.

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