Ludwigshafen / Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen und Speyer planen nächtliche Ausgangssperren

Nächtliches Ludwigshafen: Blick von Mannheim auf die Rhein-Galerie.
Nächtliches Ludwigshafen: Blick von Mannheim auf die Rhein-Galerie.

Weil sich die Corona-Fallzahlen in Deutschland weiter auf hohem Niveau bewegen, mahnt das Robert-Koch-Institut eine deutlicher stärkere Eindämmung des Virus an. Mannheim hat bereits härtere Maßnahmen eingeleitet, zwei pfälzische Städte wollen folgen.

Wegen ausufernder Corona-Infektionszahlen gilt bereits ab dem Wochenende in Mannheim eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Das kündigte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) am Donnerstag an. Die Regelung soll am Freitag in Kraft treten und für acht Tage zwischen 22 und 5 Uhr gelten. Zum Verlassen des Hauses benötige man dann „triftige Gründe“ wie berufliche Tätigkeiten, diese müsse man bei einer Kontrolle glaubhaft machen können.

Mannheim ist mit 217 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche (Stand Mittwoch) einer von aktuell sechs baden-württembergischen „Hotspots“. Die Landesregierung in Stuttgart einigte sich am Donnerstag generell auf nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen.

Beschränkung soll von 21 bis 5 Uhr gelten

Als Reaktion auf die Mannheimer Entscheidung will Ludwigshafen ab Samstag nachziehen. Das kündigte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) an. „Mannheim und Ludwigshafen sind ein Wohn-Lebens- und Arbeitsraum, wir müssen vergleichbare Verfügungen haben“, sagt Steinruck. Die Stadt habe am Donnerstagnachmittag einen entsprechenden Allgemeinverfügungsentwurf zur Genehmigung an die Behörden der Landesregierung in Mainz geschickt. Der Entwurf sieht nach RHEINPFALZ-Informationen genau wie in Mannheim eine Ausgangsbeschränkung von 21 Uhr bis 5 Uhr vor mit Ausnahmen. Auch Speyer will vergleichbare Regelungen treffen.

Die sogenannte Inzidenz lag am Donnerstag in Rheinland-Pfalz bei 122,6 und damit nur geringfügig unter dem Wert der Vorwoche (128,2). Ein Schwerpunkt der aktuellen Infektionen im Bundesland liegt in der Pfalz. So ist die Inzidenz in Speyer mit 304,6 und in Ludwigshafen mit 304,2 am höchsten. Danach folgen Frankenthal (250,2) und der Rhein-Pfalz-Kreis (229,6). Am niedrigsten ist die Inzidenz im Kreis Bernkastel-Wittlich mit 40,9. Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz haben am Donnerstag 1047 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das ist der höchste Wert seit drei Wochen.

RKI rechnet mit vielen weiteren Todesfällen

Die Anzahl der neuen Fälle in Deutschland muss aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich gesenkt werden, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, die Beschränkungen der vergangenen Wochen hätten die Fallzahlen als ersten Erfolg stabilisiert, doch sie seien immer noch zu hoch. Ziel bleibe, „die Infektionen auf ein Level zu senken, mit dem wir alle umgehen können“. Die Anzahl der schweren Verläufe und Todesfälle steige weiter von Woche zu Woche, zu rechnen sei mit vielen weiteren Fällen. „Bitte lassen Sie uns alle unsere Kontakte reduzieren“, sagte Wieler.

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