USA
Geheimplan für Angriff und Golfshirts: Kurioser TV-Auftritt bringt Trump Probleme
Hätte er seine Anwälte gefragt, wäre das Interview wohl nie zustande gekommen. Doch Donald Trump hält sich für seinen besten Verteidiger. So saß der wegen Justizbehinderung und Spionage angeklagte Ex-Präsident zur besten Sendezeit bei Fox News und tat das, wovon Juristen grundsätzlich dringend abraten: Er plauderte über seinen Fall.
Auch dank des bestens präparierten Moderators Bret Baier, einem der letzten kritischen Nicht-Propagandisten bei dem rechten Sender, wurde der Dialog zu einer Sternstunde des Fernsehens. Trump versuchte sich erneut als Opfer einer politischen Intrige zu inszenieren, fabulierte über seinen angeblichen Wahlsieg im Jahr 2020 und behauptete, dass ihm die aus dem Weißen Haus mitgenommenen vertraulichen, geheimen und streng geheimen Unterlagen gehören, was ihm jedes Mal energischen Widerspruch von Baier einbrachte.
Golfshirts und Geheimakten: „Da war viel Zeug“
Noch bedeutsamer war, dass Trump den Vorwurf von Sonderermittler Jack Smith, dass er Regierungsunterlagen wissentlich zurückhielt, ungewollt bestätigte und sich im Falle eines mutmaßlichen militärischen Geheimplans für einen Angriff auf den Iran, den er Dritten gezeigt haben soll, in Widersprüche verwickelte. „Das ist juristisch bemerkenswert“, staunte nicht nur der konservativ-libertäre Verfassungsrechtler Jonathan Turley, der in beiden Impeachment-Verfahren auf Trumps Seite gestanden hatte: „Äußerungen dieser Art können in Verfahren herangezogen werden“, kommentierte der Professor bei Twitter.
Obwohl zwischen dem Wahltermin und der Amtsübergabe zweieinhalb Monate liegen, will Trump das Weiße Haus „in ziemlicher Eile“ verlassen haben. In die Kartons, die er in sein Privatdomizil Mar-a-Lago in Florida schaffen ließ, seien daher nicht nur Akten gepackt worden: „Die Kisten waren vollgestopft auch mit allen Arten von Sachen: Golfshirts, Kleidung, Hosen, Schuhe. Da war viel Zeug.“
„Nicht ans Nationalarchiv aushändigen“
„Ich wollte das nicht an das Nationalarchiv aushändigen“, bestätigte der Ex-Präsident ungewollt die Anklage, die ihm unter anderem das wissentliche Zurückhalten von Hunderten Regierungsdokumenten vorwirft. Zuvor habe er seine „persönlichen Sachen“ heraussuchen wollen, sei dazu aber nicht gekommen.
Juristisch geschulte Beobachter bezweifeln stark, dass sich Trump mit dem Auftritt einen Gefallen getan hat.