Rente
Anzahl deutscher Rentner im Ausland auf Rekordhöhe
Den Traum, den Ruhestand in sonnigen Gefilden zu genießen, hegen vermutlich viele Deutsche. Teneriffa, die Costa Blanca oder Mallorca dürften eine große Anziehungskraft ausüben, doch werden diese Regionen von deutschen Auslandsrentnern nicht am häufigsten als fester Wohnsitz auserkoren.
Vielmehr ist Österreich das Lieblingsland all derer, die sich – wie es offiziell heißt – „auf der Grundlage ihrer Beitragszahlungen einen Rentenanspruch erworben“ und zum Umzug ins Ausland entschieden haben. Über 28.000 Deutsche erhalten im südöstlichen Nachbarland ihre monatliche Zahlung von der deutschen Rentenversicherung. Damit hat Österreich die Schweiz als Lieblingsland der deutschen Auslandsrentner abgelöst.
Das geht aus dem „Rentenatlas 2022“ hervor, den die Rentenversicherung jährlich erstellt. Demnach genießen über 250.000 Deutsche ihren Lebensabend im Ausland– so viele wie noch nie. In der Rangfolge der Beliebtheit folgen nach Österreich die Länder Schweiz (27.100), Spanien (22.500) und USA (22.400).
Die meisten Zahlungen der deutschen Rentenversicherung ins Ausland gehen jedoch an ausländische Versicherte, die in Deutschland gearbeitet haben: 1,4 Millionen Rentner mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit erhalten in ihrer Heimat eine Rente aus Deutschland. Die meisten davon sind Italiener (360.000), gefolgt von den Spaniern (188.000).
Die Rentenversicherung macht dabei eine klare Tendenz aus: Die Anzahl der ins Ausland gezahlten Renten – sowohl an Deutsche als auch an Ausländer – ist in den vergangenen 25 Jahren um etwa zwei Drittel gestiegen. Das liegt einerseits am Wunsch vieler Deutscher, den Ruhestand im ganz persönlichen Traumland zu verbringen. Zudem zieht es viele Ausländer im Alter in ihre Heimat.
Unter den 39 Millionen in Deutschland aktiv versicherten Menschen – die also in der Regel noch im Berufsleben stehen und Rentenbeiträge zahlen – sind knapp sieben Millionen Ausländer. Auch dieser Anteil ist ein Höchststand. Die Türken bilden mit gut einer Million Menschen die bei Weitem größte Gruppe, gefolgt von den Polen (560.000). Die Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU hat diese Entwicklung begünstig. Vielen Bürgern der EU wurde dadurch das Arbeiten in Deutschland erleichtert.