Birkenheide RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Kita für drei Orte

In Birkenheide könnte eine dreigruppige Kita entstehen. Aber eine so große Einrichtung braucht das Dorf womöglich nicht.
In Birkenheide könnte eine dreigruppige Kita entstehen. Aber eine so große Einrichtung braucht das Dorf womöglich nicht.

Seit Längerem wird in Birkenheide über eine zweiten kommunale Kita diskutiert. Seit Mai 2022 liegt eine Genehmigung für den Bau einer dreigruppige Einrichtung östlich des Dorfgemeinschaftshauses vor. Aber braucht Birkenheide diese überhaupt?

Birkenheide brauche keine dreigruppige Einrichtung, sagte Ortsbürgermeisterin Juliane Popp in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Bauausschusses. Das Jugendamt des Rhein-Pfalz-Kreises „trägt schon seit 2015 an uns heran, dass wir eine neue Kindertagesstätte bauen sollen“, erinnerte Popp. Nach dessen Angaben würden im nächsten Kindergartenjahr 24 Betreuungsplätze fehlen.

„Wo sollen die Kinder herkommen?“, fragte Popp. Die Plätze in der kommunalen Kindertagesstätte Hundertmorgenwald und in der evangelischen Kindertagesstätte Lukas seien ausreichend. Zwar würden spätestens ab 2028 die 80 Betreuungsplätze im Hundertmorgenland auf 60 reduziert, aber ob zu diesem Zeitpunkt noch 80 Plätze benötigt werden, könne niemand sagen. Die Anzahl der Betreuungsplätze muss reduziert werden, weil dann die Vorgaben des neuen rheinland-pfälzischen Kindertagesstättengesetzes verbindlich sind. Das schreibt mehr Raum als bisher vor, etwa zum Essen, Schlafen und für die Küche.

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Flexibler bleiben

Erstaunt zeigte sich Christian Fuchs (CDU), denn bei der bisherigen Diskussion und Planung sei man immer davon ausgegangen, dass in Birkenheide Bedarf für eine weitere dreigruppige Einrichtung sei. So viele Betreuungsplätze würden sicher nicht benötigt, es könne zwar sein, dass in den kommenden Jahren einige Plätze gebraucht werden, sagte Popp. Es sei wirtschaftlich jedoch nicht sinnvoll, eine so große Einrichtung zu bauen, wenn man sie nicht brauche.

Allerdings würden in Fußgönheim und Maxdorf einige weitere Betreuungsplätze benötigt. Deshalb habe sie sich überlegt, dass es sinnvoll wäre, wenn die Verbandsgemeinde eine dreigruppige Kindertagesstätte am vorgesehenen Standort in Birkenheide baut, die Trägerschaft übernimmt und dort Kinder aus allen drei Orten untergebracht werden. „Das ist flexibler“, warb Popp für ihren Vorschlag. Diese Flexibilität sei etwa auch von Vorteil, wenn Flüchtlingskinder in eine der Gemeinden kommen und Betreuungsplätze brauchen.

In der Einrichtung könnte außerdem eine zentrale Krippengruppe für einjährige Kinder aus allen drei Orten entstehen, erläuterte Popp. Dies sei ein Vorschlag des Ersten Beigeordneten Gary Kuhn (CDU), der Erzieher ist und eine große Kindertagesstätte in Bad Dürkheim leitet. Die Arbeit in Gruppen, in denen Kinder von ein bis sechs Jahren sind, sei sehr schwierig, meinte Kuhn. Popp führte noch ein weiteres Argument für die Idee an, dass die Verbandsgemeinde Träger der Kindertagesstätte wird: Die Aufgaben der Trägerschaft ehrenamtlich zu erfüllen, sei schon bei einer Kita im Ort schwierig, bei zwei Einrichtungen werde das unmöglich.

Es gibt Gegenstimmen

Bei einer Trägerschaft durch die Verbandsgemeinde erledige die Verwaltung die Arbeit. Auch bei einer ehrenamtlichen Trägerschaft übernehme die Verwaltung die meiste Arbeit, entgegnete Siegmund Hein (SPD). Wenn die Gemeinde die Trägerschaft an die Verbandsgemeinde übertrage, gebe sie auch Rechte her, gab Michael Roth (SPD) zu bedenken. Und es könne sein, dass irgendwann der Bedarf nach Betreuungsplätzen in allen drei Gemeinden so groß sei, dass Kinder aus Birkenheide keinen Platz bekommen.

Bei einer Gegenstimme empfahlen die Mitglieder des Ausschusses dem Gemeinderat, die Trägerschaft und die Bauherrenschaft der geplanten Einrichtung an die Verbandsgemeinde abzugeben. Entscheiden muss der Gemeinderat. Anschließend müssen die Mitglieder des Verbandsgemeinderats darüber abstimmen, ob sie die Trägerschaft wollen. Die Verbandsgemeinde könne die Baugenehmigung, die die Gemeinde hat, übernehmen, sagte Popp. Zur Finanzierung des Baus der Kindertagesstätte könnte die Verbandsgemeinde eine Sonderumlage von allen drei Gemeinden erheben.

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