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Donnerstag, 13. September 2018 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Burgen werden saniert

NOTHWEILER/BUSENBERG: An Wegelnburg und Drachenfels sind obere Bereiche gesperrt – Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2020

Von Albert Nagel

Vorbereitende Arbeiten zur Sanierung der Wegelnburg laufen bereits.

Vorbereitende Arbeiten zur Sanierung der Wegelnburg laufen bereits. ( Foto: A. NAGEL)

Seit einigen Tagen finden an der Burgruine Wegelnburg Sanierungsarbeiten statt. Wie die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz mitgeteilt hat, sind deshalb Teile der Burg für den Besucherverkehr gesperrt. Für die Sanierung der Wegelnburg, die bis voraussichtlich bis Ende 2020 laufen wird, hat das Land 1,8 Millionen Euro bereitgestellt. Gearbeitet wird ebenfalls an der Burg Drachenfels bei Busenberg.

An beiden Burgen sind die oberen Bereiche und Aussichtsplattformen gesperrt. In Busenberg betrifft dies den Aufgang und den Aufsatzfelsen, auf der Wegelnburg gleiches mit der nördlichen Aussichtsplattform. Die anderen Bereiche der Burgen sind für die Besucher allerdings weiter zugänglich.

Zuständig für die Koordination der Maßnahmen ist nach Auskunft der Generaldirektion die Niederlassung des LBB (Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung) in Landau. Was speziell die Wegelnburg betrifft, sagt dort Sibylla Hege-Bettac, gebe es an den Außenmauern der Burg überall instabile Mauerkronen und schadhafte Fugen. Diese würden zum Ausbruch einzelner Steine führen, welche herunterfallen oder von Besuchern heruntergeworfen werden können. Diese Schäden werden zur Verkehrssicherung der Burg beseitigt. Betroffen ist die komplette Anlage.

Wie werden diese Schäden saniert? Zunächst werde die Vegetation auf und an den Mauern entfernt. Der LBB legt Wert auf die Feststellung, dass dies alles in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und mit einer ökologischen Baubegleitung geschehe. Je nach Schadensbild werden dann die Mauern und die Fugen behandelt. In der Hauptsache werden die Fugen mit Kalkmörtel nachverfugt, bei Bedarf neu verfugt. Marode Mauerkronen werden abgenommen und wieder neu aufgesetzt.

Im Vorfeld dieser Sanierung laufen seit 2015 archäologische Grabungen in Form von Schürfen. Die sollen zum einen über die Geschichte der Burganlagen Aufschluss geben. Zum anderen dienen sie dazu, die Baugeschichte der Burganlage aus den vorhandenen Resten zu verstehen. Diese Vorarbeiten erfolgten gemeinsam mit der Bauforschung. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse waren notwendig, um Entscheidungen zu den Mauersanierungen zu treffen. Größtenteils handele es sich nämlich speziell bei den Mauerkronen um moderne Mauern aus den 1970er-Jahren.

Ende August 2018 erfolgte der nächste Schritt. Es wurde mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen, wie Einrichtung und Sicherung der Baustelle, Entfernen der Vegetation, Stellen der Gerüste für die späteren Sanierungsarbeiten. Der LBB gibt zu bedenken, dass die Arbeiten am Mauerwerk sehr witterungsabhängig sind. So dürfe beispielsweise der Mörtel erst bei Lufttemperaturen oberhalb von 5 Grad verbaut werden. Daher, so die Denkmalschützer, wird dieses Jahr voraussichtlich mit dem Reinigen der Mauern begonnen und die eigentliche Sanierungsarbeit erst im nächsten Frühjahr ausgeführt werden können.

Auch wegen dieser Witterungsabhängigkeit lässt sich schwer vorhersagen, wann die Arbeiten beendet sein werden. Derzeit geht der LBB davon aus, dass die Ausführung der Arbeiten Ende 2020 abgeschlossen ist. Ein langer Winter würde die Bauzeit allerdings ebenso verzögern wie ein extrem heißer Sommer. Für die Sanierung der Wegelnburg alleine, so der LBB, habe das Land Rheinland-Pfalz rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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