Landau
Beigeordneten-Kandidaten: eine Favoritin, zwei Außenseiter
Ein ungleiches Rennen ist es deshalb, weil sich die Koalition aus Grünen, CDU und FDP bereits auf Lena Dürphold (CDU) verständigt hat. Da eine solche Absprache auch bei der Wahl des bisherigen Beigeordneten Lukas Hartmann (Grüne) zum neuen Bürgermeister funktioniert hat, dürfte sie auch in drei Wochen funktionieren.
„Mehr wir, weniger gegen“
„Warum bewirbt der sich eigentlich?“ Mit dieser rhetorischen Frage ist Arno Schönhöfer, Stadtjugendpfleger und Abteilungsleiter Jugendförderung, in seine Vorstellung eingestiegen. Seine Erklärung: Er traue sich zu, das Amt weiterzuentwickeln. Als unabhängiger Bewerber müsse er auf keine Parteien Rücksicht nehmen, es gehe ausschließlich „um die Interessen der Menschen“. Dem musikaffinen Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) empfahl er sich als Schlagzeuger und warb damit, das Tempo vorgeben zu wollen. Schönhöfer ist aber auch Realist: Er freue sich über jede einzelne Stimme.
Jennifer Braun (SPD) begründete ihre Bewerbung damit, dass Landau „mehr wir, weniger gegen“ brauche, was man als Anspielung auf das zerrüttete Verhältnis zwischen dem scheidenden Bürgermeister Maximilian Ingenthron (SPD) und Lukas Hartmann (Grüne) verstehen kann. Gegen Ingenthron war sie bereits als Oberbürgermeister-Kandidatin angetreten, aber parteiintern unterlegen. Jetzt sagte sie, sie wolle dem Schritt zurück zu Kompromissen den weg bereiten. Zudem warb Braun für sich mit ihren guten Kontakten in die Landesregierung, die sie gerne für Landau nutzen wolle. Sie war Mitarbeiterin von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).
„Verwaltung weiß, wie Verwaltung geht“
Dürphold reagierte auf die in einem Leserbrief in der RHEINPFALZ geäußerte Kritik und betonte, Berufserfahrung erworben zu haben – in der freien Wirtschaft. Mit den Worten „Verwaltung weiß, wie Verwaltung geht“ machte sie deutlich, warum sie selbst nicht aus der Verwaltung kommen müsse.
Wenig überraschend: Alle Fraktionen der Koalition unterstützen Dürphold, die SPD (9 Sitze) steht hinter Braun. Pfeffer&Salz hat sich zu Schönhöfer bekannt, verfügt aber nur über zwei Stimmen. Bisher unentschieden sind lediglich Die Linke (2), wie Daniel Emmerich sagte, und die FWG mit ihren drei Ratssitzen. „Wir sind noch in der Findungsphase“, so der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Freiermuth. AfD (1) und Die Partei (1) haben sich zu dem Thema nicht geäußert.