Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl: Kürwitz will vor Kandidatur Gespräche abwarten

Thomas Kürwitz würde sich gerne für Kaiserslautern einbringen – vielleicht als Bürgermeister.
Thomas Kürwitz würde sich gerne für Kaiserslautern einbringen – vielleicht als Bürgermeister.

Trotz des Koalitions-Aus haben die Freien Wähler angekündigt, Thomas Kürwitz als Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeisterin Beate Kimmel nominieren zu wollen. Er stehe als Kandidat zur Verfügung, sagt Kürwitz nun – unter bestimmten Voraussetzungen.

Voraussichtlich in der Sitzung am 24. April soll der Stadtrat entscheiden, wann ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin von Beate Kimmel gewählt wird. Ein möglicher Kandidat heißt Thomas Kürwitz. Der Pädagoge war bei der OB-Wahl als unabhängiger Bewerber – unterstützt von FDP und Freien Wählern – knapp am Einzug in die Stichwahl gescheitert. Beide Parteien würden Kürwitz auch bei der Bürgermeisterwahl unterstützen. Seine Chancen im Stadtrat gewählt zu werden, haben sich nach dem Bruch der Koalition zwischen CDU, Grünen und Freien Wählern aber verschlechtert. Laut Absprache in der Koalition hätten die Freien Wähler für die Bürgermeisterwahl einen Kandidaten benennen dürfen, der angesichts der 28 Stimmen der Koalition gute Chancen auf einen Sieg gehabt hätte. Doch die CDU hat die Koalition beendet – unter anderem weil Kürwitz als OB-Kandidat gegen die Bewerber der Koalition gehandelt habe, so der Vorwurf des CDU-Vorsitzenden Michael Littig. Kürwitz betont dagegen, dass er als unabhängiger Bewerber angetreten sei, deshalb nicht als Kandidat der Freien Wähler gehandelt habe, als er sich etwa vor der Stichwahl für die Sozialdemokratin Kimmel und nicht für Anja Pfeiffer (CDU) ausgesprochen habe. Die Differenzen aus dem Wahlkampf möchte er aber gerne beiseite lassen. Schließlich gehe es allen um Kaiserslautern.

Noch immer positive Rückmeldung von Bürgern

Er brenne nach wie vor darauf, sich für die Stadt einzusetzen. Auch als Bürgermeister möchte er das als Unabhängiger tun. „Ich bin aber nicht offiziell aufgestellt“, so Kürwitz. Antreten möchte er nur, wenn Gespräche im Vorfeld zeigten, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit gebe. Er wolle nicht mit dem Kopf durch die Wand. Die Grünen haben signalisiert, mit Kürwitz sprechen zu wollen, auch wenn deren Fraktionsvorsitzender Tobias Wiesemann – im OB-Wahlkampf Mitbewerber von Kürwitz – einräumt, dass es Vorbehalte gegen den Kandidaten des ehemaligen Koalitionspartners gebe. „Aber vielleicht kann er die ausräumen“, so Wiesemann. Kürwitz freut sich auf das Treffen, ist auch zu Gesprächen mit anderen Fraktionen bereit – wenn er eingeladen werde. „Ich dränge mich nicht auf“, so der 57-Jährige. Die Motivation, anzutreten, zieht er auch aus seinem Abschneiden bei der OB-Wahl, wo er im ersten Wahlgang knapp 20 Prozent der Stimmen erhielt. Bis heute bekomme er positive Rückmeldungen von Bürgern.

Kürwitz kann sich Zusammenarbeit vorstellen

Bildung, Digitalisierung, Klimaschutz und -anpassung seien übergeordnete Themen, die man voranbringen müsse, jeder Dezernent in seiner Zuständigkeit, findet er. Im Geschäftsbereich von Bürgermeisterin Kimmel sieht er Themen, die für ihn schon im OB-Wahlkampf wichtig waren: die Attraktivierung der Innenstadt, Sauberkeit und Ordnung, aber auch die Kulturszene. Womöglich ziehe Kimmel aber als OB Bereiche, die ihr am Herzen liegen, an sich. Eine Zusammenarbeit im Stadtvorstand kann sich Kürwitz gut vorstellen: Beate Kimmel und Anja Pfeiffer brächten große Verwaltungserfahrung mit, der neu gewählte Baudezernent Manuel Steinbrenner (Grüne) trage neue Ideen von außen bei. Das könnte gut mit ihm als unabhängigem Kandidaten harmonieren.

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