Grünstadt / Bad Dürkheim
Schüler nehmen Direktkandidaten in die Zange
Am Sonntag beantworteten die Landtagskandidaten Markus Wolf (CDU), Christoph Spies (SPD), Petra Dick-Walther (FDP), Joschka Brodbeck (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Schwaab (Die Linke), Frank Grieger (FWG) und Felix Eichner (Klimaliste) die Fragen von Marie Metzner (18) und Lilly-Marie Hoffman (17). Keine Zusage gab es von der Vertreterin der AfD, Iris Nieland. Punkt 16 Uhr startete der Livestream, der die von der „Fridays For Future“-Ortsgruppe Grünstadt, Mitgliedern der Schülervertretung des Kreises und dem Pfadfinderstamm Salier aus Bad Dürkheim organisierte Diskussionsrunde übertrug. Die Fragen waren vorher unter Jugendlichen gesammelt worden.
In einer Blitzfragerunde erfuhren die Zuschauer, dass Astronaut, Rechtsanwalt, Gärtner, Feuerwehrmann, Metzger, Bäcker, Fußballprofi oder auch Gärtner zu den frühen Berufswünschen der Kandidaten gehörte. Als Vorbilder wurden die Persönlichkeiten Al Gore, Willy Brandt, Helmut Schmidt, John F. Kennedy, Hans-Dietrich Genscher, Wolfgang Lutz, Jürgen Trittin und Salvador Allende genannt.
Kostenloses Maxx-Ticket für alle Schüler?
Beim Thema Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) interessierte die jungen Leute, warum das Maxx-Ticket nicht allen Schülern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden könne und nicht nur Schülern, die mehr als drei Kilometer von ihrer Schule entfernt wohnen. Unter den Politikern herrschte Konsens, dass sich das ändern müsse. „Das Maxx-Ticket ist auch ein Stück Freiheit, denn man kann damit auch nach der Schule mal in den Zug steigen, Freunde besuchen und einfach irgendwo hinfahren“, erklärte Jens Schwaab. Felix Eichner ergänzte, dass es dann auch eine sinnvolle Alternative zum Auto geben würde.
Die Digitalisierung an Schulen müsse schnell vorangetrieben werden, sowohl Schülern und Lehrkräften sollten digitale Endgeräte zur Verfügung gestellt werden – auch darüber bestand Einigkeit. Christoph Spies wies darauf hin, dass in den Schulen in Rheinland-Pfalz schon viel getan wurde. Wichtig sei für ihn, dass die Schule vor Ort wieder stattfinden könne, um von dort in die Digitalisierung zu gehen. Markus Wolf bemerkte dagegen, dass Corona aufgezeigt habe, dass „wir im Bereich der Digitalisierung besser werden müssen“. Dieser Prozess müsse beschleunigt werden, da man sonst international abgehängt werde. Joschka Brodbeck bemängelte, dass es bei dem Thema zu viele Versäumnisse gab und forderte, Breitbandausbau und technische Ausstattung zu forcieren.
Wie gegen Rassismus vorgehen?
Auch das Thema Rassismus sprachen die Jugendlichen an. Hier war die Frage, wie Bildungseinrichtungen aktiv dagegen vorgehen könnten. Felix Eichner plädierte dafür, in Schulen entsprechende Projekte stärker zu fördern und in den Lehrplänen zu verankern. Petra Dick-Walther merkte an, dass jeder seinen Beitrag gegen Rassismus leisten müsse und sich rassistischen Äußerungen auch in der Schule entgegenstellen sollte.
Wie sind Frauen repräsentiert?
In der Frage der Frauenquote bei der Besetzung der Landeslisten hinkten FWG und FDP hinterher, bemängelten die Moderatoren. „Wir hatten das Glück, in den letzten Jahren mehr Kandidatinnen zu bekommen. Bei unserer Landesliste haben wir zwei oder drei in den Top zehn, das sind unsere Quotenfrauen, die Feuer und Flamme für das ganze Projekt sind“, berichtet Frank Grieger, der aber einräumte, dass es bei den Freien Wählern Nachholbedarf gebe. „Mit Daniela Schmitt haben wir eine Spitzenkandidatin, und wir haben auf den ersten zehn Listenplätzen vier Frauen“, so Dick-Walther. Frauen hätten oft einen anderen Blickwinkel, ergänzte die FDP-Politikerin.
Zum Thema der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare befragt, sagt Markus Wolf, dass die CDU sich nicht mehr dagegen sträube, schließlich gebe es in der CDU mittlerweile auch eine Lesben- und Schwulen-Union. Beim Thema Klimaschutz herrschte bei den Beteiligten insofern Konsens, als alle der Meinung waren, mehr für den Klimaschutz zu unternehmen und dabei auch auf erneuerbare Energien zu setzen. Auch das immer wieder diskutierte Herabsetzen des Wahlalters von derzeit 18 auf 16 Jahren wurde angesprochen – aus der Runde sprach sich lediglich Wolf dagegen aus.