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Berufe mit Zukunft

Ein neuer Beruf für den Onlinehandel

Berufe mit Zukunft: Die Ausbildung Kaufleute im E-Commerce beginnt ab 1. August 2018 – Vielfältige Arbeitsgebiete

Von Volker Endres

Die Hornbach Baumarkt AG will zu den Pionieren des neuen Berufs gehören (v.l.) Auszubildende Lena Jermann, Gerhard Stolz, Ayten Yasar von der IHK und Sebastian Helmholz.

Die Hornbach Baumarkt AG will zu den Pionieren des neuen Berufs gehören (v.l.) Auszubildende Lena Jermann, Gerhard Stolz, Ayten Yasar von der IHK und Sebastian Helmholz. ( Foto: van)

Die Auswahl an Ausbildungsberufen – auch in der Pfalz – ist sehr groß. Die Serie Berufe mit Zukunft gibt Einblicke in einige dieser Berufsbilder: Auszubildende berichten dabei aus der täglichen Praxis. Im Vordergrund stehen relativ neue Berufsbilder, solche, deren Tätigkeitsfeld und Name mehrfach geändert wurden, sowie eher außergewöhnliche Berufe.

Angehende Kaufleute im E-Commerce betreten echtes Neuland. Ab August 2018 tritt die erste Generation des neu geschaffenen Berufsbildes die Ausbildung an. „Ein Beruf mit Zukunft“, da sind sich Gerhard Stolz und Sebastian Helmholz als Ausbildungsleiter der Hornbach-Baumarkt AG in Bornheim bei Landau sicher. Und eine Ausbildung, die nicht nur in ihrem Unternehmen, sondern überall dort, wo Onlineshops stationären Handel oder Dienstleistungen ergänzen, dringend gebraucht wird, ergänzt Ayten Yasar, Teamleiterin Ausbildungsberatung der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Denn egal ob Schuhe, Pizza, Konzertkarten oder Bankgeschäfte – alles kann inzwischen vom heimischen Computer oder mit dem Smartphone von unterwegs aus erledigt werden.

Der Baumarkt Hornbach betreibt seit sieben Jahren auch ein Online-Portal, das in der Gründungsphase von ausgebildeten Groß- und Einzelhandelskaufleuten mit einer IT-Nachschulung, und einigen studentischen Quereinsteigern betreut wurde. „Das hat das System völlig verändert. Der Wunsch nach einer konkreten Ausbildung dafür stammt in unserem Unternehmen aus der Fachabteilung selbst“, berichtet Stolz.

Deshalb sei das Schaffen des neuen Berufsbildes auch schnell gegangen. Relativ schnell zumindest. „Gehört werden müssen unter anderem Arbeitgeber und Gewerkschaften, außerdem das Bundes-Bildungsministerium und die Kulturministerien“, sagt Yasar. Deshalb seien für das Projekt trotzdem knapp vier Jahre ins Land gegangen. „Für ein komplett neues Berufsbild ist dies schnell. Wir benötigen für Neuordnungen bestehender Berufsbilder normalerweise sieben bis acht Jahre.“

Dass mit heißer Nadel gestrickt wurde, zeigen die Details. So steht noch nicht fest, an welche Berufsschule die Auszubildenden ab August besuchen werden. „Den Standort bestimmt letztlich die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Neustadt“, sagt Yasar. Letztlich entscheide der geografische Schwerpunkt der abgeschlossenen Ausbildungsverträge über den Standort. „Das Interesse der Schulen an dieser neuen Klasse ist überall Land groß“, weiß sie und ist außerdem sicher: „Wir haben genügend Zusagen von zur Verfügung gestellten Ausbildungsplätzen, dass eine Schulklasse ganz sicher zustande kommt.“

Zusagen wie von Hornbach: „Wir wollten unbedingt bei den ersten dabei sein“, sagt Stolz. Auch wenn der genaue Ablauf der Ausbildung im Betrieb noch durchgesprochen werden müsse. „Die Auszubildenden müssen ganz sicher auch in den Markt und ins Logistikzentrum, damit sie auch hier die Abläufe kennenlernen.“ Und Helmholz ergänzt: „Im neuen Beruf hat man keinen direkten Kontakt mehr zum Kunden, aber ein gewisser Teil Marketing gehört ebenfalls dazu und die Auszubildenden müssen Messen besuchen, weil sie ja auch immer wieder neue Trends aufspüren müssen. Insgesamt geht es im neuen Beruf um die Koordinierung von Schnittstellen.“ Immerhin freut er sich auf eine neue Generation Auszubildende, die den Onlineshop schon seit Jahren von der Nutzerseite kennen.

Schon jetzt kann man sich über das Ausbildungsportal bei Hornbach auf den neuen Beruf bewerben. Erfahrungswerte über die konkreten Anforderungen haben weder Betrieb noch IHK. „Es wird sicher ein Beruf für mindestens einen mittleren Schulabschluss werden“, sagt Yasar. Azubis müssen in Wort und Schrift kommunizieren. „Und natürlich hilft auch ein generelles Interesse an der Technik weiter, auch wenn man das Anwendungsprogramm natürlich nicht selbst programmieren wird“, so Yasar. Sie setzt ansonsten auf die Erfahrung der Betriebe bei der Auswahl geeigneter Kandidaten. „Wir laden jeden Bewerber ein und sehen ihn uns ganz genau an“, kündigte Sebastian Helmholz an. Immerhin: „Wir haben bei Hornbach auch geeignete Ausbilder, weil die Leute, die von Anfang an in der Online-Abteilung arbeiten von der IHK auf Grund ihrer Berufserfahrung ein Qualitätssiegel für die Ausbildung im neuen Beruf erhalten haben.

Und obwohl vor dem Start in den Ausbildungsberuf noch vieles im Fluss ist, etwa der genaue Verlauf der Abschlussprüfung für die Pioniere der E-Commerce Kaufleute noch nicht feststeht – in einem ist sich Ayten Yasar mit den Ausbildern bei Hornbach einig: „Es handelt sich um einen Zukunftsberuf.“ Und das nicht nur im Handel. „Das gilt auch für Banken im Online-Banking, im Tourismus oder auch im Dienstleistungsbereich.“ Überall können Kaufleute im E-Commerce eingesetzt werden. Die Übersicht übers Lehrstellenangebot gibt es unter www.ihk-lehrstellenboerse.de.

Info:

Viele Infos, Links und Videos zu Ausbildungsberufen gibt es auf der Seite Planet-beruf.de Die Beiträge der Serie sind auch online unter. Die Rheinpfalz.de/berufsbilder zu finden.

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