Fussball
Verlängerter Lockdown: Vorzeitiges Ende der Amateurfußballsaison wahrscheinlich
„Der Spielbetrieb ruht seit November. Derzeit wissen wir noch nicht, wann Mannschaftstraining wieder möglich ist“, sagt Michael Monath, der Geschäftsführer des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Einer Entscheidung des Präsidiums wolle er nicht vorgreifen. Das hatte sich am 10. März darauf verständigt, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs spätestens Anfang Mai erfolgen muss, um einen rechtzeitigen Abschluss der Runde mit Wertung zu erreichen. Dafür müsste es aber spätestens ab Anfang April ein „uneingeschränktes Mannschaftstraining“ geben, hatte der SWFV mitgeteilt.
Mit Blick auf die aktuellen Beschlüsse ist das jedoch nicht möglich. „Werden diese Voraussetzungen nicht erreicht, steht eine vorzeitige Beendigung ohne Wertung der Spielzeit zur Entscheidung an“, hieß es am 10. März in der Verbandsmitteilung. Ursprünglich wollte sich das Präsidium am 7. April treffen – und das mit Blick auf den fünften Öffnungsschritt, der ab 5. April wieder ein Mannschaftstraining zulassen sollte.
Regionalverband berät am Montag
So wird das Präsidium nun bereits am Donnerstagabend darüber beraten, ob die Saison beendet wird. „Wenn wir nicht mehr weiterspielen dürfen oder wenn wir eine bestimmte Mindestanzahl von absolvierten Spielen in den Klassen nicht erreichen, werden alle wieder auf null gestellt und wir fangen genauso an, wie wir im September begonnen haben“, hatte es Verbandspräsident Hans-Dieter Drewitz im Januar in einem RHEINPFALZ-Interview beschrieben. Gut möglich, dass es nun von der Verbandsliga an abwärts so kommen wird.
Am Montagabend wird zudem das Präsidium des Fußball-Regionalverbands „Südwest“ tagen und besprechen, wie es mit seinen Ligen verfährt – hierzu gehört unter anderem die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. 19 der 24 Vereine hatten sich bereits dafür ausgesprochen, die Oberliga-Saison abzubrechen.
Corona-Geduldsprobe geht weiter
Die Corona-Geduldsprobe für den Amateur- und Breitensport geht bundesweit weiter. Statt der noch vor wenigen Wochen erhofften weiteren Lockerungen für den Trainings- und Wettkampfbetrieb verlängerten Bundesregierung und Länderchefs den Lockdown am frühen Dienstagmorgen nach stundenlangen Verhandlungen bis 18. April. Damit sind Öffnungen für kontaktfreien Hallensport vorerst für die meisten Regionen ebenso vom Tisch wie der Besuch von Fitnessstudios oder Spiele im Amateurfußball.
Wie die Beschlüsse konkret umgesetzt werden, ist Sache der einzelnen Bundesländer. Grund für den vorläufigen Stopp avisierter Lockerungen sind die stark steigende Anzahl der Neuinfektionen und die wachsende Verbreitung von ansteckenderen Virusvarianten. Bis mindestens Mitte April wird es nun bestenfalls in wenigen Regionen mit sehr niedrigen Inzidenzen Öffnungschancen für den Sportbetrieb geben können.