Fussball
Pokal-Aus für FCK: TuS Mechtersheim schafft die Sensation
Eine wichtige Aufgaben war gestern schon zwei Stunden vor Beginn eines denkwürdigen Abends zu erledigen – 23 ausgebüxte Ponys nahe der Sportanlage des TuS Mechtersheim wieder einfangen. Die Besucher eines historischen Verbandspokalspiels, die mit ihren Autos um die aufgeschreckt umhertrabenden Tiere herumkurven mussten, nahmen sehr viel Rücksicht, die Polizei sicherte zusätzlich ab.
Ponys in sicherer Entfernung
Als der Mannschaftsbus des 1. FC Kaiserslautern mit den Fußballprofis des Drittligisten vorfuhr, waren die Ponys längst in sicherer Entfernung. Und als das Pokalspiel begann, waren die Tiere in Sicherheit. Als Julian Niehues per Kopf nach Ecke von Kenny Prince Redondo das 1:0 für den FCK erzielte (39.), hatten sich die Tiere beruhigt. Für die Lauterer allerdings gab es danach keine Ruhe mehr. Der Fünftligist stand defensiv sehr gut und setzte nach vorne geschickt einige Nadelstiche. Genau das war jüngst das Erfolgsrezept des FCK in der Liga, wo die Roten Teufel drei Siege in Serie gelandet haben. Im Pokal nun veränderte Trainer Marco Antwerpen seine Startelf gegenüber dem 6:0-Kantersieg am Samstag beim TSV Havelse auf sechs Positionen. Marvin Senger verteidigte für Kevin Kraus, Dominik Schad spielte rechts für Philipp Hercher. Im Mittelfeld begannen Niehues für Mike Wunderlich, Redondo für den angeschlagenen Götze und Simon Stehle für den ebenfalls lädierten Klingenburg. Für Daniel Hanslik stürmte Muhamed Kiprit.
Profis drängen, dann treffen die Amateure
Vor der Pause drängten die Profis die Amateure immer mehr in die eigene Hälfte, aber der TuS verteidigte gut. Allerdings zeichnete sich die FCK-Führung nach und nach ab. Zweimal parierte Mechtersheims Torwart Maxime Klein vor der Pause glänzend: gegen Alexander Winklers Kopfball nach Ecke (29.) und nach einer Kombination über Redondo und Schad, die Kiprit abschloss (36.). Der FCK verpasste es, früh für Klarheit zu sorgen.
Nach Niehues’ Führungstor setzte der TuS einen ersten schmerzhaften Nadelstich, lief einen Klasse-Konter. Kapitän Björn Weisenborn und der schnelle Marvin Benefo mit einem perfekten Flachpass leisteten flink die Vorarbeit. Stürmer Aleksandr Biedermann, früher in der ersten luxemburgischen Liga für US Mondorf am Ball, vollstreckte gekonnt zum 1:1 (43.); eine kalte Dusche für die Roten Teufel. Es folgte gar eine Ladung Eiswasser, diesmal machte es Mechtersheim umgekehrt: Biedermann bediente Benefo, und der tunnelte FCK-Torwart Matheo Raab zur sensationellen 2:1-Führung für den krassen Außenseiter (78.). Es war der Siegtreffer.
Antwerpen kommt nicht zur PK auf dem Rasen
FCK-Trainer Marco Antwerpen erschien nicht zur Pressekonferenz auf dem Rasen, die Lauterer wurden vom Stadionsprecher entsprechend als schlechte Verlierer tituliert. TuS-Trainer Ralf Gimmy meinte: „Großartig! Die Spieler haben das taktisch astrein umgesetzt.“ Siegtorschütze Marvin Benefo sprang noch Minuten nach der Partie aufgeregt umher. „Wir haben das Unmögliche möglich gemacht. Dass ich den Siegtreffer erzielt habe, war für mich das Sahnestück“, sagte der offensive Außenbahnspieler der Mechtersheimer. Den Schlusspfiff von Schiedsrichter Patrick Simon haben vielleicht auch die Ponys in ihrem Quartier gehört. Und im kleinen Stadion an der Kirschenallee feierte der TuS die riesengroße Pokal-Sensation.
So spielten sie
TuS Mechtersheim: Klein - Klicic, da Silva, Bauer - Ristovski, Weisenborn - Benefo, Simon, Kaan Özkaya (67). Mert Özkaya, 87. da Cruz) - Muth - Biedermann
1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Senger, Winkler - Schad, Zuck - Niehues (46. Huth) - Stehle (46. Kleinsorge), Redondo (73. Wunderlich) - Ritter - Kiprit
Tore: 0:1 Niehues (39.), 1:1 Biedermann (43.), 2:1 Benefo (78.) - Gelbe Karten: Kaan Özkaya, Mert Özkaya, Klein - Ritter, Zuck - Beste Spieler: Biedermann, Benefo, Simon, da Silva - Senger - Zuschauer: 2471 - Schiedsrichter: Simon (Wöllstein).
