Nachruf
Norbert Zink – ein Vordenker der Eliteschule des Sports
In seiner Zeit als Direktor des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Kaiserslautern fiel die zunächst sehr zaghafte, aber dennoch zielgerichtete Gründung der heutigen Eliteschule des Sports. „Talentförderung durch Sportklassen, Modell Rheinland-Pfalz“ hieß das damals. Sportgymnasium nannte es der westdeutsche Volksmund, es sollte das Pendant zur „Kinder- und Jugendsportschule“ in der DDR werden. Zinks Nachfolger Ulrich Becker, der ihn nach 23 Jahren 1994 beerbte, erzählte, wie das HHG zu dieser Ehre kam. Es gab vier Aufbaugymnasien in Rheinland-Pfalz, in Kaiserslautern, Alzey, Montabaur und Neuerburg, die dringend ein Profil brauchten. Norbert Zink hatte gute Beziehungen ins Kultusministerium, Referent Hans-Jürgen Langen wurde von Ministerin Hanna-Renate Laurien beauftragt, in Kaiserslautern mal vorzufühlen. Los ging’s dort 1978 mit Tennis und Judo, und zwar, weil Zinks Kinder und seine Frau Tennis spielten und die Kinder seines „Vize“ Franz Mungenast ins Judo gingen. Dann kamen Tischtennis, Radsport und Badminton dazu – und Norbert Zink war glücklich.
Ehrenpräsident des Tennisverbandes Pfalz
Zumal er mit seinem pfiffigen Lauterer Freund Erich Fuchs, dem Vorsitzenden des Landesausschusses Leistungssport und Hochschuldozenten, gemeinsame Sache machte. Vordenker Zink hatte Visionen in einer durch die Olympischen Spiele 1972 in München für den Leistungssport elektrisierten Bundesrepublik, Mungenast erledigte das Tagesgeschäft und Fuchs trieb an. Als Schulleiter war Zink umsichtig, geschätzt, kompetent. Ein beliebter Pä-dagoge. So ganz nebenher war er Chef des TC Rot-Weiß Kaiserslautern und des Tennisverbandes Pfalz, der ihn zum Ehrenpräsidenten machte. Bei seiner Verabschiedung nach 13 Jahren als Präsident im Jahr 1997 sagte er: „Der Tennisverband Pfalz war für mich Herzenssache und keine Pflichtübung“.
„Ein Meister des Vernetzens“
Wegbegleiter beschreiben Zink, der kurz vor seinem 90. Geburtstag verstarb, als „extrem gebildet und ein Meister des Vernetzens“ (Ulrich Becker), als „ein richtiger Chef, der fair und zugänglich war“ (Ex-Sportzweig-leiter Hermann Mühlfriedel) oder als „ein umtriebiger Visionär, der in der Boomzeit des Tennis viel erreicht hat“. Das sagt Geschäftsführer Thomas Knieriemen heute. Er wurde von Zink 1989 als erster Hauptamtler des Verbandes eingestellt.