Handball
Juri Knorr – der selbstkritische Juniorchef der Löwen
„Grundsätzlich kann ich nur Gutes sagen. Aber: Der Start war ziemlich holprig, anders, als wir uns das vorgestellt haben, daran habe ich auch zu knabbern“, sagte Juri Knorr am Mittwoch im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Er spielte mit dieser Aussage auf das Aus in der European-League-Qualifikation und die Niederlage beim TVB Stuttgart nach enttäuschendem Auftritt an. Was heißt zu knabbern? „Es war für alle nicht leicht, gerade für mich als junger Spieler. Ich habe mir das ganz anders vorgestellt, auch von meiner persönlichen Leistung her. Da waren ein paar Spiele dabei, mit denen ich nicht einverstanden war, und bei dem das Gesamtresultat für die Mannschaft nicht gestimmt hat“, erklärte der 21-Jährige.
Verheißungsvoller Start
Der Start für den jungen Rückraumspieler war verheißungsvoll, in der ersten Partie bei der TSV Hannover-Burgdorf gelangen ihm nach seiner Einwechslung ruckzuck sechs Tore. Zuletzt ging der Trend bei Knorr wieder klar nach oben, bei der HSG Wetzlar am Sonntag machte er ein gutes Spiel. Durch den 29:28-Sieg sind die Löwen nun schon drei Spiele unbesiegt, die kleine Serie begann mit dem Pokalerfolg in Leipzig. Am Donnerstag (19.05 Uhr) empfängt das Team in der SAP-Arena HBW Balingen-Weilstetten. „Ja, das war in guter Start für mich, dann habe ich ein bisschen mein Gefühl verloren. Danach haben wir es auch als Mannschaft nicht geschafft, das Niveau zu halten. Es geht immer in Wellenbewegungen, damit muss man irgendwie klar kommen, fokussiert bleiben“, betonte Juri Knorr, der zuvor beim TSV GWD Minden spielte, dort bei Trainer Frank Carstens reifte.
Die Löwen waren glücklich, Juri Knorr zu verpflichten, denn schon länger war klar, dass mit dieser Saison die Zeit von Andy Schmid bei dem zweimaligen Meister endet, der das Spiel über Jahre prägte, im Sommer nun aber zurück in die Schweiz geht. Wie muss man sich den Austausch zwischen dem Superstar und dem Juniorchef vorstellen? „Wir reden eigentlich permanent, auch so, über andere Dinge, die den Handball nicht betreffen. Ich bin sehr dankbar, dass er so offen mit mir umgeht. Vielleicht merkt er auch, dass ich ein Charakter bin, der zu ihm passt und dem er gerne etwas weitergeben möchte. Ich bin vor allem glücklich, dass er so respektvoll mit mir umgeht. Er hält sein Wort. Das ist ein absoluter Glücksfall für mich. Ich lerne extrem viel“, führte Knorr aus.
Knorr spielt für deutsche Auswahl
Nach dem Spiel gegen Balingen-Weilstetten beginnt für die Löwen die Länderspielpause. Juri Knorr ist dabei, wenn die deutschen Auswahl am Freitag in einer Woche und am Sonntag in einer Woche die Länderspiele gegen Portugal bestreitet. Bundestrainer Alfred Gislason hat am Montag einen verjüngten Kader präsentiert. Knorr ist einer der Mittelmänner, dabei sind noch Philipp Weber, Simon Ernst und Julian Köster. „Ich weiß nicht, wie das zu bewerten ist, ich weiß nicht, ob das jetzt eine Zäsur ist und ob das der Kader ist, der zur EM fährt“, meinte Knorr. Bei der WM in Ägypten und bei Olympia sammelte er erste Turniererfahrungen.