1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK taumelt in Richtung Relegation

Gang nach Canossa? Nein. Die Fans des FCK verabschieden die Mannschaft trotz der dritten Niederlage in Folge mit Applaus und auf
Gang nach Canossa? Nein. Die Fans des FCK verabschieden die Mannschaft trotz der dritten Niederlage in Folge mit Applaus und aufmunternden Gesängen.

Der 1. FC Kaiserslautern geht in die Relegationsspiele gegen Dynamo Dresden. Das steht nun fest. In seiner letzten Punktrundenpartie bei Viktoria Köln spielt der FCK eine ganz schwache erste Halbzeit und verliert deshalb verdient. Ein Gerücht sorgt für Aufruhr.

Sie sangen nach Schlusspfiff laut vor sich hin, halb trotzig, halb aufmunternd in Richtung der niedergeschlagen vor ihnen stehenden Mannschaft: Die rund 7000 Fans des Fußball-Drittliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern, die ihr Team zu dessen letzter Punktrundenpartie zu Viktoria Köln begleitet hatten, schickten ihre Lieblinge mit lautstarken Parolen Richtung Relegation gegen Dynamo Dresden. Den direkten Aufstieg, Platz zwei hinter Meister Magdeburg, hat der FCK mit einem 0:2 (0:2) gegen die vor allem anfangs deutlich leidenschaftlichere, in allen Belangen bessere Viktoria endgültig verspielt. Braunschweig steigt direkt auf, die Kölner feierten den Klassenverbleib. Für die Lauterer war es die dritte Niederlage in Folge.

„Keine Zweikämpfe geführt“

„Wir haben in der ersten Halbzeit gar keine Zweikämpfe geführt, haben fahrlässig verteidigt“, konstatierte FCK-Torwart Matheo Raab. Die Lauterer wirkten erneut völlig blockiert an diesem sonnigen Mai-Sonntag im herrlich gelegenen Sportpark Höhenberg im rechtsrheinischen Teil Kölns. „Ohne Lautern wär’ hier gar nichts los“, schallte es zu Beginn der Partie von den Rängen.

Mit Lautern indes war vom Anpfiff weg auf dem Platz gar nichts los. Ähnlich wie acht Tage zuvor vor vollem Haus beim 1:3 gegen Borussia Dortmund II wirkten die Roten Teufel gelähmt. Der FCK kehrte zur Mittelfeldraute zurück, die ihm viele erfolgreiche Spiele in dieser Saison beschert hat. Aber auch das half nichts. Wie mit schweren, alten Bügeleisen an den Beinen bewegten sich die Lauterer. Die Kölner, die im Abstiegskampf mindestens ebenso unter Druck standen wie der FCK im Aufstiegsrennen, beschäftigten die Roten Teufel mit frühem Attackieren.

Viktoria nutzt ihre Chancen

Zunächst war auch bei den Viktoria-Profis Nervosität zu spüren. Erst vergab David Philipp allein vor Torwart Matheo Raab, weil der Stürmer viel zu überhastet abschloss (10.).

Später, der FCK produzierte Fehlpass über Fehlpass, führte oft nur Alibi-Zweikämpfe, machte es die Viktoria im Abschluss viel besser. Nach einer Ecke von Ex-Bundesligaprofi Marcel Risse köpfte Moritz Fritz das 1:0 (27.) gegen verdutzte Lauterer, die nur Spalier standen. Elf Minuten später verlor ausgerechnet der langjährige Viktoria-Held Mike Wunderlich den Ball vor dem Lauterer Strafraum: Patrick Sontheimer gewann das Duell, ohne Foul gespielt zu haben, Marcel Risse bediente Philipp. Der Angreifer machte es diesmal deutlich besser, vollstreckte, indem er den Ball im kurzen Eck unterbrachte (38.).

FCK kommentiert Klose-Gerücht nicht

Der FCK, der im ersten Abschnitt nur durch Kenny Prince Redondo nach Zuspiel Philipp Herchers zu einer Halbchance kam, enttäuschte seine Fans maßlos. Zur zweiten Halbzeit wechselte FCK-Trainer Marco Antwerpen Wunderlich an beider alter Wirkungsstätte aus, ebenso wie den Verteidiger Boris Tomiak. Mit der Umstellung von Dreier- auf Viererkette wurde einiges besser, aber auch nicht wirklich gut. Eine „gefühlte Sechsfach-Chance für den FCK“ sah Kölns Trainer Olaf Janßen in der 64. Minute, allein zweimal durch Terrence Boyd, davon sprang der Ball einmal an die Latte. Janßen lobte seine Spieler, die sich in jeden Ball warfen. „Fakt ist“, sagte Boyd, „eine Halbzeit wie die erste darf es von uns nicht geben.“ FCK-Mittelfeldspieler Marlon Ritter meinte: „Vorbei, jetzt kommen zwei Relegationsspiele, das sind geile Spiele.“ Der FCK empfängt am 20. Mai den Zweitliga-16. Dynamo Dresden und spielt am 24. Mai in Sachsen.

Ein Gerücht des „Kölner Express“, Miroslav Klose werde als Nachfolger Antwerpens gehandelt, kommentierte der FCK nicht.

Weil sie „lautstark rechtsextremistische Parolen“ riefen, haben vier FCK-Fans einen Stadionverweis bekommen. Gegen sie wird unter anderem wegen Volksverhetzung ermittelt. Das teilte die Polizei mit.

So spielten sie

Viktoria Köln: Nicolas - Koronkiewicz, Lorch (46. Siebert), Greger, Buballa (78. Rossmann) - Fritz - Risse, Sontheimer, Palacios (66. Jastremski), Handle – Philipp (69. Amyn)

1. FC Kaiserslautern: Raab (3,5) - Tomiak (4,5/46. Sessa 4), Kraus (3,5), Ciftci (4,5) - Hercher (4,5), Götze (4), Ritter (4,5), Zuck (4/72. Hanslik) - Wunderlich (5/46. Klingenburg 3) - Redondo (3,5), Boyd (4,5/65. Kiprit)

Tore: 1:0 Fritz (27.), 2:0 Philipp (38.) - Gelbe Karten: Palacios - Tomiak (13), Boyd (3) - Beste Spieler: Risse, Philipp, Greger - Klingenburg, Raab - Zuschauer: 8382 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart).

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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