Meinung
Warum der Fall Floyd die Amerikaner so aufwühlt
Wieder ist in Amerika ein Opfer exzessiver Polizeigewalt zu beklagen, das Opfer eines Uniformierten, der ihm auch dann noch das Knie auf den Hals drückte, als er schon um sein Leben flehte. Wieder ist es ein schwarzer Bürger, den Beamte, die sich um Hilferufe nicht kümmern, auf dem Gewissen haben. Kein Wunder, dass George Floyds Tod heftige Proteste auslöst, auch wenn natürlich durch nichts zu entschuldigen ist, wenn Gebäude in Brand gesteckt und Läden geplündert werden. Es ist, als werde Amerika die Dämonen des Rassismus nicht los.
Vor sechs Jahren war es der New Yorker Eric Garner, der im Würgegriff eines weißen Polizisten starb. Glaubte man damals, das könnte sich nicht mehr wiederholen, sieht man sich heute eines Besseren belehrt. Das weckt auch Erinnerungen an Ferguson, die Kleinstadt, in der 2014 tödliche Polizistenschüsse auf einen schwarzen Teenager tagelange Unruhen provozierten. An von der Polizei festgenommene Journalisten, die nichts anderes taten als ihrer Berichterstatterpflicht nachzukommen.
Trump setzt spontan auf Härte
Lerneffekte? Fehlanzeige. US-Präsident Donald Trump hat mit einer Serie von Tweets deutlich gemacht, wie er das Problem zu lösen gedenkt: durch Härte, notfalls militärische. Die Causa Floyd ist eine Stunde der Wahrheit für diesen Präsidenten, dem Gegner schon lange Rassismus vorwerfen. Er muss sein Versprechen erfüllen und die Justiz den Fall gründlich ermitteln lassen.