Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wagenknechts Pläne eine Qual für die Linke

Sahra Wagenknecht.
Sahra Wagenknecht.

Die Frage, ob Sahra Wagenknecht eine eigene Partei gründet, wird wie ein Damoklesschwert über der Linken hängen. Und das zur Unzeit.

Tut sie es oder tut sie es nicht? Diese Frage wird die Linkspartei im schlimmsten Fall noch neun Monate lang beschäftigen. Denn so lange will sich das wohl bekannteste Parteimitglied Sahra Wagenknecht Zeit nehmen, um zu entscheiden, ob sie eine eigene Partei gründen wird.

Unabhängig davon, ob es am Ende eine Sahra-Wagenknecht-Partei geben wird, bedeutet das nächste Dreivierteljahr damit eine Qual für die Linke. Die mögliche Parteineugründung wird wie ein Damoklesschwert über ihr hängen.

Neustart dringend nötig – aber unmöglich

Ein dringend benötigter Neustart der Linken wird damit so gut wie unmöglich. Denn Medienprofi Wagenknecht sorgt mit der Frage der Neugründung dafür, dass mehr über sie als über die Linke diskutiert wird. Ob Kritik an der Parteiführung der Linken oder ein umstrittener Talkshowauftritt – man wird kaum über die Linke sprechen können, ohne Wagenknecht zu erwähnen.

Dabei steht für die Partei in diesem Jahr viel auf dem Spiel. Bei den Wahlen in Hessen bangt die Linke um den Wiedereinzug in den Landtag, in Bremen ist die Regierungsbeteiligung in Gefahr.

Ob Wagenknecht indes Erfolg mit der Gründung einer eigenen Partei hat, ist fraglich. Sie sollte sich daran erinnern, dass sie schon 2018 mit „Aufstehen“ bei dem Versuch gescheitert ist, eine politische Bewegung jenseits der Linkspartei zu starten. Wahrscheinlicher ist es, dass sie mit einem erneuten Anlauf die Linke in den Abgrund zieht.

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