Meinung
Waffen für die Ukraine: Abwägen statt eskalieren
Die rasant steigende Anzahl von Militärexperten in Deutschland ist eine eher skurrile Begleiterscheinung des Krieges in der Ukraine. Ansonsten zeugen die Nachrichten und Bilder aus dem angegriffenen Land von dem abscheulichen Willen Putins, eine Nation offenbar vollständig auszulöschen und dafür seinen Soldaten zu erlauben, die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen.
Viele der besagten Militärexperten fordern eine Führungsrolle Deutschlands bei der militärischen Unterstützung der Ukraine, während Kanzler Olaf Scholz gebetsmühlenartig die Abstimmung mit den Verbündeten vorzieht. Scholz’ Vorgehen ist grundsätzlich richtig. Es wäre töricht, wenn Europa und die USA nach Gutdünken Waffen lieferten, was mehr Verwirrung stiften als Verteidigungsfähigkeit herstellen würde.
Ukraine in Position der Stärke versetzen
Wenn im aktuellen Fall Frankreich als Motor der jüngsten Panzer-Entscheidung gesehen wird, sollte erwähnt werden, dass Berlin bislang rund zwei Milliarden Euro mehr an militärischer Unterstützung für die Ukraine geleistet hat als Paris. Deutschland braucht sich in dieser Frage nicht zu verstecken.
Die Regierung sollte weiter daran festhalten, jede Waffenlieferung gründlich abzuwägen, auch wenn die Hofreiters und Strack-Zimmermans dieser Welt mehr Tempo fordern. Es gilt, die Ukraine für Verhandlungen mit Russland in eine Position der Stärke zu versetzen, aber auch Eskalationen zu vermeiden.