Bad Ems RHEINPFALZ Plus Artikel Rheinland-Pfalz: Mehr Zuwanderer als je zuvor

Eine große Rolle bei der Zuwanderung spielen Schutzsuchende aus der Ukraine.
Eine große Rolle bei der Zuwanderung spielen Schutzsuchende aus der Ukraine.

Im vergangenen Jahr sind so viele Menschen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen nach Rheinland-Pfalz gezogen.

Mehr und mehr Menschen wollen nach Rheinland-Pfalz. Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Leute aus den angrenzenden Bundesländern ziehen hierher. Insgesamt kamen 2022 alles in allem rund 198.200 Menschen nach Rheinland-Pfalz, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Bad Ems mitteilte. Das seien mehr als jemals zuvor seit Beginn der Aufzeichnung dieser Wanderungsbewegung Ende der 1940er Jahre.

Die meisten Menschen zogen aus dem Ausland ins Bundesland, darunter fast 50.000 schutzsuchende Ukrainer. Aus anderen Regionen Deutschlands wanderten rund 71.700 Menschen nach Rheinland-Pfalz. Aus allen angrenzenden Bundesländern – Hessen, Baden-Württemberg, Saarland und Nordrhein-Westfalen – zogen mehr Menschen nach Rheinland-Pfalz als umgekehrt. Unter Berücksichtigung von Geburten und Sterbefällen wuchs die Bevölkerung in Rheinland-Pfalz wegen des starken Zuzugs 2022 auf rund 4,16 Millionen Menschen.

Kaiserslautern und Ludwigshafen ganz vorne

In sämtlichen kreisfreien Städten und Landkreisen gab es einen positiven Wanderungssaldo, das heißt die Anzahl der Zuzüge lag höher als die der Fortzüge. Besonders hoch war bei den Wanderungen über die Kreisgrenzen in der Pfalz der Saldo in Kaiserslautern mit 2328 und in Ludwigshafen mit 2263 Personen. Bei den kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz lag er nur in der Stadt Mainz noch höher. Den höchsten Wanderungssaldo unter den Pfälzer Landkreisen verzeichneten die Kreise Bad Dürkheim, Kusel und Südliche Weinstraße.

Viele Einbürgerungen

In Deutschland sind derweil im vergangenen Jahr rund 168.500 Menschen eingebürgert worden. Das waren 28 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mit. Seit 2002 seien innerhalb eines Jahres nicht mehr so viele Einbürgerungen registriert worden.

Syrer machten 2022 mit einem Anteil von 29 Prozent die größte Gruppe der Eingebürgerten aus. Insgesamt wurden 48.300 syrische Staatsangehörige eingebürgert, dies waren mehr als doppelt so viele wie 2021. Sie waren im Schnitt 24,8 Jahre alt und zu zwei Dritteln männlich. Bei Syrern gab es auch den mit Abstand deutlichsten Anstieg bei Einbürgerungen, gefolgt von ukrainischen, irakischen und türkischen Staatsangehörigen. Zu den Voraussetzungen für die Einbürgerung zählen unter anderem ausreichende Sprachkenntnisse, ein gesicherter Lebensunterhalt und in der Regel eine Mindestaufenthaltsdauer von acht Jahren.

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