Gipfeltreffen RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Koalition verspricht der Ukraine weitere Hilfen: Artilleriemunition und Fahrzeuge

An der Stirnseite des Konferenzraums: die Verteidigungsminister von Deutschland, der USA und der Ukraine, Boris Pistorius (3. vo
An der Stirnseite des Konferenzraums: die Verteidigungsminister von Deutschland, der USA und der Ukraine, Boris Pistorius (3. von links), Lloyd Austin (2. von rechts) und Rustem Umjerow (rechts).

Die Reihen schließen und jetzt keinesfalls schwächeln: Darum ging es beim Gipfeltreffen der 50 Staaten, die die Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Angriff unterstützen. Und um Waffen und Geld.

„Es geht darum, dass wir in der Spur bleiben.“ Die Unterstützung der Ukraine sei „eine Frage der Ausdauer, der Nachhaltigkeit“. Das sagte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), als er am Dienstagmittag bei der nunmehr sechsten Ukraine-Konferenz auf dem US-Flughafen Ramstein vor die Presse trat.

Deutschland habe ein neues Paket mit einem Volumen von einer halben Milliarde Euro geschnürt. Es beinhalte die sofortige Lieferung von 10.000 Schuss Munition aus Bundeswehrbeständen, die Finanzierung weiterer 180.000 Schuss mit Lieferung „ab Sommer“ und nochmals 100.000 Artilleriegeschosse mit „Auslieferung noch in diesem Jahr“. Das Paket sieht zudem vor, dass die Ukraine von Deutschland 100 gepanzerte Infanteriefahrzeuge erhält und 100 Transporter. Insgesamt, so Pistorius, werde Deutschland die Ukraine in diesem Jahr mit sieben Milliarden Euro unterstützen, man sei damit der größte Geber in Europa. „Die Hilfe aus Deutschland bleibt ungebrochen“, so Pistorius.

Auch Neuseeland, Australien und Israel dabei

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine versammeln sich in Ramstein ungefähr alle vier Monate Verteidigungsminister und Militärs aus 50 Staaten, die mehrheitlich der Nato angehören. Aber es sind etwa auch Vertreter aus Neuseeland, Australien, Japan und Israel dabei.

Die Versammelten registrieren, dass in ihren Heimatländern der Glaube schwindet, dass die Ukraine den Krieg gewinnen kann und damit die Kritik an der Unterstützung wächst. Pistorius entgegnete den Zweiflern in Ramstein: „Die Ukraine verteidigt nicht nur sich selbst. Sie kämpft auch dafür, dass sich nicht das Recht des Stärkeren durchsetzt, sondern die Stärke des Rechts.“ US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hieb in die gleiche Kerbe: „Machen wir uns nichts vor“, so Austin, der russische Präsident Putin werde es nicht bei der Ukraine belassen, wenn ihn die „Koalition der Fähigen“ nicht stoppe. Auf die Frage nach einem möglichen Durchbruch der russischen Truppen antwortete Austin zurückhaltend. „Ich kann die Zukunft nicht voraussagen.“ Aber die ukrainischen Verteidiger seien zuversichtlich, die Frontlinie trotz kleinerer Gebietsverluste im Prinzip halten zu können.

Ursprünglich war das sechste Ukraine-Unterstützer-Treffen für Ende Januar vorgesehen. Wegen einer Erkrankung von US-Verteidigungsminister Austin und weil die Republikaner im US-Kongress Mittel für die Ukraine blockierten, wurde es auf den 19. März verschoben.

Zerschossene Leopard-2-Panzer werden in Litauen repariert

Am Rande der Konferenz sagte ein Vertreter der Delegation aus Litauen der RHEINPFALZ, dass die von Deutschland finanzierte Panzerreparaturwerkstatt inzwischen ihre Arbeit aufgenommen habe. Im April 2023 hatte Deutschland zugesagt, eine Feldwerkstatt zu bezahlen, die in Polen Leopard-2-Panzer reparieren sollte, die die Ukraine im Gefecht verliert. Weil die damalige polnische Regierung aber „Phantasiepreise“ für die Reparatur eines Panzers forderte, wie es in deutschen Verteidigungskreisen hieß, stieg Pistorius im Sommer aus dem deutsch-polnischen Vorhaben aus. Litauen bot sich als Ersatzstandort an. Da Litauen aber nicht an die Ukraine grenzt, müssen die beschädigten Leopard 2 nun über Ostpolen und um Belarus herum nach Litauen transportiert werden.

Boris Pistorius in Ramstein
Boris Pistorius in Ramstein
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin (links) trifft am Offizierskasino Ramstein ein.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin (links) trifft am Offizierskasino Ramstein ein.
Luxemburgs neue Verteidigungsministerin Yuriko Backes (in Blau, Liberale Partei) nimmt erstmals an der Konferenz teil.
Luxemburgs neue Verteidigungsministerin Yuriko Backes (in Blau, Liberale Partei) nimmt erstmals an der Konferenz teil.
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