Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar zur AfD: Weit weg von der Mitte

Jörg Meuthen.
Jörg Meuthen. Foto: dpa

Der alte und neue AfD-Chef Jörg Meuthen will seine Partei von extremen Positionen abgrenzen. Da wartet noch viel Arbeit auf ihn.

Der erste Tag des AfD-Parteitags verlief, verglichen mit früheren Kongressen, ungewöhnlich: Keine stundenlangen internen Kämpfe wie bei früheren Veranstaltungen, dafür die Wahl von zwei Kandidaten, die von vornherein als favorisiert galten: Zum einen Tino Chrupalla, der als Nachfolger von Alexander Gauland für einen Generationenwechsel in der Partei steht. Zum anderen Jörg Meuthen, der im Amt bestätigt wurde. Meuthen musste sich zwar einigen kritischen Fragen in Sachen Parteispendenaffäre stellen, was ihm letztlich aber offenbar nicht schadete.

Extreme Töne trotz Distanzierung

Meuthen, der schon vier Jahre lang gemeinsam mit Alexander Gauland die Partei führte, wird nun nachweisen müssen, ob er sein betontes Sich-Abgrenzen von extremistischen Positionen auch durchhält. Denn auch wenn auf dem Braunschweiger Parteitag das sichtbare Bemühen herrscht, sich als „bürgerlich“ und „konservativ“ darzustellen, so waren doch immer wieder sehr radikale, auch extreme Töne zu hören. Einer von denen, die auf dieser Klaviatur spielen, sitzt jetzt als einer von drei stellvertretenden Vorsitzenden im Parteivorstand: Stephan Brandner, gerade erst wegen wiederholter radikaler Äußerungen als Vorsitzender des Bundestags-Rechtsausschusses abgewählt.

Personalentscheidung passt nicht dazu

Der innerhalb der AfD als gemäßigt geltende Uwe Junge, der diesen Posten ebenfalls anstrebte und deshalb sein Amt als AfD-Landeschef in Rheinland-Pfalz aufgegeben hatte, war in einer Kampfabstimmung gegen Brandner chancenlos. Eine Personalentscheidung, die mit dem Anspruch, die AfD wolle die „politische Mitte“ besetzen, so gar nicht zusammenpasst.

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