Politik
Kommentar zum Arbeitsmarkt: Widersprüchliches Bild
Der Arbeitsmarkt bleibt im Großen und Ganzen stabil. Dennoch wird es auch Verlierer des Strukturwandels geben.
Das Bild erscheint widersprüchlich: Da kündigten in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Unternehmen einen – zum Teil massiven – Abbau von Stellen an. Zugleich sehen Arbeitsmarktexperten keinen Grund zu übertriebener Sorge – und dürfen sich dabei durch die jüngsten Arbeitsmarktzahlen bestätigt sehen.
Eine Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch ist, dass die schlagzeilenträchtigen Ankündigungen über Jobabbau in aller Regel von großen Unternehmen stammen. Bei denen aber ist, aufs Ganze betrachtet, nur ein kleiner Teil aller Beschäftigten angestellt. Die Masse arbeitet in kleinen und mittleren Betrieben. Die wiederum versuchen in aller Regel, die derzeitige wirtschaftliche Schwächephase ohne Entlassungen zu überstehen. Denn sie wissen genau, dass es äußerst schwierig werden wird, neues Personal zu finden, wenn es wieder aufwärts geht.
Risiko Fachkräftemangel
Dazu passt, dass der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, mit Blick auf die nähere Zukunft den Fachkräftemangel als größtes Wachstumshemmnis für die deutsche Wirtschaft bezeichnet.
Das wiederum bedeutet nicht, dass die, die jetzt oder in Zukunft eine Stelle suchen, problemlos fündig werden. Denn gerade in Zeiten struktureller Umbrüche ist es häufig so, dass die Fähigkeiten und Kompetenzen der Arbeitssuchenden nicht mit den Erfordernissen der neuen Arbeitsplätze zusammenpassen. Fort- und Weiterbildung können hier helfen – aber nicht in allen Fällen.