Coronavirus
Fragen und Antworten: So steht Deutschland in der Corona-Krise da
Wie viele Betten sind frei?
Zu Beginn der Corona-Krise gab es für die intensivmedizinische Betreuung von Patienten bundesweit rund 25.000 Betten. Zu wenige, wie die Ärzteschaft fand. Also wurden die Kapazitäten erweitert. Inzwischen sind offiziell 32.504 Betten gemeldet. Am Donnerstag waren davon 20.770 belegt, 11.734 frei. Intensivmedizinisch behandelt wurden 734 Covid-19-Patienten. Das Bild für Rheinland-Pfalz: 1435 Betten, davon 792 belegt, 643 frei, Covid-19-Patienten in Behandlung: 22.
Quellen: Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Robert Koch Institut (RKI).
Gibt es eine zweite Welle?
Das Robert Koch-Institut äußert sich vorsichtig zu dieser Frage: Zwar gingen die Corona-Fallzahlen zurück. Bisher sei aber nur ein kleiner Teil der Bevölkerung vom Virus infiziert gewesen. Daher habe die große Mehrheit der Menschen in Deutschland weiterhin keinen Immunschutz. Es müsse also damit gerechnet werden, dass durch die Lockerungen der Einschränkungen die Fallzahlen wieder anstiegen. Es könne zu einer zweiten Infektionswelle kommen. „Wann eine zweite Welle in Deutschland beginnen könnte und wie stark diese ausfallen würde, lässt sich nicht vorhersagen“, so das Institut. Auch mehrere nachfolgende Wellen seien theoretisch denkbar.
Corona-Flaute im Sommer?
Alle kennen das: Im Sommer ist die Wahrscheinlichkeit, sich zu erkälten oder an Grippe zu erkranken, niedriger als im Winter. Gilt das auch für das Coronavirus?
Laut Robert Koch-Institut ist das noch offen. Dass sich manche Viren im Sommer schlechter verbreiten, hat laut RKI unter anderem mit den höheren Temperaturen und der Ultraviolettstrahlung zu tun. Zugleich würden die Menschen weniger Zeit dicht gedrängt in Räumen verbringen.
Ein saisonaler Effekt sei auch beim Coronavirus denkbar. Es sei jedoch offen, wie groß ein solcher Effekt sein würde. Das Virus treffe auf eine Bevölkerung, die noch kaum Immunschutz habe, so das RKI.
Wie viele wurden getestet?
„Testen! Testen! Testen!“ – das war das Mantra zu Beginn der Pandemie. Inzwischen sind – Stand 27. Mai – 3,95 Millionen Corona-Tests von der Statistik erfasst. Das heißt allerdings nicht, dass 3,95 Millionen Personen getestet wurden. Manche Bürger wurden mehrfach getestet.
Die Testkapazität ist seit der ersten Märzwoche drastisch gesteigert worden: von 19.460 Tests pro Woche auf 156.824 in der laufenden Woche. Allerdings sind die Kapazitäten bisher nicht annähernd genutzt worden. In der Woche vom 18. bis 22. Mai hat es 344.782 Tests gegeben.
Quelle: RKI.
Welches Bundesland steht gut da?
Wird das Infektionsgeschehen der vergangenen sieben Tage in den 16 Bundesländern miteinander verglichen, stehen die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt am besten da: Aus Deutschlands nordöstlichstem Bundesland wurden nur 0,1 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, aus Sachsen-Anhalt 0,5. Auch in Rheinland-Pfalz ist der Infektionsverlauf vergleichsweise ruhig: 1,9. Bremen dagegen hatte mit 10,7 die höchste Zahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.
Mecklenburg-Vorpommern hat übrigens auch die insgesamt wenigsten Corona-Fälle: 760 (Rheinland-Pfalz: 6668).
Quellen: RKI, rheinland-pfälzisches Gesundheitsministerium.
Wie viele Patienten müssen in die Klinik?
Bisher sind 179.717 Personen corona-positiv getestet worden (Stand: Donnerstag, 8 Uhr). Nach einer Faustregel zeigen 80 Prozent der Infizierten keinerlei oder nur leichte Symptome, die restlichen 20 Prozent erkranken zum Teil sehr ernsthaft. Von allen Infizierten müssen knapp zehn Prozent in einem Krankenhaus behandelt werden, teilweise intensivmedizinisch.
Quellen: Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bundesregierung, RKI.
Wie trifft die Viruserkrankung die Senioren?
In Deutschland sterben 4,7 Prozent der bestätigten Corona-Fälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung – 55 Prozent Männer, 45 Prozent Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 81 Jahren. Bisher sind drei unter 20-Jährige verstorben, alle drei hatten Vorerkrankungen. Das jüngste Opfer war drei Jahre alt. In der Altersklasse 60 Jahre und älter hat es 7964 Todesfälle gegeben (Stand: 27. Mai). Das sind über 95 Prozent aller Toten.
Quelle: RKI.