Kolumne Coronavirus sogt für Ausnahmezustand in der Redaktion

Uwe Renners ist Stellvertretender Chefredakteur Digital der RHEINPFALZ.
Uwe Renners ist Stellvertretender Chefredakteur Digital der RHEINPFALZ.

Neues aus der Redaktion: Acht Millionen Besuche gab es auf rheinpfalz.de im März. Aktuelle Nachrichten sind so gefragt wie selten zuvor.

Liebe Leserinnen und Leser der RHEINPFALZ,

es war ein März, den niemand vergessen wird. Auch die Redaktion der RHEINPFALZ nicht. Noch nie in der 75-jährigen Geschichte war das Nachrichtenangebot so gefragt wie in diesen Tagen. Das gilt gleichermaßen für Print und Online. Für die Redaktion unserer Zeitung war es wohl der herausforderndste Monat seit Bestehen.

Eigentlich wollte sich die Redaktion mit aller Ruhe und Sorgfalt darauf vorbereiten, dass am 31. März die Internetseite in komplett neuer Form den Lesern präsentiert wird. Seit einem Jahr liefen die Vorbereitungen. Doch mit Corona war die Ruhe schnell vorbei, der Newsroom verwaist, die Redakteure im Homeoffice, und die Nachfrage nach aktuellen Nachrichten schoss in die Höhe. Über acht Millionen Besuche waren es Ende März auf rheinpfalz.de, so viel wie noch nie und eine Verdopplung zum Vormonat. Mit Superlativen ist es immer schwierig, aber in diesem Fall sind sie durchaus angebracht, und verzeihen Sie das Eigenlob, es muss aber mal gesagt werden: Die Leistung der gesamten Redaktion der RHEINPFALZ war und ist herausragend.

Fast 15.000 Newsletter-Abonnenten

Der Corona-Liveblog auf rheinpfalz.de, der von allen Redakteuren bestückt wird und die aktuellen Entwicklungen in der Pfalz und der ganzen Welt darstellt, hat bis heute rund 350.000 Aufrufe und wird auch wohl im April auf Platz eins der meistgelesenen Artikel liegen. In den Top 100 der meistgelesenen Artikel auf rheinpfalz.de gibt es kaum ein Thema, das nicht mit dem Virus zu tun hat. Da war zum Beispiel das abgesagte Mandelblütenfest in Gimmeldingen, zu dem trotzdem die Massen anreisten (108.000 Leser), die Schulschließungen in Rheinland-Pfalz (88.000 Leser) und, kein Witz, der Artikel über eine Neustadter Friseurin, die davon abrät, sich selbst die Haare zu schneiden (88.000 Leser). Der stärkste Tag war der 20. März, ein Freitag, mit 503.000 Besuchen auf rheinpfalz.de.

Der Corona-Newsletter, der in wenigen Tagen auf die Beine gestellt wurde (so etwas dauert in einem Verlag sonst oft Monate) hatte schon nach drei Tagen über 10.000 Leser, mittlerweile geht er auf die 15.000 zu. Auch das für die Redaktion ein Superlativ, den es so noch nie gab.

Digitalisierung beschleunigt

Das alles mit einer Arbeitsweise, die in der Redaktion vorher undenkbar war. Die Arbeit von Lokalredaktionen, Ressorts und auch Online sind Teamleistungen. Wie soll das gehen, wenn die Redakteurinnen und Redakteure zuhause im Wohnzimmer sitzen und von dort eine Zeitung oder einen Onlineauftritt gestalten müssen? Zeit, um das zu diskutieren, gab es keine. Es wird einfach gemacht. Video- und Telefonkonferenzen helfen ebenso wie verschiedene Tools und Programme, die eingesetzt werden. Die Digitalisierung innerhalb der RHEINPFALZ hat sich in den vergangenen Wochen um das Dreifache beschleunigt. Vieles davon wird uns sicher auch nach der Corona-Krise erhalten bleiben. Das ist gut so.

Bei allen schlechten Nachrichten, die wir gerade in Print und Online verkünden müssen, freuen wir uns über solche Zahlen. Zeigen sie doch, welchen Stellenwert wir als RHEINPFALZ für Sie haben. Das ist Anspruch und Herausforderung zugleich in diesen schwierigen Zeiten. Wir werden alles tun, damit Sie auch nach Corona weiterhin unsere treuen Leser sind. Ach, die neue Internetseite ist pünktlich zum 31. März an den Start gegangen.

Herzliche Grüße

Ihr Uwe Renners,

Stellvertretender Chefredakteur Digitales