Maxdorf
Verkehr: Mehr Schilder, weniger Striche
Unterm Strich unterscheiden sich die Probleme von durchschnittlichen deutschen Kommunen nicht wirklich. Egal, ob München, Castrop-Rauxel oder eben im beschaulichen Maxdorf. Die Verkehrssituation ist da ein Dauerbrenner unter den Aufregerthemen. Das wurde auch in der jüngsten Sitzung des Klima-, Umwelt- und Verkehrsausschusses der Ortsgemeinde deutlich.
Die Gefühlslage bei den Wortbeiträgen schwankte von verständnisvoll über leicht entrüstet bis Kopfschütteln. „Parken und Halten“, nannte Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) zu Beginn seiner Ausführungen als zwei exemplarische Schwerpunkte, bei denen es bisweilen zu Zwistigkeiten auf den Straßen der Gemeinde kommt. Und: „Unser Ordnungsamt wird ständig überhäuft mit Anfragen für Sperrflächen. Das ist ein endloses Thema.“ Da wurde deutlich: Auch in Maxdorf ist jeder Autofahrer sich selbst der Nächste. Wobei der Christdemokrat auch gleich erläuterte, dass sich die Gemeinde bei zusätzlichen Markierungen auf ihren Straßen eher in Zurückhaltung übt. „Wir wollen eher weniger Striche auf die Straßen machen.“
„Anhalten und höflich sein verlernt“
Ein Grundübel, das Baumann ausgemacht hat, lässt sich auch mit Leichtigkeit auf den Rest der Straßen der Republik übertragen: „Anhalten und höflich sein, das haben viele verlernt“, monierte der Ortsbürgermeister. Auch beim vorausschauenden Fahren gebe es Defizite, hat er beobachtet. Da verwundert es schon nicht mehr, dass Baumann von „intensiven Auseinandersetzungen vor dem Schiedsmann“ der Verbandsgemeinde berichtet. Dieser müsse sich vor allem mit Nachbarschaftsstreitigkeiten auseinandersetzen. Wenn der eine vor dem Fenster des anderen parkt ...
Womit Baumann gleich zu einem weiteren kritischen Punkt kommt, den Maxdorf nicht exklusiv hat: „Pro Haushalt sind inzwischen zwei, drei Autos gang und gäbe. Und die Garagen werden zweckentfremdet.“ Die Folge: Die Autos stehen eben nicht im Hof oder in besagter Garage, sondern auf der Straße und blockieren im Extremfall Gehwege.
Fuß vom Gas in der Hauptstraße
Aber selbstverständlich gibt’s vom Ortsbürgermeister nicht nur Allgemeines. Auch konkrete Punkte stehen auf der Tagesordnung. Wie zum Beispiel die Hauptstraße, in der man nach langem und zähem Ringen Tempo 30 durchgesetzt habe. „Die Kita war da unser größter Hebel“, sagt Baumann. Zumindest auf einem Teil der Strecke gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung. Aber auch nicht durchgängig an allen Tagen rund um die Uhr. Von 7 bis 18 Uhr muss man als Autofahrer auf dem Teilstück langsam machen. Und das auch nur an Werktagen. „Man darf aber auch nach 18 Uhr 30 fahren“, sagt Michael Niederberger (CDU), Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, und grinst schelmisch. So weit weg von der Realität ist das aber wohl gar nicht. Denn wie Baumann und er berichten, nähmen viele Autofahrer in der Hauptstraße automatisch und auch außerhalb der vorgeschriebenen Zeiten den Fuß vom Gas.
Etwas dramatischer ist da wohl die Situation in der Voltastraße. Anschaulich mit Bildern ist da zu sehen, dass der Lkw-Verkehr dort wohl ein Problem ist. Aufgrund der Gewerbegebetriebe entlang dieser Straße kommt es zu einem erhöhten Aufkommen an Lastern. Das Bild, das die Verwaltung auf der Leinwand präsentiert, zeigt den demolierten Sockel eines Gartenzauns. Auf einem anderen ist ein beschädigter Gehweg zu sehen. Entsprechende Hinweisschilder, in welchen Straßen keine Wendemöglichkeit für Lkw besteht, sollen helfen.
Geduld nötig in Sachen Fahrradboxen
Auf dem Kerweplatz sei dagegen „alles so gelaufen, wie wir es haben wollten“, meint Werner Baumann und meint damit die Einbahnstraßenregelung auf dem Parkplatz. Ein Kritikpunkt aus dem Ausschuss: Die eingezeichneten Parkbuchten seien zu schmal bemessen für die heutigen Autos. „Stimmt“, sagt der Ortsbürgermeister. „Da haben wir gepennt. Da hätten wir eine Breite von drei Metern machen können.“ Immerhin: Die Parkplätze seien in der Norm. Noch etwas gedulden müssen sich die Radler: Zwar seien die Fahrradboxen, die am Bahnhof aufgestellt werden sollen, lieferbereit, wie Baumann mitteilte. Allerdings könne die Grundplatte nicht montiert werden, solange es noch Frost gibt.
Beim Thema Radwegekonzept gehen die Blicke noch mal zur Leinwand. Denn da erscheinen Satellitenaufnahmen von Maxdorf, durchzogen von gelben Linien. Sie zeigen, welche Straßen die Radfahrer künftig nutzen sollen, um sicherer zum Radweg R7 und damit nach Bad Dürkheim zu kommen. „Wir wollen die Schilder so schnell wie möglich aufstellen“, sagte Michael Niederberger. Die Verwaltung versuche, die Radfahrer so zu leiten. „Aber man muss schauen, ob es angenommen wird.“