Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Umweltausschuss beschließt: Kein Rundweg im Naturschutzgebiet

Dieses Alte Schild zeigt, wie man früher um den Altrhein südlich des Silbersees laufen konnte. So hätte die Bobenheim-Roxheimer
Dieses Alte Schild zeigt, wie man früher um den Altrhein südlich des Silbersees laufen konnte. So hätte die Bobenheim-Roxheimer CDU das gern wieder.

Die Mehrheit im Bobenheim-Roxheimer Umweltausschuss hat den CDU-Antrag auf Schaffung eines Rundwegs um den Hinteren Roxheimer Altrhein abgelehnt. Mit sieben zu drei Stimmen folgte das Gremium den Argumenten der Verwaltung, die das Projekt für nicht genehmigungsfähig hält.

Erster Beigeordneter Frank Peter (CDU) hätte vergangene Woche gern jemanden von der Unteren Naturschutzbehörde (Kreisverwaltung) oder der Oberen bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion in der Sitzung gehabt. Aber beide Behörden hätten das wegen Corona abgelehnt, sagte er. Derjenige hätte sagen sollen, ob ein Spazierweg als Ersatz für die nicht mehr mögliche Umrundung des Silbersees mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen wäre. Denn das bezweifeln Peter und die Mitarbeiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt.

Der Beigeordnete erinnerte an das Gerichtsurteil zum Bebauungsplan Silbersee, in dem vor allem der zu erwartende Publikumsverkehr in den unter Schutz stehenden Bereichen des Gebiets der Knackpunkt war. Von der Rhein-Pfalz-Kreis-Verwaltung will Peter bereits „schwerste Bedenken“ gegen die Neuauflage des früheren Rundwegs am Hinteren Roxheimer Altrheins gehört haben.

CDU verweist auf Treidlerweg in der Südpfalz

Für so einen Weg vom Badestrand aus Richtung Ochsenlache und am südlichen Rand des Altrheingewässers zurück setzt sich die CDU-Fraktion ein, weil Spaziergänger seit der Einzäunung des Willersinn-Geländes am zweitgrößten See in Rheinland-Pfalz nur noch einen Uferbereich von etwa 500 Metern nutzen könnten, wie Michael Remmele erläuterte. Er nannte das Beispiel Hördt in der Südpfalz, wo ein zwölf Kilometer langer Treidlerweg durch Altrhein- und Schutzgebiete führe. „Und das soll in Bobenheim-Roxheim nicht möglich sein?“

Auf jeden Fall aber müsse der Weg am Südufer des Silbersees, auch wenn er eine Sackgasse sei, bis zum Frühjahr verkehrssicher gemacht und wieder geöffnet werden, fordert Remmele. Der Weg gehört der Gemeinde und ist seit Längerem wegen Astbruchgefahr gesperrt. Und nach Ansicht der Verwaltung soll das so bleiben. Betriebshofleiter Peter Bartmann berichtete nach einem Ortstermin mit dem Baumpfleger, dass 73 Bäume gefällt und 33 gestutzt oder von Totholz befreit werden müssten, um der Verkehrssicherungspflicht Genüge zu tun. Das bedeute einen Eingriff in die Flora und Fauna, der nicht in Relation zum Nutzen stehe.

Gefährlicher Vorfall im Sommer am See

Bartmann sagte, die Zahlen des Baumpflegers seien realistisch, und berichtete von einem Vorfall in einem zurückliegenden Sommer, als aus heiterem Himmel der Ast einer Pappel heruntergebrochen sei und die Kühltasche von Besuchern platt gemacht habe. Zum Glück seien die Leute gerade nicht auf ihrem Liegeplatz gewesen. Für solchen Sommerbruch, wenn noch dazu ein Spazierweg die Menschen dazu verleite, sich dort und nicht im offiziellen Strandbereich niederzulassen, „möchte ich nicht verantwortlich sein“, so Bartmann. Hinzu komme, dass man so viele gefällte Bäume ja nicht einfach in dem Dickicht liegen lassen könne.

„Wir wollen da keine Schneise reinschlagen für etwas, das vom Kreis vermutlich gar nicht genehmigt wird“, sagte Gerhard Schlieger von der SPD zur Begründung, warum seine Fraktion dem Rat der Verwaltung folge. CDU-Mitglied Ludwig von Heyl jun. ließ sich nach mehreren Nachfragen ebenfalls auf die Argumente Bartmanns ein, sodass am Ende nur drei Ausschussmitglieder die Rundweg-Idee befürworteten. Der Gemeinderat werde sich damit nicht mehr befassen, sagte Ausschussvorsitzender Frank Peter auf RHEINPFALZ-Anfrage. Damit ist das Thema erledigt.

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