Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Zinsschockpause plant Kreiswohnungsverband wieder Neubauprojekte

Der Kreiswohnungsverband möchte wieder bauen – wie hier 2019 in Schifferstadt.
Der Kreiswohnungsverband möchte wieder bauen – wie hier 2019 in Schifferstadt.

Nach einer „Zinsschockpause“ will der Kreiswohnungsverband Rhein-Pfalz im Jahr 2024 wieder bauen. Auch soll der Altbestand weiter saniert werden. Attraktives, barrierefreies und möglichst energieautarkes Wohnen sind die Ziele. Mit Großniedesheim, Heßheim und Heuchelheim wurden neue Mitglieder aufgenommen.

Für ein Neubauprojekt im sozialen Wohnungsbau mit geplant 26 Wohnungen in Hochdorf-Assenheim soll im kommenden Jahr der Baustart sein. Dafür sind im Wirtschaftsplan für die erste Phase Kreditermächtigungen von vier Millionen Euro vorgesehen, erläuterte der Geschäftsführer des Kreiswohnungsverbands, Volker Spindler, bei der Jahresversammlung am Mittwoch in Lambsheim. Insgesamt rund 1700 Wohneinheiten verwaltet der Verband im Rhein-Pfalz-Kreis.

Rund 2,5 Millionen Euro seien darüber hinaus im kommenden Jahr für Sanierungen und energetische Ertüchtigungen eingeplant. Ein Ersatzbau für ein Wohnhaus in Mutterstadt soll dagegen erst im Jahr 2026 in Angriff genommen werden, obwohl die bisherigen Mieter bereits ausgezogen sind. Auch hier wurden Zinserhöhungen, aber auch gestiegene Baukosten für die Investitionsverzögerung genannt. Hans-Dieter Schneider, Vorsitzender des Verbandsausschusses, erläuterte dazu, dass trotz Förderungen aufgrund der hohen Kosten Abstand davon genommen worden sei, hier sofort tätig zu werden. „Mit sozialen Mieten kann man Baukosten nicht mehr decken“, sagte Schneider. Eine Entscheidung, die Landrat Clemens Körner (CDU) als Verbandsvorsitzender bekräftigte. „Wir wollen ja keine Gewinne machen, unsere Aufgabe ist es, bezahlbare Wohnungen zur Verfügung zu stellen.“ Allerdings müsse die Rechnung Null auf Null aufgehen.

Ein Vorzeigeprojekt ist ein Ende 2022 in Limburgerhof fertiggestellter Neubau. Hier wird eine Wärmepumpe mit Photovoltaik betrieben, zusätzlich ist noch eine Mieterstromanlage inklusive Stromspeicher in Planung, sodass die Häuser weitgehend energieautark sind. Im laufenden Jahr, so Schneider, sind die Bestandsimmobilien des Kreiswohnungsverbands energetisch bewertet und eine Wärme- und Energieplanung erstellt worden.

Bestand zukunftsfähig machen

Den Wohnungsbestand „zukunftsfähig zu machen“ sei das große Ziel, so Landrat Körner. Mitunter ein schwieriges Unterfangen, da Handwerker für bestimmte Ausschreibungen keine Angebote abgeben würden. Es sei für Firmen vermutlich uninteressant, zu sanieren, während Menschen noch in den Wohnungen lebten, spekulierte der Landrat.

Die Umstellung von Etagen- auf Zentralheizungen, der Einsatz von Wärmepumpen, Wärmedämmung und Fenstertausch seien bei den Sanierungsarbeiten vorrangig. Dafür wurden im laufenden Jahr rund 1,6 Millionen Euro investiert, zudem seien rund 800.000 Euro für die Renovierung von insgesamt 19 Wohnungen vorgesehen gewesen – nicht alle Arbeiten hätten abgeschlossen werden können.

Der Jahresabschluss 2022 schloss bei einer Bilanzsumme von 56 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 1,5 Millionen Euro ab. Der Gewinn fließt mit Zustimmung der Verbandsversammlung in die Rücklagen und soll für künftige Sanierungs- und Neubauprojekte verwendet werden.

Neue Mitglieder

Der Kreiswohnungsverband – 1920 gegründet und laut Landrat Clemens Körner„einmalig in Deutschland“– wächst im neuen Jahr: Mit den Ortsgemeinden Großniedesheim, Heßheim und Heuchelheim erstreckt sich der gemeinnützige Verband jetzt über fast den gesamten Rhein-Pfalz-Kreis. Mit der Aufnahme zum 1. Januar 2024 wird für die Neumitglieder eine Einlage fällig, die 1,02 Euro pro Einwohner beträgt, mindestens jedoch 1000 Euro. Vorgesehen war auch die Aufnahme von Kleinniedesheim, doch habe die Gemeinde keine Bauflächen zur Verfügung stellen zu können, sagte Clemens Körner bei der Verbandsversammlung.

Kleinniedesheims Ortsbürgermeister Ewald Merkel (FWG) verwies auf Nachfrage der RHEINPFALZ im Anschluss zur Versammlung auf den Flächennutzungsplan, wonach in seiner Gemeinde nur geringe Flächen an Bauland ausgewiesen seien. Diese wiederum seien für Einfamilienhäuser vorgesehen. Und im Altbestand im Ortskern würde nach Ansicht von Merkel ein Mehrfamilienhaus nicht in die Umgebung einfügen.

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