Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Bekennende Christen: Geißler „ist derjenige, der diskriminiert“

Sieben Vertreter des Netzwerks bekennender Christen werfen Landaus Oberbürgermeister vor, die Glaubensfreiheit zu verletzen.
Sieben Vertreter des Netzwerks bekennender Christen werfen Landaus Oberbürgermeister vor, die Glaubensfreiheit zu verletzen.

Das Netzwerk bekennender Christen (NBC) Pfalz erklärt sich im Streit zwischen Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) und der Er-lebt-Gemeinde sowie der Evangelischen Allianz für solidarisch mit den Glaubensgemeinschaften. Es wirft Geißler eine Verletzung des Grundgesetzes vor.

Geißler, so heißt es in der von sieben Vertretern des Netzwerks gezeichneten Erklärung, stelle nun neue Maßstäbe für die Beteiligung in der Stadt Landau auf und setze diese absolut. Damit verletze er die Rechte auf Glaubens- und Meinungsfreiheit. „Er ist derjenige, der ausgrenzt und diskriminiert, indem er mit der Regenbogen-Flagge einen Maßstab behauptet, dem alles zu unterwerfen ist.“

Der Oberbürgermeister betone gemäß Grundgesetz, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. Diese Würde habe „ihre Herkunft und Begründung von Gott her, worauf auch das Grundgesetz in seiner Präambel verweist“, heißt es in der Erklärung weiter. „Die Würde des Menschen entfaltet sich daher in einem Gott wohlgefälligen Leben, also ,in Verantwortung vor Gott’“.

Jesus Christus bestärke nicht die Menschen, die das Wort Gottes übertreten, sondern sei „zu den Ausgegrenzten, den Kranken, den Ehebrechern“ gegangen und habe sie zur Umkehr aufgefordert. Christen und Kirchengemeinden hätten von Jesus den Auftrag erhalten, „Licht der Welt“ und „Salz der Erde“ zu sein. „Nichts Anderes tut die er-lebt-Gemeinde Landau und Pastor Denis Grams, gerade auch in seiner Predigt vom 5. Februar.“

Geißler fordere deren Widerruf. Bereits „Petrus und die Apostel hatten betont „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“. Mit solchem Verkündigen und Tun sei keine Kirchengemeinde „menschenfeindlich“ oder „homophob“, argumentieren die Verfasser, darunter die Pfarrer Ulrich Hauck und Traugott Oerther, weiter. „Vielmehr kommen sie in eine Auseinandersetzung mit dem Welt- und Zeitgeist, das ist seit fast 2000 Jahren so.“

Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler Geißler hatte die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz und den angehörenden Gemeinden wegen deren Positionen zu den Themen Homosexualität, sexuelle Identität und Konversionstherapie (Umerziehung von Homosexuellen zu Heterosexuellen) aufgekündigt. Zudem hat er Positionen des Leitungskreises der Er-lebt-Gemeinde, vor allem von Pastor Denis Grams in einer Predigt am 5. Februar, als homphob bezeichnet. Er hat die Zusammenarbeit der Stadt mit den Organisationen beendet, bis diese die kritisierten Positionen revidieren. Konkret hat Geißler bisher angekündigt, dass die Stadt das Er-lebt-Forum am Neuen Messegelände nicht mehr für ihre Veranstaltungen anmieten will. Zudem hat Geißler die Gemeinde von der Teilnahme am Kindertag der Stadt Landau ausgeschlossen. Auch die Lebensmission Haiti gehört zum Netzwerk der Evangelischen Allianz, Geißler hat darauf verzichtet, die Teilnehmenden beim Haiti-Lauf in Landau zu begrüßen oder die Schirmherrschaft für den Lauf zu übernehmen. Geißlers Verhalten ist vielfältig kritisiert worden – auch von Dieter Ludwig, dem früheren Vorsitzenden der Landauer Evangelischen Allianz. Er warf wirft Geißler vor, „einen Spaltungskeil“ in die Kirchen und Gruppen, aus denen die Mitarbeitenden der Allianz kommen, zu treiben. Zudem verwies Ludwig auf das soziale Engagement der Mitgliedsgemeinden.

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