Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Beigeordnetenwahl: Lena Dürphold läuft sich warm

Die Kommunalpolitik, nicht Landes- oder Bundespolitik, ist das Steckenpferd von Lena Dürphold. „So ist man nah am Bürger“, sagt
Die Kommunalpolitik, nicht Landes- oder Bundespolitik, ist das Steckenpferd von Lena Dürphold. »So ist man nah am Bürger«, sagt sie. Die erste Frau im Stadtvorstand, für Peter Lerch (rechts) und Ralf Eggers, hier im Gespräch mit Sabine Schilling, wäre das ein willkommener Nebenaspekt.

Lena Dürphold möchte Politik in Landau an verantwortlicher Stelle mitgestalten. Die 26-Jährige kandidiert bei der Wahl des/der hauptamtlichen Beigeordneten. Schon mit 15 Jahren hat sie sich politisch engagiert.

Die politische Heimat der Mörzheimerin ist die CDU. Im vergangenen Sommer hat sie Wahlkampf für Dominik Geißler gemacht, den die Landauer zu ihrem neuen Oberbürgermeister gemacht haben. Jetzt kämpft sie in eigener Sache. Am 18. Juli wählt der Landauer Stadtrat eine/einen Nachfolgerin/er für Lukas Hartmann von den Grünen, der im Januar Maximilian Ingenthron (SPD) als Bürgermeister ablösen wird. Der Posten des Beigeordneten wird laut Koalitionsvertrag von Grünen, CDU und FDP von der CDU besetzt. Weitere Kandidaten sind bis dato Jennifer Braun von der SPD und Stadtjugendpfleger Arno Schönhöfer.

Wer ist diese junge Frau, die vom Ehrenamt auf den Stuhl des Politprofis in der Stadtverwaltung wechseln möchte? Zunächst einmal bewirbt sie sich um dieses Amt mit sehr viel Rückenwind aus der Fraktion. Die habe sie einstimmig nominiert, berichten Ralf Eggers und Peter Lerch.

Keine Geheimnisse verraten

Auch die Beratungen im Elternhaus haben sie gestärkt. Schließlich wissen Vater und Mutter sehr genau, auf was sich ihre Tochter da einlässt. Die Familie hat eine politische DNA, wie aus den Erzählungen von Lena Dürphold zu schließen ist. Allerdings sind es nicht alles stramme CDU’ler. Eine Verwandte beispielsweise war der SPD verbunden. Und Vater Michael Dürphold ist Freier Wähler, wie Tochter Lena mit Sitz und Stimme im Landauer Stadtrat vertreten. Nur eben nicht in derselben Fraktion. Für ihn ist es die zweite Wahlperiode, für sie die erste.

Die 26-Jährige berichtet, dass sie und ihr Vater vor kommunalpolitischen Entscheidungen nicht offen miteinander sprechen. Erst danach. „Es sollen ja keine Fraktionsgeheimnisse ausgeplaudert werden.“ Er hätte es natürlich gerne gesehen, wenn sie in seine Fußstapfen getreten wäre, meint sie, also eine Karriere bei den Freien Wählern angestrebt hätte. Aber die CDU habe eine bessere Nachwuchsförderung, deshalb sei die Entscheidung vor zehn Jahren für die Junge Union ausgefallen. Inhaltlich seien FWG und CDU grundsätzlich relativ nah beieinander, so ihre Einschätzung.

Feuer gefangen

Nach dem anfänglichen Schnuppern bei der Jungen Union ist Lena Dürphold Ende 2015 in die CDU eingetreten, kurz vor dem Landtagswahlkampf. „Wir wollen die Regierung übernehmen“, das sei damals die Devise gewesen. Doch Malu Dreyer und deren SPD gewannen die Wahl. Mit 16 absolvierte die Mörzheimerin beim Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart aus Jockgrim im Berliner Büro ein Praktikum. „Da habe ich Feuer gefangen und gemerkt, wie spannend Politik sein kann“, sagt sie.

Hautnah erlebte sie 2017 die Wahlkämpfe des Annweilerer Verbandsbürgermeisters Christian Burkhart und von Landrat Dietmar Seefeldt. Ein Jahr später war es Peter Lerch, der die junge Frau bei einem Kreisempfang für die Liste der Landauer CDU zur Kommunalwahl 2019 gewinnen konnte. 2021 rückte sie in den Fraktionsvorstand auf und übernahm gleich die Rolle der Schriftführerin, war so bei allen wichtigen Diskussionen Teil des inneren Zirkels.

Freiräume genutzt

„Sie hat sich unheimlich gut entwickelt in der Partei“, sagt Ralf Eggers. Sie sei eine Figur, die wichtig sei für die Partei, habe ihre Freiräume gut genutzt und sei aufgefallen. Peter Lerch ergänzt, Dürphold sei nicht die Großsprecherin, aber wenn sie etwas sage, dann habe es Hand und Fuß. Er schätzt ihr Engagement und ihre Zuverlässigkeit. „Ich äußere mich lieber akzentuiert als Parolen rauszuhauen“, formuliert die Kandidatin selbst.

Sie tritt selbstbewusst auf, ist um Antworten nicht verlegen. Da sie noch in der Ausbildung ist, kann sie keine Berufserfahrung vorweisen. Aber, so hält sie den Gesprächspartnern entgegen, sie habe viele Praktika und nach der Ausbildung zur Industriekauffrau bei Ronal ein duales Studium der Betriebswirtschaft mit vielen Praxisanteilen gemacht. Lena Dürphold möchte die Ausbildung bei der Allianz Versicherung im September mit dem Bachelor abschließen.

Selbstversorger

Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr beim DRK, in dem sie sich als Rettungsassistentin ausbilden ließ, blieb sie dem Roten Kreuz als Ehrenamtliche und auch dem Sozialen verbunden. Jugend, Soziales, Schulen – das sind für die Vizepräsidentin des DRK-Kreisverbandes Landau Themen, die wichtige Bausteine im Zusammenleben sind. Diese Zuständigkeiten würde sie von Ingenthron erben. Das passe für sie, sagt sie. „Wenn ich gewählt werde, ist das mein Platz.“ Sie möchte neue Akzente setzen, sich um Belegungspläne für Sportvereine ebenso bemühen wie um die Neuorganisation der Schulverpflegung und die Bezahlung von Tagesmüttern.

Dürphold ist Mitglied in den Ausschüssen für Soziales, Jugend, Kultur und Bürgerbeteiligung. Von 2019 bis Herbst 2022 gehörte sie dem Ortsbeirat Mörzheim an. Mittlerweile lebt sie in Godramstein. Sie liebt es, dort mit ihrer Oma im Pflanzgarten zu ackern, zu mulchen, zu fräsen und mit dem Traktor zu arbeiten. „Über Sommer bin ich Selbstversorger“, erzählt die Frau mit dem grünen Daumen, die seit dem vergangenen Jahr joggt und nun für den Halbmarathon beim Stadtjubiläum 2024 trainiert.

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