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Montag, 05. November 2018 Drucken

Landau: Kultur Regional

Auf den Kobold gekommen

Leinsweiler: Kinderbuchautorin Moni Folz arbeitet an Fortsetzung ihres Erstlingswerks „Papperlakröt!“

Von Ali Reza Houshami

Kinderbuchautorin Moni Folz aus Leinsweiler arbeitet derzeit an der Fortsetzung von „Papperlakröt!“.

Kinderbuchautorin Moni Folz aus Leinsweiler arbeitet derzeit an der Fortsetzung von „Papperlakröt!“. ( Foto: Houshami)

„Erfinden Sie eine Figur, mit der es Ihnen nie langweilig wird“, hieß es in dem Online-Schreibkurs, an dem Moni Folz aus Leinsweiler teilnahm. Herauskam Theodor, ein Kobold aus Untenwelt, der es sich seitdem bei der Kinderbuchautorin so richtig gemütlich gemacht hat.

An ihrem Schreibtisch sitzend, mit Blick in den Garten, arbeitet Moni Folz aus Leinweiler derzeit an der Fortsetzung ihres ersten Kinderromans „Papperlakröt!“. Sie ist bei Kapitel 19. „Eigentlich hatte ich 21 Kapitel vorgesehen, doch während des Schreibens kamen mir noch so einige Ideen, sodass es wohl noch drei, vier mehr werden“, berichtet die 49-Jährige im RHEINPFALZ-Gespräch.

Moni Folz ist also in den letzten Zügen. Bis das Werk im Buchhandel in den Regalen steht, werden aber noch Monate vergehen. Schließlich kommt ja noch das Lektorat. Während sich die einen also gedulden müssen, haben die anderen, die ihr Erstlingswerk noch nicht kennen, Zeit, die Bekanntschaft mit dem Protagonisten ihres Romans zu machen. Mit Theodor, der vor drei Jahren in der Welt der Erzieherin aufgetaucht und seitdem nicht mehr wegzudenken ist.

„Theodor möchte partout ein gemeiner Kerl sein, um als Kobold anerkannt zu werden“, erzählt Folz. Allerdings sei er das komplette Gegenteil, eher klein, niedlich und nett. Wobei nett so ziemlich das Letzte ist, was ein Kobold in den magischen Höhlen von Untenwelt sein sollte. Dort ist nur ein böser Kobold ein richtiger Kobold. Als Theodor in der Welt der Menschen, in Obenwelt, auf die 13-jährige Theresa trifft, entspinnt sich eine abenteuerliche Geschichte, in der sich beide mutig gegen Feinde, die sie in ihrer jeweiligen Welt mobben und unterdrücken, zur Wehr setzen.

Dass Theodor in der Welt von Folz aufgetaucht ist, hängt mit dem Online-Schreibkurs zusammen, an dem sie 2015 teilnahm. „Damals war ich für längere Zeit zu Hause. Ich dachte mir, dass ich wieder solch einen Kurs belegen könnte.“ Schließlich sei ihre Leidenschaft, das Schreiben von Geschichten, im Alltag untergegangen. Der Job in der Kindertagesstätte und die Umbauarbeiten im Haus hätten sie zeitlich zu stark in Anspruch genommen. So kam ihr der Schreibkurs für angehende Autoren ganz gelegen.

„Als es im Kurs hieß, wir sollen uns eine Figur ausdenken, mit der es uns nie langweilig wird, um eine Geschichte schreiben zu können, kam ich dann auf Theodor“, erzählt Folz, die in Landau geboren ist und heute zwischen Wald und Weinbergen in Leinsweiler lebt. Die Geschichte sollte am Ende sieben Seiten lang und in mehrere Kapitel aufgeteilt sein. Ermutigt durch ihren Kursleiter machte sich Folz nach Kursende daran, an dem Grundgerüst zu arbeiten, sodass am Ende das 194 Seiten umfassende Erstlingswerk herauskam, das im August 2017 in den Buchhandel kam. Dabei war die Suche nach einem Verlag, der ihr Werk veröffentlichte, schwieriger als gedacht.

„An die großen Verlage kam ich nicht ran, habe ich schnell gemerkt. Für was Neues waren Sie nicht aufgeschlossen“, berichtet Folz. Es hagelte Absagen über Absagen. Bis sie mit einem kreativen Anschreiben beim nordrhein-westfälischen unabhängigen Kuuuk-Verlag Aufsehen erregte. Sie ließ einfach Theodor den Brief an die Verantwortlichen des Verlags verfassen.

So kommt es, dass Moni Folz neben ihrer beruflichen Tätigkeit im Kinderhort Grundschule Süd in Landau auch Lesungen hält, an Grundschulen und in Büchereien. Das Schreiben sei für sie „Erfüllung pur“, noch schöner sei es aber, zu sehen, wie ihre Zuhörer, meist Kinder und Jugendliche, die Passagen erleben, aus denen sie vorträgt. „Wenn Theodor eine Spinne in den Mund fallen lässt und alle Iiiiii rufen oder in einem spannenden Abschnitt alle mit großen Augen ganz gespannt lauschen, das ist schon ein tolles Gefühl.“

Dass Moni Folz nun wieder am Schreibtisch sitzt, liegt nicht nur daran, dass es ihr mit Theodor nie langweilig wird. Bereits während der Zeit, als sie vergeblich auf eine positive Antwort eines Verlags wartete, habe sie sich an eine Fortsetzung gesetzt, um sich von den vielen Absagen nicht unterkriegen zu lassen. Siehe da, bald ist das zweite Buch fertig, das aus ihrer Feder stammt.

Info

Kinderbuchautorin Moni Folz nimmt am Vorlesetag am 16. November teil. Sie wird in der Stadtbibliothek Landau aus ihrem Erstlingswerk „Papperlakröt!“ vortragen.

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