Jahreswetter 2023 RHEINPFALZ Plus Artikel Herrlicher Sonnenschein und trübe Zeiten

Sonne und Wolken traten eher selten gemeinsam auf. Längere trübe Phasen und sehr sonnige wechselten sich im vergangenen Jahr ab.
Sonne und Wolken traten eher selten gemeinsam auf. Längere trübe Phasen und sehr sonnige wechselten sich im vergangenen Jahr ab.

Ein winterliches Gastspiel im Januar, ein sonniger, trockener und warmer Frühsommer gefolgt von einem durchwachsenen und schwülen Hochsommer, ein freundlicher und warmer Spätsommer und ein nasser Herbst: Das Wetter im Jahr 2023 hatte einiges zu bieten. Nur eines fehlte: ein echter Winter.

Das Jahr 2023 bot ein buntes Wetterprogramm. Ein polarer Kaltlufteinbruch mit reichlich Schnee sorgte in der zweiten Monatshälfte des Januars für das einzig wirklich winterliche Gastspiel des Jahres. Der Frühsommer bescherte rekordverdächtig viel Sonnenschein und Trockenheit. Es folgte ein durchwachsener Hochsommer mit stetigem Auf und Ab bei den Temperaturen. Sehr freundliches Wetter und Wärme lieferte der Spätsommer bis weit in den Oktober hinein. Danach folgte ein trüber, nasser und ungemütlicher Herbst.

Nach einem ungewöhnlich milden Jahresbeginn kleidete vom 20. auf den 21. Januar Polarluft in Verbindung mit kräftigem Schneefall die Landschaft in ein dickes Wintergewand. Auf der Sickingerhöhe erreichte die Schneedecke mehr als 15 Zentimeter. Während es im Flachland wieder taute, blieb die weiße Pracht in den höheren Lagen der Westpfalz bis zum Monatsende liegen.

Frühlingshafter Februar

Der Februar erinnerte nur in klaren Sternennächten an den Winter. Sonst gab es mit reichlich Sonnenschein bereits vorfrühlingshafte Tage mit Temperaturen zwischen zehn und 16 Grad. Es fielen meist nur spärliche Niederschlagsmengen. Die Monatssumme von 12,1 Liter pro Quadratmeter entsprach nur 16,8 Prozent des Monatssollwertes.

Was der Februar an Niederschlag versäumt hatte, holte der März wieder auf. Nach sonnigem Beginn stellte sich unbeständiges, windiges, aber eher mildes Spätwinterwetter ein. Der Monat schaffte es auf 145,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und damit auf mehr als das Doppelte der üblichen Monatsmenge – so viel wie seit 2001 nicht mehr.

Kalte Spätwinternächte prägten den April. Es gab häufig Bodenfrost. Dies führte dazu, dass dieser Monat letztendlich auch zu kühl ausfiel. Zudem machte er seinem Ruf als launischer Geselle alle Ehre. Es gab einen raschen Wechsel aus Sonne und Regen- oder Schauerwolken.

Waldbrandgefahr nimmt zu

Im Mai setzte sich das durchwachsene Wetter während der ersten Monatshälfte fort. Im zweiten Abschnitt wurde es allerdings sonniger und frühsommerlich warm. Mit zunehmender Trockenheit nahm die Waldbrandgefahr zu. Mit nur 18,3 Litern pro Quadratmeter war es zumindest in Lambsborn der niederschlagsärmste Mai seit 1991.

Im Juni setzten sich reichlich Sonnenschein, Trockenheit und sommerliche Wärme fort. Dies machte ihn zum wärmsten Frühsommermonat seit 2003. Mit nur 4,3 Liter pro Quadratmeter war es der niederschlagsärmste Juni seit weit mehr als 25 Jahren. Dafür erreichte er rekordverdächtige 357 Sonnenstunden.

Der Sommer-Dämpfer

Im Laufe des Julis erlitt der Sommer einen herben Dämpfer. Regenfälle, Schauer und Gewitter nahmen zu und füllten die Fässer. Dennoch blieb es an vielen Tagen warm und zum Teil auch schwül.

Mit einer Berg- und Talfahrt bei den Temperaturen ging es auch im August weiter. Auf frühherbstliche Kühle folgte schwüle Hitze und anschließend wieder willkommene Erfrischung. Dazu regnete oder schauerte es mancherorts häufig und ziemlich kräftig.

Zu Beginn des Septembers erfolge eine rasche Wetterberuhigung, und es stellte sich prächtiges Spätsommerwetter ein. Dies führte dazu, dass dieser Monat mit seinem Mittel von 18,7 Grad um mehr als vier Grad über dem langjährigen Durchschnittswert lag. Nach dem nassesten September im Jahr 2022 folgte nun im direkten Gegenzug der trockenste seit mehr als 30 Jahren. Außerdem bot er 266 Sonnenstunden – so viel wie seit 1959 in einem Frühherbstmonat nicht mehr.

Nasser Dezember mit reichlich Wind

Im Oktober setzte sich das ungewöhnlich warme und freundliche Spätsommerwetter bis fast zur Monatsmitte fort. Mit Werten zwischen 26 und 28 Grad purzelten zu Monatsbeginn sogar Temperaturrekorde. Im zweiten Abschnitt gab es dagegen eine kräftige Kehrtwende. Es wurde trübe und herbstlich mit sehr viel Regen. Dies machte ihn mit seinen bemerkenswerten 148,2 Litern pro Quadratmeter zum regenreichsten Oktober seit 1998.

Im November regnete, nieselte oder schauerte es bei unangenehmem Wind und tristem Einheitsgrau munter weiter. So wurde er mit seinen 160,2 Litern pro Quadratmeter nach 1996 zum nassesten November nach 1996 gekrönt. Zum Monatsende kühlte es spürbar ab und zumindest in höheren Lagen trug die Landschaft ein winterlich weißes Kleid.

Unbeständig, nass und windig ging es auch über weite Strecken im Dezember weiter. Aus den Flocken wurden rasch wieder Tropfen. Gemeinsam mit dem November schien die Sonne nur 52 Stunden – also pro Tag im Schnitt weniger als eine Stunde.

Zu warm und zu nass

Letztendlich fiel das Jahr 2023 mit einem Temperaturmittel von 11,5 Grad um 1,4 Grad im Vergleich zu den vergangenen 25 Jahren zu warm aus. Im Vergleich zum Referenzzeitraum zwischen 1961 und 1990 war es jedoch schon um 2,5 Grad zu warm. Damit war es nach 2022 mit 11,6 Grad das zweitwärmste Jahr seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnungen. An keinem Tag sank das Quecksilber in den strengen Frostbereich von minus zehn Grad und kälter. Bodenfrost (Frost in fünf Zentimetern über dem Erdboden) wurde an 97 Tagen registriert. Der tiefste Wert des Jahres wurde in Lambsborn am 9. Februar mit minus 7,6 Grad gemessen. Der höchste Wert wurde am 9. Juli mit schweißtreibend heißen 35,1 Grad verzeichnet.

Das Mittel der Luftfeuchtigkeit lag bei 78 Prozent. Die Niederschlagsmenge erreichte beachtliche 1025 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht 116,9 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Damit wurde das Jahressoll an Niederschlag überschritten. In Martinshöhe fielen im vergangenen Jahr 963,5 Liter auf den Quadratmeter, in Morlautern waren es 769,7 und in Landstuhl 1098. Regentage mit einem Mindestwert von 0,1 Litern pro Quadratmeter gab es 194. Der höchste Tagesniederschlag mit 40,5 Litern pro Quadratmeter fiel am achten März teilweise in Verbindung mit Schnee. Der niederschlagsärmste Monat war der Juni mit 4,3 Litern pro Quadratmeter. Der niederschlagsreichste Monat war der November mit 160,2 Litern pro Quadratmeter. An 21 Tagen blitzte und donnerte es. An 26 Tagen fiel Schnee oder Schneeregen – beziehungsweise Hagel oder Graupel. An 17 Tagen konnte eine winterliche Schneedecke gemessen werden. Diese erreichte am Morgen des 21. Januars mit 16 Zentimetern ihren Höhepunkt. Nebel wurde an 31 Tagen beobachtet.

An 60 Tagen brauste starker Wind über die Region. Richtigen Sturm gab es nicht. „Heitere Tage“ wurden 36 vermerkt. „Trübe Tage“ gab es 158. Die restlichen Tage lagen dazwischen. Insgesamt war der Himmel während des Jahres zu 67,9 Prozent von Wolken überzogen (normal). Die Sonne schien 1872 Stunden. Dies entspricht 108,2 Prozent des langjährigen Mittels der vergangenen 25 Jahre. Durchschnittlich ließ sie sich pro Tag etwa fünf Stunden und acht Minuten blicken. Sonnigster Monat war der Juni mit 357 Stunden. Am wenigsten schien die Sonne im Januar mit nur 22 Stunden.

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