Der Wochenmarkt RHEINPFALZ Plus Artikel Nicole und Jürgen Fillibeck bringen nicht nur heimisches Obst und Gemüse auf den Markt

 Der Obst- und Gemüsestand von Roland Wenger ist im vergangenen Jahr von Tochter Nicole Fillibeck und ihrem Mann Jürgen übernomm
Der Obst- und Gemüsestand von Roland Wenger ist im vergangenen Jahr von Tochter Nicole Fillibeck und ihrem Mann Jürgen übernommen worden.

Seit 1981 prägt der Obst- und Gemüsehandel Wenger das Bild auf dem Lauterer Wochenmarkt. Anfang 2020 hat sich Roland Wenger aus Altersgründen zurückgezogen. Seitdem führt Tochter Nicole Fillibeck mit Ehemann Jürgen Regie. Beide legen Wert auf Vielfalt und Frische ihrer Produkte.

Eine Augenweide auf 22 Meter Verkaufsstand bieten die Auslagen, die im Spätsommer das Bild des Marktstandes prägen. Wohin der Blick auch fällt, allein die Farben der Früchte unter den weiß-blau gestreiften Marktschirmen sind verführerisch. Zwetschgen und Mirabellen haben derzeit Konjunktur. Ebenso Weintrauben und Pfirsiche, Aprikosen und Nektarinen. Farbenprächtig ist auch das Beerensortiment: Schälchen mit Himbeeren und Brombeeren, Stachel- und Heidelbeeren reihen sich übersichtlich in den Auslagen. Verlockend das rote und saftige Fleisch aufgeschnittener Wassermelonen und das gelbe Fruchtfleisch der Ananas. Knackige Äpfel und saftige Birnen, tropische Früchte wie Papaya, Mango, Feigen und Granatäpfel bereichern das Sortiment. Einem Segment Obst folgt ein Segment Gemüse. Holzkisten mit Salatsorten füllen den Hintergrund des Marktstandes. „Wir legen Wert auf eine ansprechende Präsentation der Ware“, betont Nicole Fillibeck.

Steinpilze sind in diesem Jahr rar

Zwischen den Obstsorten ergänzt frisches Gemüse aus der Vorderpfalz die Auslagen. Gebündelt fallen Karotten und Frühlingszwiebeln, Radieschen, Petersilie, Dill, Koriander und Bohnenkraut ins Auge. Saison haben Blumenkohl und Rotkohl, Weißkraut und Kohlrabi. Bohnen als Busch-, Stangen- und gelbe Wachsbohnen liegen bereit. Im Angebot reichlich Platz nehmen Salatköpfe, Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini ein.

Steinpilze seien dieses Jahr rar, berichtet Nicole Fillibeck. Doch müssten Kunden auf Pfifferlinge, Champignons, Kräuterseitlinge und Shiitake nicht verzichten. Frisch gepresster Orangensaft ist seit dem ersten Wochenmarktfest fester Bestandteil am Wenger-Stand. „Das soll so bleiben.“

Bevor Roland Wenger zu den Beschickern des Lauterer Wochenmarktes gehört hat, fuhr er mit einem Lastwagen Obst und Gemüse im Odenwald aus. Für Nicole Fillibeck (51), die ihren Vater bereits als Jugendliche auf den Markt in Kaiserslautern begleitet hat und das seit 2001 hauptberuflich tut, ist der Verkauf dienstags und samstags auf dem Wochenmarkt ein Teil ihres Lebens geworden.

Aufbau des Stands beginnt schon um 3 Uhr

Jeweils einen Tag vor dem Markttag wird auf dem Großmarkt in Mannheim eingekauft. Dort ist das gefragt, was in der Pfalz nicht angebaut wird: In erster Linie Südfrüchte und exotische Gaumenfreuden. Der Großteil des einheimischen Gemüses und Obstes wird bei Bauern aus der Region eingekauft. Nach der nächtlichen Fahrt von Lambsheim nach Kaiserslautern an Markttagen, packen gegen 3 Uhr auf dem Stiftsplatz starke Arme beim Aufbau des Standes mit an. Der Lastwagen, der über eine Kühlung und im Winter über eine Heizung verfügt, muss abgeladen und die Ware auf dem Stand übersichtlich und getrennt nach Obst und Gemüse ausgebreitet werden. Beim Aufbau wird Jürgen Fillibeck von Helfern unterstützt. Bis zu acht Mitarbeiter und Aushilfen aus der Region sind für den Verkauf an Samstagen notwendig. Eine Beleuchtung der Auslagen aus aller Herren Länder erleichtert den Kunden in der dunkleren Jahreszeit den Blick auf die Ware.

Nicole Fillibeck weiß die Arbeit auf dem Wochenmarkt zu schätzen. „Das ist ein anderes Leben als am Schreibtisch im Büro.“ Sie mag den Kontakt mit Kunden. „Das Gespräch am Marktstand gehört einfach mit dazu.“ Eine Atmosphäre, die sie nicht missen möchte. Wie gerne käme ihr Vater immer noch mit auf den Markt. Doch die Gesundheit des 74-Jährigen spreche dagegen. Bis an Samstagen nach der Heimfahrt nach Lambsheim alles wieder ausgepackt und eingeräumt sei, ist es oft später Nachmittag. Einen Teil der nicht verkauften Ware spendet die Familie an Foodsharing Kaiserslautern. Ein anderer Teil geht am folgenden Markttag zu einem günstigeren Preis über die Theke.

Was den Verkaufspreis der Waren angeht, orientiere sich der an der Qualität und dem Einkaufspreis der Artikel. Produkte aus Spanien seien oft günstiger, Produkte aus Frankreich dafür aromatischer. Nicole Fillibeck schätzt den Wochenmarkt in Kaiserslautern. „Es ist ein sehr schöner Markt, der zum gängigen Angebot auch Spezialitäten zu bieten hat“, verweist sie auf Käse und Feinkost. „Für mich ist der Markt, so wie er ist, in Ordnung.“ Der Marktverein sei ein wichtiges Gremium, das die Interessen der Händler gegenüber der Stadt vertritt. Auch stimme das Verhältnis der Mitbewerber untereinander, betont Nicole Fillibeck.

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