Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel „Sascha singt“: Das ist die nächste Online-Show des TAW

Im Foyer des TAW hat Sascha Fischer seinen provisorischen Schminkraum eingerichtet. und macht sich für die Show fertig, bei der
Im Foyer des TAW hat Sascha Fischer seinen provisorischen Schminkraum eingerichtet. und macht sich für die Show fertig, bei der auch Keyboarder Achim Essig (hinten links) und Andrea Paegelow (hinten rechts) dabei sind.

Paris, Köln und Wahlen im Odenwald sind musikalische Meilensteine der neuen Musik-Show, die das Theater Alte Werkstatt am Samstag virtuell startet. „Tipitipitipso“-Star Sascha Fischer kramt darin in seinem künstlerischen Nähkästchen und bewirtet in der ersten Ausgabe von „Sascha singt“ eine talentierte Jugendfreundin.

Für die Dreharbeiten zur ersten Folge wurde die Bühne im Theater Alte Werkstatt (TAW) umdekoriert. Die violetten glitzernden Requisiten der „Ein Zuhause für alle“-Show sind verschwunden. Nach 22 Folgen wurde die Show abgesetzt. Jetzt ist Showtime für „Sascha singt“ – der neue Titel prangt in goldenen Lettern über der Szenenfläche, in der zwei Barhocker und eine Minibar auf die Akteure warten. Fischer pudert sich die Wangen im provisorischen Schminkraum im Foyer. „Hier wollte ich eigentlich die Show vor echtem Publikum aufführen“, erzählt der 32-jährige Schauspieler und Sänger, während er einen Blick in den Spiegel wirft.

Doch weil das wegen der Pandemie noch nicht wieder geht, bat TAW-Chef Jürgen Hellmann den 32-Jährigen, eine musikalische Show fürs Internet ins Leben zu rufen. Das Konzept ist angelehnt an einen Klassiker des TAW: Im Stück „Tipitipitipso“ hatten Fischer und Schauspielkollegin Maria Breuer regelmäßig Zeitreisen zu alten Schlagern unternommen. In „Sascha singt“ ist Fischer als Privatmann unterwegs und singt sich mit jeweils einem befreundeten Künstler durch die Ohrwürmer seines Lebens.

„Den Punkt musst du blind finden“

Im Saal wird der Soundcheck gemacht. Fischer zieht sich einen goldenen Blouson über und probt seinen Aufgang. Die Kameramänner Ludwig Asal und Cedrick Jack Jankowski beschließen, dass er von der rechten Seite die Bühne betreten soll. Damit Kamera drei sowohl ihn als auch das Plakat mit „Sascha singt“ einfängt, soll Fischer exakt an einer Stelle stehen. „Den Punkt musst du blind finden, du darfst nicht auf den Boden schauen“, sagt Jankowski und klebt einen Streifen Tape auf die Stelle. Fischer ertastet mit den Turnschuhen das Klebeband und begrüßt das Publikum daheim mit Bob Seegers zackigem „Old Time Rock’n’Roll“, wobei er sich in der Manier von Elvis über die nicht vorhandene Schmalztolle streicht.

Am Keyboard haut Achim Essig in die Tasten. Der Mannheimer Pianist nimmt Blickkontakt zu Fischer auf. Schon nach den ersten Takten ist klar, dass die Chemie zwischen den Beiden stimmt. Von links betritt Andrea Paegelow die Bühne. Für die schmale Frau mit legerer Jeansjacke ist die Aufnahme eine Premiere – die 34-jährige Odenwälderin hat bislang nur auf Livekonzerten und bei Festen gesungen. Schnell bricht Fischer das Eis, bewirtet seine Jugendfreundin mit einer Weinschorle und stimmt Joe Dassins Chanson „Aux Champs-Elysees“ an.

Die Pandemie thematisiert Fischer nicht direkt. Doch zwischen den Zeilen ist ihm anzumerken, dass ihn die Zeit ohne Aufführungen bedrückt. Er schwärmt vom Pariser Savoir-vivre und schlägt musikalisch den Bogen zu seinem Heimatdorf Wahlen im Odenwald, indem er den Refrain des Chansons umdichtet in „Oh Wahlen is schee“. Nun schwärmen Fischer und Paegelow vom Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft mit Livekonzerten und erinnern sich, wie sie gemeinsam vor 15 Jahren den Odenwald mit ihrer Partyband gerockt haben.

Fischer erinnert sich auch an den Kölner Karneval, den er vor Corona jedes Jahr mitgefeiert hat. Etwas wehmütig stimmt er seine persönliche Karnevals-Hymne an – „En unserem Veedel“ von den Bläck Fööss. Beim Refrain kann sein Gast mithalten. „Denn he hält m'r zosamme ejal, wat och passeet en uns'rem Veedel“, singt Paegelow mit und präsentiert ihrerseits die Songs, die ihr in Fleisch und Blut übergegangen sind: „Zombie“ von den Cranberries und „Don't Know Why“ von Norah Jones.

Antworten im Sekundentakt beim „Fragenhagel“

Eine Portion Smalltalk gehört ebenfalls zur Show: Fischer hält, wie es sich für einen Moderator ziemt, einen Stapel Moderationskarten in der Hand. Die meisten Wortbeiträge hat er aber im Kopf. Etwa „Fischers Fragenhagel“, bei dem sein Gast im Sekundentakt antworten muss. Den Löwenanteil der Show bestreitet das Duo musikalisch. Insgesamt acht Songs singen Fischer und Paegelow, die erste Folge von „Sascha singt“ ist etwa 60 Minuten lang und wird am Stück aufgenommen.

Zwar gibt es vorerst nur virtuelles Publikum, doch die Zuschauer daheim sollen das Gefühl haben, live dabei zu sein. Und dazu gehören nun mal kleine Pannen, findet der TAW-Chef, der den Weg des Theaters zum Film aus mehreren Gründen begrüßt. „Mit unseren Online-Ausgaben erreichen wir neue Zuschauer, die sonst nicht ins TAW gekommen wären“, sagt Hellmann. Je nach Bekanntheitsgrad von Gästen der „Zuhause-Show“ wie Anna Krämer von den Schönen Mannheims und Comedian Tim Poschmann hätten sich bis zu 3000 Zuschauer reingeklickt. Hellmann möchte das in Zukunft weiterführen, „nach Corona wird es weiterhin Live-Theater geben, ebenso aber Sendungen fürs Internet“. Die Show mit Sascha Fischer wird in den kommenden Monaten fortgesetzt und soll im August auf der TAW-Sommerbühne in Großkarlbach zu sehen sein.

Noch Fragen?

Die Musik-Show „Sascha singt“ startet am Samstag, 27. März, um 20 Uhr auf der TAW-Facebookseite. Mit dem Stichwort „Theater Alte Werkstatt Frankenthal“ ist sie auf www.youtube.de zu finden.

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