Mörsfeld
Nach Coronapause gibt es wieder Livetheater beim Kerweclub
Aktuell probt die Laienspielgruppe bis zu drei Mal wöchentlich in der Gemeindehalle. Kurz vor der Premiere am 5. November steht der Truppe allerdings noch eine Herausforderung ins Haus: Wegen Krankheitsausfällen mussten kurzfristig zwei Rollen umbesetzt werden. Die Leiterin der Theatergruppe, Liane Pfannkuchen, ist selbst eingesprungen – und sogar in eine Doppelrolle geschlüpft.
Bei der Probe sitzen die Dialoge der Komödie in bester Mundart bereits. Feinheiten werden aber noch herausgearbeitet. „Wir entscheiden kleine Veränderungen gemeinschaftlich während des Probens, sozusagen aus dem Agieren heraus“, erklärt Liane Pfannkuchen. Die Mörsfelderin ist mit Leib und Seele dabei und die Antriebsfeder hinter dem Laientheater. Bereits Mitte der 1990er Jahre hat sie die Theatergruppe, die aus dem „Mörsfelder Kerweclub“ hervorging, gegründet. Die Mörsfelder selbst erweisen sich seither als treue Theaterfreunde. Viele der Mitspieler sind schon seit Jahren fester Teil des Ensembles.
Pro Monat wird ein Akt geprobt
In jedem Jahr steht ein neues Stück auf dem Programm, das traditionell im Herbst aufgeführt wird. In diesem Jahr sei man besonders froh, dass man nach den coronabedingten Totalausfällen der Jahre 2020 und 2021 nun endlich wieder auf die Bühne dürfe, sagt Pfannkuchen. Anfang des Jahres wählt sie ein neues Theaterstück aus. Im Anschluss erfolgt die Abfrage, wer wieder dabei sein möchte. Das Buch wird gemeinschaftlich gelesen, die Rollen verteilt. Ende Juli gehen schließlich die Proben los. Pro Monat wird ein Akt geprobt, bis er „soweit sitzt“. In der Hochphase vor der Premiere werden bei jedem Zusammentreffen in der Regel zwei Akte durchgespielt. „Bei Bedarf kann ein Akt aber auch mal zwei Durchläufe an einem Abend haben, wenn er noch nicht optimal sitzt“, erläutert die Theaterchefin. Bei der aktuellen Probe wurde dann auch spontan beschlossen, den Akt zu wiederholen. An der ein oder anderen Stelle gab es durch die kurzfristige Rollenumverteilung noch einen „Holperer“, den es noch zu korrigieren galt.
In den voll variabel konstruierten Kulissen, die ein Vereinsmitglied gebaut hat, erhielt man bereits einen guten Einblick in die Verwicklungen der Geschichte um einen geplanten Windpark, der ausgerechnet im beschaulichen Mörsfeld entstehen soll. Zudem weiß niemand, wer sich dahinter wirklich verbirgt. Die Nachbarschaft aus teils illustren, geschwätzigen, aber allesamt lebensnah gewählten Charakteren, beginnt darüber auf das Heftigste zu spekulieren. Jeder Nachbar hat natürlich seine eigene Theorie und Meinung zum Thema. Zu allem Übel gibt es auch noch einen dubiosen Nachbarn, der sich mit seinen Ansichten unverschämterweise bedeckt hält. Die Vermutungen schießen ins Kraut; Ereignisse und Verwicklungen und nehmen ihren Lauf.
Komische Situationen und Wortspiele
Den Darstellern ist die Freude an ihren Rollen anzumerken; die Handlung gewinnt in den drei Akten des Lustspiels in bester „Tratsch-im-Treppenhaus“-Manier schnell an Fahrt. Komische Situationen entstehen, Wortspiele – auch diese gerne auch in Mundart eingestreut – tragen das ihre zum humorigen Geschehen in den 90 Minuten bei. Auch die Namen der Besetzung sind Teil der Inszenierung und des Humors – von der resoluten „Frau Runzel“ bis hin zu der kleinen „Shanaia-Amira“ und ihren jungen Eltern, den „Neureichs“.
Wer wann und wo und warum mit wem welche windigen Absichten verfolgt, wird am Premierenabend, dem 5. November, aufgelöst. Weitere Aufführungen finden am 11. und 12. November, jeweils um 20 Uhr statt. Liane Pfannkuchen und ihre fünf Mitspieler hoffen, dass sich nach den zwei Jahren Pause wieder ähnlich viele Zuschauer wie vor der Corona-Zeit zu den Vorführungen einfinden.
Karten
- Vorverkauf über Beate Klippel, Telefon 06358 560, mobil 0171 314 7634.
- Termine: 5., 11. und 12. November, jeweils ab 20 Uhr in der Gemeindehalle Mörsfeld.