Kommentar
Jugendarbeit in Kirchheimbolanden: Raus auf die Straße
Manchen im Stadtrat hat es viel zu lange gedauert, bis Nägel mit Köpfen gemacht wurden mit einer Neuausrichtung der Jugendarbeit. Zu lange erfüllte das Haus der Jugend eine Alibi-Funktion, zumindest, wenn man den finanziellen Aufwand ins Verhältnis zur sehr kleinen Zahl der Nutzer setzt. Kibo braucht mehr Jugendarbeit, keine Frage. Künftig raus damit auf Straßen und Plätze der Kleinen Residenz, ran an die Jugendlichen mit auch die Stadt belebenden Angeboten open air, bei denen jeder mitmachen oder sich als Helfer einbringen kann: Das ist die richtige Richtung. Genauso wichtig ist der geweitete soziale, integrative Blick: Jugendliche sollen sich nicht mit ihren Interessen isolieren, sondern sich als aktiver Teil der Stadt- oder Dorfgemeinschaft fühlen.
Unklar wie die Finanzierung ist noch, wie groß der unverzichtbare „Stützpunkt“ sein muss und wo er sich befinden wird. Gemessen an dem, was Konzeptschreiber Marc Linn darin vorschwebt, dürfte man es doch wieder mit einem Haus der Jugend light zu tun haben. Die Stadträte werden darüber gewiss noch rege diskutieren. Sie haben ja nicht nur das Heft des Handelns, sondern nun auch das schriftliche Konzept in der Hand. Dass es erst zu Beginn der Sitzung verteilt wurde, war unglücklich. Aber in dieser Sache dauert halt alles etwas länger. Hauptsache, das Ende wird gut.
