Donnersbergkreis Alle unter einem Dach

Lernen zwischen Baggern und Kieshaufen: Am Montag hat für die 56 Mädchen und Jungen der Paula-Best-Grundschule in Imsweiler der Schulalltag begonnen. Das Schulhaus war seit Dezember erweitert und saniert worden. Auch wenn noch einige kleinere Arbeiten anstehen, die Zufriedenheit über den gelungenen Wechsel zu einer Grundschule mit vier Klassen ist spürbar.

Denn in den vergangenen Jahrzehnten drückten lediglich die Dritt- und Viertklässler der Paula-Best-Grundschule in Imsweiler die Schulbank. Und die Grundschule in Gehrweiler war als Nebenstelle für die Erst- und Zweitklässler reserviert. Nachdem der VG-Rat entschieden hatte, die Paula-Best-Schule trotz sinkender Schülerzahlen zu erhalten und die Gehrweiler Dependance zu schließen, musste das Schulgebäude in Imsweiler erweitert werden. Nun, nachdem Bauarbeiter, Planer und Lehrer sowie die Putzkolonne in den Ferien nochmals richtig zulangten, sind neue Räume entstanden, leuchten neue Farben an den Wänden. „Eine echte Herausforderung war der Umbau auf jeden Fall“, wie Schulleiterin Ilse Braun sagt. „Noch am Freitag dachte ich, das kann nicht klappen“, erinnert sie sich. Allerdings hätten Lehrer und Reinigungskräfte am Wochenende so viel gearbeitet und vorbereitet, dass dann am Montag doch alles gut über die Bühne gehen konnte. Sicher, im Lehrerzimmer stehen noch einige Kartons auf den Schränken und nicht jeder Stuhl steht auf seinem Platz; gleichwohl kann der Unterricht beginnen. Ein Umstand, der auch dem Engagement der Lehrer zu verdanken sei, wie Braun betont: „Nach zwei Wochen Ferien ging es für uns alle schon wieder mit der Arbeit im Schulhaus los. Aber jetzt ist es geschafft und wir freuen uns auf den Alltag mit den Kindern“, sagt die Schulleiterin, die Anfang kommenden Jahres pensioniert wird. Bis der Alltag aber so richtig in Imsweiler einkehrt, dürften noch einige Wochen vergehen. Im Hof wird noch die eine oder andere Stelle gepflastert, manch eine Wand muss auch noch gestrichen werden. „Alles in allem war es sehr ambitioniert, die notwendigen Umbauarbeiten bis zum Ende der Ferien zu bewerkstelligen. Aber es hat letztendlich funktioniert“, sagt Architekt Karl Kless und er wirkt erleichtert. Da die etwa eine Million Euro teuren Arbeiten so gut wie abgeschlossen sind, konnten auch die elf Erstklässler ohne große Umstände ihre Schultüten präsentieren und sich in dem Gebäude umschauen. „Ui, guck mal, der Bagger“, sagt ein Junge begeistert, während ein Mädchen sich über den Geruch frischer Farbe wundert. Doch insgesamt sind die Kinder mehr auf ihre neuen Klassenkameraden und die Lehrer als auf Pflastersteine, Zementsäcke oder Farbeimer konzentriert. Das 1961 erbaute Schulgebäude in Gehrweiler hat nun hingegen ausgedient. Im Zuge der Schulreform 1972 war es mit der Imsweilerer Grundschule zusammengelegt worden. 2001 erfolgte dann auf Vorschlag des Lehrers Edgar Fried die Umbenennung in Paula-Best-Grundschule Imsweiler/Gehrweiler. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die notwendige Sanierung des Schulhauses in Gehrweiler für etwa zwei Dutzend Grundschüler vergleichsweise teuer gewesen wäre, hatte man sich entschieden, die Grundschule ganz in Imsweiler anzusiedeln. Im Gespräch war auch die Schließung der gesamten Grundschule und ein Umzug nach Rockenhausen. „Aber die jetzige Lösung ist weitaus besser“, zeigt sich Verbandsbürgermeister Michael Cullmann (SPD) am Montag überzeugt. Auf diese Weise bleibe die Infrastruktur erhalten. Nicht zuletzt bringe eine Schule im Ort auch Standortvorteile für Eltern mit sich, hebt der Rathauschef hervor. Mit Blick auf den Straßenverkehr sagt Cullmann, man mache sich zurzeit Gedanken darüber, wie man die Autofahrer zu größerer Vorsicht anhalten könnte. Solange die geplante Umgehungsstraße noch nicht realisiert sei, müsse man leider auch mit dem Schwerlastverkehr durch die Alsenzstraße leben. Wie Schulleiterin Braun sagt, versucht die Schule gleichwohl die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, indem ein Lehrer morgens von 7.25 bis 7.40 Uhr auf die Kinder von der Bushaltestelle wartet und den Verkehr vor der Schule im Blick behält. Immerhin 80 Prozent aller Grundschüler kämen schließlich mit dem Bus, betont Braun. (stwo)

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