Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel 1700 Hektar Potenzial für Windkraft

Wie hier in Sippersfeld könnten bald noch viele Windräder mehr in der VG Winnweiler stehen.
Wie hier in Sippersfeld könnten bald noch viele Windräder mehr in der VG Winnweiler stehen.

Windkraft ist eine der Energien der Zukunft. Doch wo sollen die Windräder stehen? Das hat die Verbandsgemeinde Winnweiler analysieren lassen. Die Ergebnisse sind erfreulich, doch bis die Windräder dort wirklich stehen können, gibt es noch viele Entscheidungen zu treffen.

Nachdem im vergangenen Jahr die Potenzialflächen für Photovoltaikanlagen ermittelt wurden, sind nun in der VG Winnweiler die Potenzialflächen für Windkraft an der Reihe gewesen. In den vergangenen Jahren habe sich die Gesetzgebung rund um Windkraftanlagen sehr geändert. Deswegen musste eine neue Untersuchung gemacht werden. Diese wurde nun im Verbandsgemeinderat vorgestellt.

Um den Plan zu erstellen, wurde das Gebiet der Verbandsgemeinde genommen und nach verschiedenen Kriterien überprüft: Abstandsvorgaben zu den Siedlungsgebieten und Straßen zum Beispiel, Vorrangflächen für Biotope und Landschaftsschutzgebiete. Alles, was danach übrig bleibt, gilt als Potenzialfläche.

„Rotor-in“ oder „Rotor-out“?

Etwa 1700 Hektar – das sind 15,4 Prozent der Fläche der VG Winnweiler – haben laut dieser Analyse Potenzial für Windkraftanlagen. Davon liegen 72 Prozent im Wald, 28 Prozent in offenen Gebieten. Ob es letztendlich bei den 15 Prozent bleibt, steht aber noch lange nicht fest. Zum einen gibt es eventuell Restriktionen, die erst bei einem tatsächlichen Bauvorhaben geprüft werden. Außerdem dürfen die Ortsgemeinden entscheiden, welche Flächen auf ihrem Gebiet tatsächlich übernommen werden.

Und die Verbandsgemeinde muss noch die Entscheidung treffen, ob sie das Modell „Rotor-in“ oder „Rotor-out“ wählt. Bei „Rotor-out“ gelten die Flächen für den Standort des Windrads, die Flügel dürften in die angrenzenden Flächen ragen. Sollte sich die VG hingegen für „Rotor-in“ entscheiden, würde die Potenzialfläche direkt auf neun Prozent sinken, manche kleinere Flächen würden ganz wegfallen, oder man kann dort nur ein Windrad aufstellen.

Viel Potenzial auf Börrstadter Gemarkung

Ein Beispiel für Gebiete, bei denen noch weitere Faktoren eine Rolle spielen könnten, sind die FFH-Gebiete, von denen die VG gerade rund um Falkenstein und den Donnersberg einige ausgewiesen hat. FFH steht für Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und ist ein Schutzgebiet, in dem der Natur- und Landschaftsschutz eine große Rolle spielt. Nach der neuen Gesetzeslage werden für Windenergie allerdings nur FFH-Gebiete ausgeschlossen, die ein sehr hohes Konfliktpotenzial haben. Das ist in der VG Winnweiler nicht der Fall. Ob das Gebiet für Windkraft geeignet ist oder nicht, muss dann jeweils extra geprüft werden.

Die Anteile der Gemeinden an den Potenzialflächen sind sehr unterschiedlich. Werden die FFH-Gebiete mitberücksichtigt, liegt das meiste Potenzial in Börrstadt mit 38,7 Prozent Anteil an der Gemeindefläche. 30 Prozent seiner Fläche könnte Imsbach einbringen, sollte die Gemeinde den kompletten Vorschlag in den neuen Plan übernehmen wollen, und 26 Prozent Höringen. Am geringsten ist der Anteil in Gonbach mit 0,9 Prozent.

Ortsgemeinden beteiligen

Ohne die FFH-Gebiete liegt die Potenzialfläche der VG nur noch bei 10,2 Prozent. Hier gibt es zum Teil große Unterschiede. Der Anteil der Fläche in Falkenstein etwa fällt von 15,9 auf 0,1 Prozent, der Anteil von Imsbach von 30 auf 14,1 Prozent.

Doch nun sollen erst einmal die Ortsgemeinden Rückmeldung geben, ob sie die Potenzialflächen eins zu eins übernehmen oder Änderungen vornehmen wollen. Auch die Fachbehörden müssen noch beteiligt werden, bevor die Ergebnisse in den neuen Flächennutzungsplan aufgenommen werden können.

Zur Sache

Der Bundestag hat festgelegt, dass bis Ende 2027 1,4 Prozent der Flächen für Windkraftanlagen bereitstehen müssen. Bis Ende 2032 sogar 2,2 Prozent. Wie genau das auf Verbandsgemeinden und Gemeinden heruntergebrochen wird, steht noch nicht ganz fest. Um auf der sicheren Seite zu stehen und selbst entscheiden zu können, an welchen Stellen Windräder aufgestellt werden sollen, ist es wichtig, diese Vorgaben zu erfüllen.

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