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Mittwoch, 04. April 2018 - 17:57 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Ludwigshafen: Hinweise auf zweite Bombe bei Anschlagsversuch

Polizeiabsperrung am 5. Dezember 2016: Die Nagelbombe war im Bereich des Ludwigshafener Rathaus-Centers entdeckt worden. Foto: Kunz

Polizeiabsperrung am 5. Dezember 2016: Die Nagelbombe war im Bereich des Ludwigshafener Rathaus-Centers entdeckt worden. Foto: Kunz

Der 2016 mit seinen Versuchen eines Selbstmordattentats auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt gescheiterte Junge scheint eine zweite Bombe gebaut zu haben. Das wurde am Mittwoch im Wiener Prozess gegen seinen mutmaßlichen Anstifter bekannt. Gefunden haben die Behörden bislang nur einen Eigenbau-Sprengsatz.

Entdeckung am Rathaus-Center



Beamte entdeckten das mit Sprengstoff und Nägeln gespickte Gewürzglas Ende 2016 in einem Versteck in der Ludwigshafener Innenstadt, nachdem sie aus dem Umfeld des islamistisch radikalisierten Jungen einen entsprechenden Tipp bekommen hatten. Gestern allerdings wurde in einem Wiener Terrorprozess bekannt: Der Junge soll noch einen weiteren, bislang unentdeckten Sprengsatz gebaut haben.

Zündmechanismus aus Wunderkerzen



Zum Hintergrund: Sein erster Attentatsversuch am 26. November 2016 scheiterte den Ermittlungen zufolge an technischen Problemen mit dem aus Wunderkerzen zusammengebastelten Zündmechanismus. Der Zwölfjährige verbarg daraufhin seine Bombe in ein Gebüsch am Rathaus-Center, doch zwei Tage später zog er ein weiteres Mal los. Dass er für diesen zweiten und ebenfalls gescheiterten Anlauf einen zusätzlichen Sprengsatz eingepackt haben soll, war bislang noch nicht öffentlich bekannt geworden.

Zweiter Sprengsatz soll anders ausgesehen haben




Die deutschen Behörden wollten sich am Mittwoch nicht zu der verschwundenen zweiten Bombe äußern. Nach RHEINPFALZ-Informationen gehen Ermittler davon aus, dass der zweite Sprengsatz äußerlich anders aussah als der erste. Ob der Zwölfjährige die Konstruktion sonst noch verändert hatte, dazu gibt es keine Informationen.
Die sichergestellte Bombe haben Gutachter als „funktionsfähige Brandvorrichtung“ eingestuft. Sie hätte bei einer Explosion die Kleider umstehender Menschen entzünden können.

Bis zu 15 Jahre Haft



Die österreichische Justiz kümmert sich um den Fall, weil ein inzwischen 19-jähriger Wiener den Ludwigshafener im Internet zu seiner Tat ermutigte. Der Mann gab beim Prozessauftakt am Mittwoch zu, Mitglied einer terroristischen Vereinigung und kriminellen Organisation zu sein. Alle anderen Vorwürfe stritt er weitgehend ab. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. |häm

 

 

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