FCK-Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Böhms Betze: Besuch von Michael Schiele

Sagte am Dienstag im Training des 1. FC Kaiserslautern Hallo – bildlich gesprochen: Michael Schiele.
Sagte am Dienstag im Training des 1. FC Kaiserslautern Hallo – bildlich gesprochen: Michael Schiele.

Den FCK-Fans stehen bewegte Wochen bevor. Schon kleine Begebenheiten werfen Fragen auf. Wie jene am Rande des Trainings an diesem Dienstag.

Es ist keine Sensation, kommt aber doch eher selten vor, dass ein arbeitsloser Fußball-Lehrer die öffentlichen Übungsstunden eines Klubs besucht. Besonders aufmerksame Kiebitze registrierten am Dienstag recht schnell, dass Michael Schiele sich auf Platz 4 begeben hatte und dort betrachtete, was Friedhelm Funkel und seine Mannen trieben. Wer der Szene gewahr wurde, dem standen sofort Fragezeichen im Gesicht.

Logisch, denn aktuell, wo nicht mal die Klassenzugehörigkeit geklärt ist und recht wenig darauf hindeutet, dass Funkel ein Jahr dranhängt (obgleich er jüngst sagte, es sei nichts entschieden), ist das Trainerthema in Reihen der FCK-Fans neben dem Abstiegskampf und dem Pokalfinale ein bedeutendes. Manch einer pflegt sogar den Gedanken, man möge Funkel auf jeden Fall behalten, vielleicht ja in anderer Funktion.

Trauerphasen wie im realen Leben

Alles befindet sich in der Schwebe. Ungewissheit ist ein Graus, im Sport wie im realen Leben. Es ist in dieser Runde derart viel missraten, dass in allen Bereichen die Steine umgedreht werden müssen. In der balltretenden Belegschaft dürfte eine Zäsur bevorstehen, Abstieg oder nicht. Philipp Hercher und Daniel Hanslik, Aufstiegshelden allenthalben, werden mit dem 1. FC Saarbrücken in Verbindung gebracht, Terrence Boyd (selbes Label) ist ja schon ein halbes Jahr fort, beim Erzrivalen Waldhof Mannheim, bei dem sein Lachs nun weiterschwimmt. Nach anfänglichem Furor haben die Fans sich beruhigt und den Verlust überlebt, wie zuvor bei Mike Wunderlich und René Klingenburg.

Verweigerung, Zorn, Verhandlung, Depression, Annahme: Die Trauerphasen gelten oft auch im Fußball. Es wird spannend zu betrachten sein, womit die Fans der Roten Teufel bis Ende Mai fertig werden müssen. Die kommenden Wochen bergen Dramapotenzial en masse. Der Verein, ein kleiner Trost, wird bleiben. Er ist eh größer als jeder Einzelne. Vielleicht wird das eines Tages auch Michael Schiele aus der Nähe erleben. Ach ja, der 46-Jährige traf sich mit Funkels „Co“ Matthias Lust, seinem ehemaligen Adlatus in Braunschweig.

Der Grund, warum Schiele in Kaiserslautern war: Matthias Lust (links), aktueller Co-Trainer des FCK und vormals Schieles rechte
Der Grund, warum Schiele in Kaiserslautern war: Matthias Lust (links), aktueller Co-Trainer des FCK und vormals Schieles rechte Hand in Braunschweig.

 

Unser Autor

Andreas Böhm, 57, war einst Fan der Generation „Willst du bequem nach Hause laufen, musst du Roschy-Schuhe kaufen“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.

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